In den Hochwaldrevieren Wadern und Lockweiler fand auch diesen Herbst die traditionelle Hubertusjagd am 3. November statt. Gejagt wurde mit Schwerpunkt auf Wildschweine, die zurzeit erhebliche Schäden an landwirtschaftlichen Nutzflächen verursachen. Das Ergebnis war mager, nur ein Wildschwein lag am Ende in Wadern auf der Strecke. In Revier Lockweiler wurden eine Rotte, eine Bache mit 14 Frischlingen von den Treibern aufgebracht, konnten aber nicht beschossen werden. Ähnliches Glück hatten zwei starke Keiler, der eine mit geschätzten 60 kg, der andere mit über 70 kg, die ebenfalls unbehelligt von dannen ziehen konnten. Aber so erbauend der Anblick dieser wehrhaften Tiere für die Menschen auch sein mag, sie werden schnell zur Plage. Die Jäger müssen den Bestand an Wildschweinen durch weitere intensive Bejagung reduzieren. Das Hegeziel ist die Erhaltung  eines gesunden Bestandes basierend auf intakten Familienverbänden. Tierschützer, die die Jagd aus ideologischen Gründen, aber auch aus nachvollziehbaren persönlichen Motiven verbieten wollen, befinden sich in einem Dilemma. Zwischen den beiden Extremen: Ausrotten oder ungezügeltem Ausbreiten in unserer Kulturlandschaft, gibt es nur die Bewirtschaftung (die Regulierung) des Wildbestandes durch Bejagung. Schiebt man den ideologisch begründeten Pulverdampf einmal zur Seite, wird man schnell feststellen, dass sich Tierschützer und Jäger in ihren Zielen, dem Erhalt der Vielfalt der Wildtierpopulation, sehr nahe stehen. Viel näher als es jeder von beiden zuzugeben wagt.

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Foto Rainer Kuhn  Der Kleine links gehört zu einer weiteren Bache, die noch in der Dickung steckt.

Wie jedes Jahr in den vergangenen 30 Jahren begann auch an diesem Hubertustag die Jagdveranstaltung an der Kapelle in Niederlöstern. Diese wurde vor Jahren von der Bauunternehmung Barbian in Wadern vor dem Verfall bewahrt und komplett restauriert. Der Jagdherr Ernst Barbian begrüßte die Gäste, erklärte den vorgesehenen Ablauf der Treiben und ließ die Jagd anblasen.

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Foto Rainer Kuhn  Kapelle Niederlöstern  Hubertusjagd 2014 Dr. Stöhr trägt aus einem alten Dokument vor.
Foto Rainer Kuhn Rathener Kapelle 2015 mit Gästen aus Südtirol
Foto Rainer Kuhn  Kapelle Niederlöstern   Hubertusjagd 2015 mit Gästen aus Südtirol
Foto Rainer Kuhn Rathener Kapelle Anblasen der Hubertusjagd 2016
Foto Rainer Kuhn   Kapelle Niederlöstern   Anblasen der Hubertusjagd 2016

Schon im ersten Treiben fiel eine Sau. Damit stand schon der Jagdkönig fest, was jedoch zu diesem Zeitpunkt noch niemand wissen konnte. Trotz des mageren Jagderfolges war die Jagdgesellschaft voller Bewunderung über den sonnendurchfluteten Buchenwald im Waderner Revier.

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Foto Rainer Kuhn Dieses Jahr 2016 gibt es üppige Bucheckermast für die Wildschweine

Mittagspause wurde auf der Lasallehütte auf dem Schlossberg, nahe der Burgruine, in Dagstuhl gemacht .

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Foto Rainer Kuhn „Hier entsteht der berühmt berüchtigte Hubertus – Bohneneintopf“

Von dort aus eröffnete sich der Jagdgesellschaft ein grandioser Blick in das  Löstertal und in das herbstlich bunt gefärbte Jagdrevier Wadern-Lockweiler.

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Foto Rainer Kuhn 2016 Herbstliche Kulturlandschaft Wadern-Lockweiler im Blick von der Lasalle Hütte

Von hier aus sind es nur nur ein Höhenmeter bis zur Burgruine Dagstuhl. Der Name Dagstuhl weist auf die dachstuhlförmige Gestalt des Berges zwischen den Bächen Löster und Wadrill hin.

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Die Mittagspause wird auch genutzt, um Jagdgäste für die anstehenden schweren Treiben am Nachmittag aufzubauen.

Nach der Mittagspause ging es frisch gestärkt an dem Naturdenkmal „Buttnicher Eiche“ vorbei zu den nächsten Treiben „in die Pappeln“ und an den „Mottenkopf“ im Revier Lockweiler.

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Foto Rainer Kuhn  Hochwaldjäger im Jahre 2016

Der Bereich „in den Pappeln“ ist ein idealer Deckungsraum für Wildschweine und wird jährlich einmal bejagt. Gegenüber der Prims befindet sich der sagenumwitterte Bardenbacher Felsen. Die Ansiedlung der Biber an der Prims war erfolgreich, wie man auch an den gefällten Bäumen rechts im Bild erkennen kann.

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Foto Rainer Kuhn Die Prims-Eine Lebensader des Hochwaldes

Da Wildschweine sich tagsüber in dichten Dornenhecken verbergen, braucht man eine gute Treibertruppe um die intelligenten Tiere aus der Dickung zu treiben. Ohne geeignete Hunde ist das nicht möglich. Für die Treiber und ihre Hunde ist das Treiben in den Dickungen immer mit Gefahr verbunden. Wildschweine sind sehr wehrhaft und können mit ihren Hauern Mensch und Hund ernsthafte Verletzungen zufügen.

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Foto Rainer Kuhn Benno Scherer mit seiner Treiberwehr und ausgebildeten Hunden im Jahre 2015
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Benno Scherer  Stellv. Leiter der Schwarzwild Arbeitsgemeinschaft Landkreis Merzig Wadern, Hubertusjagd der Reviere Wadern und Lockweiler im Jahre 2016
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Lockweiler Buttnich Wellenschlag – Eine moderne Doppelsuhle für Wildschweine mit Vorwärmbecken (links) und fließendem Wasser (oben) zur Endreinigung.
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Im Wellenschlag : Der Mahlbaum ist fester Bestandteil der Wellness Anlage. (im Hintergrund die Doppelsuhle)
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Foto Rainer Kuhn             Verblasen der Strecke und Ende der Jagd 2015

Nach dem Abblasen zeigten sich die Mitglieder der Jagdgesellschaft trotz der minimalen Strecke zufrieden. Hubertus hatte offensichtlich einen schlechten Tag gehabt, aber der Aufenthalt in der herrlichen Natur des Hochwaldes entschädigte alle Jagdteilnehmer für fehlendes Jagdglück.

Das Schüsseltreiben fand im Castello Bianco in Lockweiler statt. Dort wurde während des Essens auch über historische Figuren des Jagdwesens diskutiert, über den heiligen Hubertus und über Karl den Großen. Um beide ranken sich viele Geschichten, die Eingang in die Geschichtsschreibung und das Brauchtum des Jagdwesens gefunden haben und anlässlich solcher Jagdveranstaltungen gerne ausgegraben werden.

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Foto Rainer Kuhn Im Castello Bianco in Lockweiler- Der Jagdherr Ernst Barbian überreicht den Bruch an den Hundeführer Benno Scherer.
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Foto Rainer Kuhn                     Die Hubertusjagd 2016 wird abgeblasen

Weidmannsheil

Rainer Kuhn

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