Freunde aus Lipova zu Gast

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Mircea Jichici (Bürgermeister von Lipova), Willi Gehring (Vorsitzender des Deutsch-Rumänischen Freundschaftskreises) und Rolf Schultheis (Bürgermeister von Friedrichsthal)
Mircea Jichici (Bürgermeister von Lipova), Willi Gehring (Vorsitzender des Deutsch-Rumänischen Freundschaftskreises) und Rolf Schultheis (Bürgermeister von Friedrichsthal)

Der Friedrichsthaler Bürgermeister Rolf Schultheis war sichtlich hoch erfreut, seinen Amtskollegen aus der Partnerstadt Lipova in Rumänien wieder zu treffen. „Dank Willi Gehring und dem Deutsch-Rumänischen Freundeskreis wird diese Städtepartnerschaft nach mehr als 20 Jahren Bestand weiterhin mit Leben erfüllt. Das ist eine ganz besondere Sache, denn wir wissen wie schwer es ist angesichts der großen Entfernung, die Menschen zueinander zu bringen.“ Der angesprochene Vorsitzende des Freundschaftskreises revanchiert sich gerne: „Friedrichsthal und seine Bürger waren schon immer der Motor dieser Beziehung. Wann immer man etwas brauchte,  fanden wir Unterstützung.“ Und das soll auch künftig so bleiben, wie Mircea Jichici, dem Bürgermeister und Delegationsleiter aus Lipova, gerne bestätigt wurde.

Die Städtepartnerschaft soll keine Einbahnstraße sein. Willi Gehring regte an, dass man sich auch in Sachen Verwaltung unterstützen könne. So sei es vorstellbar, dass ein Rumäne beispielsweise für ein halbes Jahr hierher käme, um in der Friedrichsthaler Stadtverwaltung zu hospitieren. Andererseits könne ein Friedrichsthaler sich einmal ansehen, wie die Dinge in Lipova so laufen. Dabei muss man sich aber natürlicherweise auf andere Verhältnisse einrichten können: Lipova, eine Kleinstadt im Bezirk Arad/Westrumänien, verfügt mit seinen 11.000 Bürgern über einen Etat von 255.000 Euro. „Davon werden die Löhne der Bediensteten, sämtliche Unterhaltungskosten wie Strom und Wasser, Reparaturen und eine zweiwöchentlich erscheinende Zeitung, die in alle Haushalte geht, bestritten.“ erklärte Jichici den erstaunten Gästen des Treffens.

Und es gibt neben einem viel zu niedrigen Etat weitere Hemmnisse: Zwar habe man sich für 17 EU Projekte beworben. Die entsprechenden Anträge seien teilweise schon Jahre alt. Diese würden aber er jetzt eingereicht werden, weil alles über die träge Zentralregierung in Bukarest laufe. Kopfschütteln allenthalben. Dennoch habe man es geschafft, dass die Wasser- und Kanalisation nun für 80 Prozent der Bevölkerung zur Verfügung stehe. Dieser Themenbereich wurde dann auch im anschließenden Treffen bei den Friedrichsthaler Stadtwerken vertieft. Geschäftsführer Gerhard Bös beschrieb die Aufgaben der vielfältigen Stadtwerke und stand für einen Austausch gerne zur Verfügung.

Mircea Jichici, Bürgermeister von Lipova, im Gespräch mit dem saarländischen Innenminister Klaus Bouillon.
Mircea Jichici, Bürgermeister von Lipova, im Gespräch mit dem saarländischen Innenminister Klaus Bouillon.

Im Laufe des viertägigen Aufenthalts der rumänischen Delegation, die neben Bürgermeister Jichici, den Projektleiter des Deutsch-Rumänischen Freundeskreises, Lucian Fenesan und die beiden Vorstände des Rumänisch-Deutschen Freundschaftskreises in Lipova, Dr. Viorel Stefanescu und Nello Branisacan, umfasste, wurden viele Kontakte gepflegt und neue Verbindungen aufgenommen. So konnte man die Fa. Holzapfel in St. Ingbert-Rohrbach besuchen, dem Merchweiler Bürgermeister Patrick Weydmann einen Besuch abstatten und schließlich sogar noch ein Gespräch mit Innenminister Klaus Bouillon führen, der sich sehr für die Belange der Stadt Lipova interessierte und vertiefende Gespräche anbot.

Weitere Informationen unter www.drfk.de

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