Wie steht es um den Schutz seltener Arten und bedrohter Lebensräume im Saarland? – Saarländische Biodiversitätsstrategie ist fertig

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Der Feuersalamander, der Rotmilan oder das Breitblättrige Knabenkraut gehören zu den international bedeutsamen Arten, die im Saarland heimisch sind. „Für deren Erhalt besitzt unser Bundesland eine besondere Verantwortung. Auch mit Blick auf artenreiche Wiesen haben wir viel zu bieten. So wurde mit einem bundesweit durchgeführten Monitoring nachgewiesen, dass das Saarland von allen Bundesländern noch über einen sehr hohen Flächenanteil sehr artenreicher Wirtschaftswiesen verfügt. Sie gehören quasi zum Tafelsilber des saarländischen Naturschutzes, das es für die Zukunft zu erhalten gilt. Zu diesem Zweck haben wir im Umweltministerium eine Biodiversitätsstrategie erarbeitet“, so Umweltminister Reinhold Jost. Die liege nunmehr komplett vor und werde kommende Woche dem Ministerrat vorgelegt. Das kündigte Jost anlässlich des Welttages der freilebenden Tiere und Pflanzen an.

Der erste Teil der Saarländischen Biodiversitätsstrategie, das Fachkonzept, wurde bereits im Oktober 2015 erarbeitet. Darin wurden die für den Biodiversitätsschutz bedeutsamen Flächen systematisch dargestellt und bewertet. Auf dieser Grundlage wurden dann in einem zweiten Teil Ziele und die daraus abgeleiteten Maßnahmen, geordnet nach Handlungsfeldern, formuliert. Erarbeitet wurden die Maßnahmenvorschläge gemeinsam mit Vereinen und Verbänden von Naturschutz und Landnutzung im Rahmen themenbezogener Workshops.
Die betrachteten Handlungsfelder orientieren sich an der Naturschutz-Offensive 2020 des Bundesumweltministeriums, die herausgearbeitet hat, auf welchen Feldern die größten Defizite bestehen und welche verstärkten Anstrengungen zur Erhaltung der biologischen Vielfalt von welchen Akteuren bis zum Jahr 2020 erforderlich sind.

Die Handlungsfelder der Naturschutz-Offensive sind:
1. Äcker und Wiesen – Kulturlandschaft für Mensch und Natur
2. Küsten und Meere – Mehr als eine Wirtschaftszone
3. Auen – Dem Leben zwischen Wasser und Land mehr Raum geben
4. Wälder – Forstwirtschaft im Einklang mit der Natur
5. Wildnis – Freiheit für das Abenteuer
6. Schutzgebiete, NATURA 2000, Biotopverbund – Lebensräume und Lebenswege für Tiere und Pflanzen
7. Grün in der Stadt erleben – Zuhause mit der Natur Bekanntschaft machen
8. Internationale Verantwortung – Natur kennt keine Grenzen
9. Kennen und Verstehen – Den Schatz des Naturwissens bewahren und vermehren
10. Finanzierung – Natur ist eine Anlage mit Gewinn

Nicht alle in der Naturschutz-Offensive 2020 aufgeführten Handlungsfelder bzw. deren Einzelmaßnahmen sind allerdings für das Saarland relevant, wie beispielsweise das Handlungsfeld „Küsten und Meere“. Auch kann das Saarland die Umstrukturierung der EU-Programmlandschaft und die Höhe der finanziellen Förderung in internationale Umweltprojekte nur mittelbar beeinflussen. Dennoch konnte ein Großteil der Themenbereiche als Vorlage für das saarländische Programm genutzt werden.

„Das Saarland hat zwar noch einen besonderen Artenreichtum zu bieten, aber auch bei uns ist die Natur bedroht, geht die Vielfalt der Arten zurück. Sei es durch zu intensive Landbewirtschaftung, durch Versiegelung der Landschaft, durch Brachfallen von wertvollem Grünland, durch Luftverschmutzung oder durch klimatische Veränderungen. Dieses jetzt fertig gestellte Maßnahmenprogramm ist ein wichtiger Baustein der saarländischen Nachhaltigkeitsstrategie. Das Saarland ist eines der ersten Bundesländer, das dieses Handlungsprogramm in den nächsten Jahren konkret auf der Fläche umsetzen wird“, so Jost.

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