Saarland: Armutsrisiko weiter gestiegen

Altesleben: „Armutsbekämpfung durch höhere Tarifbindung, weniger prekäre Beschäftigung und bessere Rentenpolitik.“

Nach aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) lag das Armutsrisiko im Saarland 2016 mit 17,2 Prozent im bundesweiten Länder-Vergleich im Mittelfeld. Das geringste Armutsrisiko gab es in Baden-Württemberg mit 11,9 Prozent, das höchste im Stadtstaat Bremen mit 22,6 Prozent. Bundesweit war jeder fünfte Her-anwachsende unter 18 Jahren (20,2 Prozent) von Armut bedroht, im Saarland fast jeder sechste Heranwachsende unter 18 Jahren.
Zur Erklärung: Haushalte gelten als von Armut bedroht, wenn sie weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens zur Verfügung haben.
„Dieser Wert relativiert sich beachtlich, wenn man das enorm hohe Armutsrisiko im Saarland für Erwerbslose (49,5 Prozent) und das für Alleinerziehende und ihre Kinder (42,1 Prozent) betrachtet“, kommentiert Bettina Altesleben, Geschäftsführerin der DGB-Region Saar. Schon der erste saarländische Armuts- und Reichtums-Bericht aus dem Jahr 2015 habe das weit überdurchschnittliche Armutsrisiko von Alleinerziehenden und Kindern aus einkommensschwachen Familien gezeigt, so Altesleben.
Die Gewerkschafterin stellt fest: „Der vermeintliche Aufschwung kommt nicht bei den Menschen an – weder im Saarland noch sonstwo im Bundesgebiet. Das ist auch kein Wunder, wenn zunehmend prekäre Arbeitsplätze geschaffen werden. Mini-Jobs schaden unserer Gesellschaft! Armutsbekämpfung gelingt, wenn es uns gelingt, die Tarifbindung zu stärken, den Niedriglohnsektor einzudämmen und den Kurswechsel zurück zu einer starken gesetzlichen Rente einzuleiten.“ Mit Blick auf die Bundestagswahl fordert sie die künftig im Bundestag vertretenen Abgeordneten auf, eine aktive Wirtschafts- und Sozialpolitik zu betreiben. „Wir brauchen bundes-weit eine andere Politik, die den verheerenden Entwicklungen entgegen wirkt. Ar-mut nimmt den Menschen ihre Würde. Ein starker Sozialstaat stärkt den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft. Dies ist im Interesse aller.“

 

DGB Rheinland-Pfalz/Saarland
DGB-Region Saar
Landesbüro Saarbrücken

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