Markus und Heike gehen ufftour

0
1500
Markus und Heike Walter
Markus und Heike Walter

Mit dem Wohnmobil in die Mongolei, einfach nur im hier und jetzt leben, sich auf Land und Leute einlassen, einfach da anhalten, wo es einem gefällt – das ist für Millionen Menschen ein Traum. Für Markus und Heike Walter wird er Realität: Am 4. April starten die Bildstocker mit ihrem selbst zum Wohnmobil umgebauten MAN-Militär-Transporter in das bisher größte Reiseabenteuer ihres Lebens. Zuvor hatten sie schon längere Exkursionen durch Marokko, Island und im vergangenen Jahr durch Rumänien unternommen. Das waren eher Testläufe für das ganz große Ding, das sie nun innerhalb eines halben Jahres durch Deutschland, Österreich, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Türkei, Iran, Turkmenistan, Usbekistan, Tadschikistan, Kirgisistan, Kasachstan, Russland bis zum diesjährigen Ziel in die Mongolei führen wird.

Karte-Reiseüberblick-Planung

Das Vorhaben ist keine spontane Idee, sondern von langer Hand geplant. „Wir haben uns schon vor vielen Jahren vorgenommen, dass wir einen Tag nachdem unsere jüngste Tochter 18 wird, diese Reise antreten wollen. Am 31. März ist es soweit. Samstags wird dann groß gefeiert, sonntags aufgeräumt und am Montag fahren wir los.“ erzählt Markus Walter. Das Unterfangen wird kein Luxustrip der beschaulichen Art. Markus und Heike Walter stehen mit beiden Beinen fest auf dem Boden, haben Auszahlungen von Lebensversicherungen so gelegt, dass Ihnen die Reise ermöglicht wird. Dennoch liegt ihr Monatsbudget bei lediglich 1.500 Euro – inklusive Diesel für den schweren Allradtransporter. „Viel Geld geht schon im Vorfeld für die VISA-Dokumente und das Carnet drauf.“

Das Carnetverfahren soll den Walters ermöglichen, ihren LKW im Herbst in der Mongolei stehen zu lassen, denn den fiesen Winter in der Wüste Gobi möchten sie dann doch nicht unbedingt mitnehmen. Sie fliegen von Ulan Bator wieder in die Heimat und kehren im Frühjahr zurück, um dann via Russland, Kasachstan, Georgien, Aserbaidschan, Armenien, Türkei, Bulgarien, Rumänien, Ungarn und Österreich nach Hause zu reisen.

Einige der genannten Länder haben sich nicht dem Roamingabkommen angeschlossen, weshalb Markus Walter ein GPS Tracker mitnimmt, mit dem er einmal täglich seine Position überträgt. Zehn Leute erhalten dann eine E-Mail und brauchen sich keine Sorgen um die Bildstocker zu machen. Für Notfälle gibt es auch noch ein Satellitentelefon, das allerdings nur dann funktioniert, wenn man es aktiviert und auf den entsprechenden Satteliten ausrichtet. Also nichts mit Handy, wenn es brennt. Und manche Streckenabschnitte haben es in sich: „Für Turkmenistan haben wir ein Zeitfenster von exakt fünf Tagen von der Einreise bis zur Ausreise. Da muss alles glatt laufen, sonst bekommen wir Probleme.“ Die können tatsächlich heftig ausfallen, denn der turkmenische Staat bestraft selbst geringste „Vergehen“ mit drakonischen Maßnahmen. Ein Stück werden sie dann das Pamirgebirge durchfahren, von dem in Wikipedia zu lesen steht: „häufig ist eine Durchquerung des Flusses erforderlich. Steinschläge und Felsstürze die Teile der Straße blockieren, kommen häufig vor.“

Aber genau solche Vorkommnisse sind das Salz in der Suppe. Eine Reise ohne Zwischenfälle und Besonderheiten dürfte langweilig werden. Markus Walters Motivation ist denn auch, das Andere kennen zu lernen. Menschen, die ihm im Hochgebirge begegnen, die ein völlig anderes Leben führen, abseits von Fernseher und Handy. Und gleich beginnt Markus Walter vom Zusammentreffen mit Leuten aus einem rumänischen Dorf zu sprechen, die ihm halfen, als er sein Reisemobil in eine Senke gefahren hatte, aus der er ohne fremde Unterstützung nicht mehr hinausgekommen war. „Die haben dann einen Traktor organisiert und mich wieder rausgezogen.“ Anschließend wurden er und seine Frau noch eingeladen. Ein unvergessliches Erlebnis.

Es wird ganz sicher vieler solcher Momente auf der langen Reise geben. Wir werden Heike und Markus soweit es geht begleiten, im Sulzer, wie auch auf Radio Saarbrücken in unserer Sendung Ortsgespräch, die an jedem ersten Montag im Monat um 10.50 Uhr läuft und sonntags um 12.50 Uhr wiederholt wird. Weitere Informationen haben die beiden Reisenden auch www.ufftour.de zusammengestellt.

Foto 2

KEINE KOMMENTARE

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT