Start Kultur Blaufabrik: Hier können Karrieren entstehen

Blaufabrik: Hier können Karrieren entstehen

Wer jetzt kopfschüttelnd das Blatt wendet, irrt! In Bernhard Wittmanns Musikstudio, das er nach der nahen Industrieruine „Blaufabrik“, die den Namen Sulzbachs bis in die dreißger Jahre des letzten Jahrhunderts in alle Welt getragen hat, haben schon einige Musiker gestanden, die uns heute von den Top Ten Hitlisten grüßen. Beispiel: Genetikk, das Hip-Hop-Duo aus Saarbrücken nahm hier vor dem Start der großen Karriere 11 Songs auf, damals noch unter der Bezeichnung „Rebel Sound“.

Doch kehren wir zum Ursprung zurück. Bernhard Wittmann ist Keyboarder und gelernter Orgelbauer, besitzt also eine tief verwurzelte Beziehung zur Musik, die im Interview auch immer wieder hervordringt, wenn er dies oder jene erzählt und die entsprechenden Musikstücke anklingen lässt. Seine kompositorischen Fähigkeiten erlaubten es ihm, nach und nach seinen Traum von einem eigenen Studio aufzubauen. Er verfasste Jingles für den saarländischen Rundfunk, spielte als Gastmusiker in verschiedenen Formation wie der Matthias Reim Band, Thomas Blug Band und vielen anderen. Jobs, die höchstes Können voraussetzen, denn: „Es gibt keine Proben vor dem Auftritt.“ Die Musiker erhalten ihre Noten und Instruktionen per DVD und den dazugehörigen Konzerttermin. Da muss alles sitzen. „Spannend“ nennt Wittmann diese Engagements und man merkt, dass es ihm tatsächlich Spaß macht. Wie beispielsweise auch das Konzert mit Thomas Blug und dem Saarländischen Staatsorchester 2014 unter dem Titel „Pop meets Classic“, von dem es eine sehens – und hörenswerte DVD gibt.

Bernhard Wittmann mit Matthias Reim Bernhard
Bernhard Wittmann mit Matthias Reim Bernhard

In der Blaufabrik bearbeitet Wittmann nicht nur Musik. Er produziert Audioguides, beispielsweise für die Gulliverwelt von Dr. Theiß, und Hörbücher wie die literarische Wanderung durch den Bliesgau mit Volker C. Jakobi. Vor einiger Zeit hat er das Projekt „Liederwichtel“ gestartet. Kindergartenkids üben mit Ihren Erzieherinnen Lieder ein, die Bernhard Wittmann dann vor Ort aufnimmt und im Studio klangoptimiert. Heraus kommt eine individuelle CD, die für einen geringen Preis erworben werden kann.

Auch die die Generation DSDS hält die Blaufabrik etwas bereit: „Einmal Popstar sein!“ heißt das Konzept, bei dem junge Leute ihren Lieblingssong singen können und gleich anschließend auf CD gebrannt mitnehmen können. Das geht selbstverständlich auch mit mehreren Personen und ist nicht teuer: 149.- pro Musikstück kostet der Spaß. Jedes weitere Stück 50 Euro mehr. Auch hier hat Bernhard Wittmann schon tolle Talente ausgemacht und spielt kurz einen Gesangspart einer jungen Dame aus Sulzbach an. Gänsehaut!

Neben all diesen Aktivitäten bleibt natürlich der zentrale Zweck der Blaufabrik im Vordergrund: die Musikproduktion.

So wurde beispielsweise die zweisprachige CD „Bonjour“ von Wolfgang Winkler in den Räumlichkeiten an der Schmelz aufgenommen. Aktuell ist übrigens die neue CD von Roland Helm mit Coverversionen von Leo-nard Cohen in Produktion (Sehr hörenswert!).

Ach ja, in Helms Band „Sarrebruck libre“ steht ein Mann an den Tasten, den wir kennen: Bernhard Wittmann.

www.blaufabrik.de