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Ramona fehlt

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Das Schaufenster in Martin´s Bäckerei, wo Ramona arbeitete, ist zum Gedenken an sie mit ihrem Foto geschmückt.

Am 8. Mai hat sich in Homburg-Schwarzenacker ein Drama abgespielt. Die 42-jährige Ramona S. war  von ihrem Nachbarn (61) erschossen worden. Kurz zuvor noch hatte Martin Birtel, der Inhaber von Martin´s Bäckerei in Neuweiler, mit ihr gesprochen, denn sie war seine Angestellte und seine beste Freundin: „Wir haben uns seit 14 Jahren gekannt.“ Und tatsächlich war er auch in die Wirren um ihren schrecklichen Todesfall mit einbezogen worden: „Ihr Ehemann hatte mich gegen 13.30 Uhr angerufen, dass auf sie geschossen worden sei. Da habe ich mich sofort ins Auto gesetzt und bin nach Homburg gerast.“ Er kam zu spät, um helfen zu können. Als er eintraf, war die Sackgasse in der Ramona lebte bereits von der Polizei abgesperrt.

Nun sitzen er und sein Verlobter Klaus in Martins Café in Neuweiler und können nach wie vor nicht fassen, was passiert ist. Die lebenslustige und bei den Kunden der Bäckerei allseits beliebte Ramona fehlt an allen Ecken und Enden. „Weniger als Arbeitskraft. Wir arbeiten alle ein bisschen länger und kompensieren das damit. Aber als Mensch fehlt sie uns sehr. Ich denke immer noch, sie könnte gerade jeden Moment um die Ecke kommen.“ Ramona war auch in die Vorbereitungen auf Martins und Klaus Hochzeit einbezogen, die am 10. Juni stattfinden wird. „Es war, als ob sie selbst heiraten würde. Sie hat mein Leben mit gelebt.“ sagt er traurig.

Ramona stammte aus Rumänien und war mit ihrer Mutter nach Deutschland übergesiedelt. Ihre Lehre als Bäckereifachverkäuferin hatte sie bei der Firma Ecker in Homburg absolviert und war dann zur Bäckerei Conrad gewechselt. Dort haben sich Martin und Ramona kennengelernt und nicht mehr aus den Augen verloren. „Als ich dann hier in Neuweiler neu eröffnet habe, stand sie hinter der Theke. Vom ersten Tag an. Eigentlich wollte sie nur aushelfen. Aber es war schon immer ihr Traum gewesen in einer Dorfbäckerei zu arbeiten. Zusammen mit den anderen Angestellten waren wir ein Super-Team!“

Ein Bild aus glücklichen Tagen: Lilo Wiesinger, Martin Birtel, Ramona und Klaus Breyer

Die Tat an sich halten Klaus und Martin für völlig sinnlos. Ramona hatte von dem Konflikt mit dem Nachbarn erzählt, aber es war offensichtlich weniger um den Hund gegangen, der fast absurderweise nach wie vor lebt, während der Nachbar und Ramona nun tot sind. „Er war neidisch auf das Leben, das Ramona führte. Sie war kommunikativ, hatte viele Freunde und war überall beliebt.“ Im Gegensatz zu ihrem Mörder, der zurückgezogen mit seiner Mutter ein offensichtlich tristes Leben fristete. Als er wegen der vergifteten Lyoner verurteilt worden war, hatte er Ramona gedroht: „Das wirst Du bereuen.“ Ramona war durchaus von dem Hass, der ihr gegenüber zum Ausdruck gebracht wurde, beeindruckt. Aber, dass es dermaßen ausarten würde, hatte sie nicht gedacht. Als sie nun am 8. Mai von der Arbeit in Neuweiler zurückkam, wartete der Mörder schon mit der geladenen Waffe in der Einfahrt ihres Hauses auf sie.

Das Leben muss weitergehen, auch für Martin und Klaus, die sich am 10. Juni das Eheversprechen geben werden. „Es ist schon ein wenig Wehmut dabei. Aber wir werden unsere Hochzeit in dem Gedanken feiern, dass sie das auch genauso haben wollte.“

Wegen Ramonas Beerdigung werden Martin´s Bäckerei und Martin´s Café am Freitag, dem 19. Mai ab 9 Uhr geschlossen bleiben.

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