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Und es ist bestimmt kein Zufall, dass die Bundesrepublik Deutschland ihren Nationalfeiertag auf den 3. Oktober gelegt hat. Auf den Geburtstag von Horst Philippi, der diese Festlegung ganz auf sein Positivkonto verbuchte. An seinem Geburtstag wird national gefeiert. Wer kann das schon von sich behaupten, außer diejenigen, die auch an diesem 3ten Oktober geboren sind.

Der Initiator des Handwerkerhofes in Ottweiler und Ebenist (Kunstschreiner) wird 80 Jahre alt und man sieht es ihm nicht an. Er war zeit seines Lebens immer im positiven Gestaltungsstress und hatte keine Zeit zum Altwerden. Seine Passion war und ist die Kunstschreinerei und hier insbesondere die künstlerische Gestaltung und handwerkliche Herstellung von Intarsien, (Holzeinlegearbeiten), bei hochwertigen Möbelstücken und Einrichtungen.

Diese Intarsienwand stellt das Saarland mit Wahrzeichen dar, die einzelne Orte repräsentieren: Das Schloss in Dagstuhl, der Dom zu St. Wendel usw… Die römische Villa in Nennig oben links im Bild ist zusätzlich mit einem Bild kämpfender Gladiatoren ausgeschmückt. Da diese schmale Stelle des Saarlandes (Pan-Handle) sehr wenig Platz zur Unterbringung der Intarsienbilder bot, hat Horst Philippi die Grenzen des Saarlandes in diesem Bereich zu Lasten Frankreichs verschoben. Die Franzosen haben bis „eute“ nichts davon bemerkt, also kein Krieg, „keine Problem“ und die Villa hat Platz.

INTARSIEN-MAQUETERIE

Alte Intarsienmeister haben auch metallische Einlagen (Intarsien) verwendet, wie Gold-, Silber-, Kupfer- und Messingbleche. Diese Handwerkskunst ging verloren. Damals wurde sehr wahrscheinlich Heißkleber Leim dazu verwendet, heute arbeitet man mit Kaltleim. Das Problem beim Verwenden von Metalleinlagen ist der Schleifprozess, da Metall Abtragungen ins Holz eindringen. Nach der Einschätzung von Horst Philippi musste man nass schleifen, aber dann das Holz vor Nässeeinwirkung durch Ölen oder Wachsen schützen. Dieses Wissen ging verloren. Der Prozess muss rekonstruiert werden.

Die Intarsienarbeit geht stark auf die Augen. Wenn es an einem Tag nicht klappt und die Geduld nachlässt, wird abgebrochen und am nächsten Tag weitergemacht. Herr Philippi gewährt sich nicht mehr als einen Fehlversuch. Er arbeitet mit einer Stirnlupe und bei großen Werkstücken auf dem Boden kniend, was für einen 80- jährigen äußerst anstrengend ist .

Die Passung des Einlegeteiles zum Träger wird gegen das Licht geprüft. Das menschliche Auge kann mit dieser Methode Lichtspalte bis 0,01 mm erkennen. (Auch bei den Werkzeugmachern gängige Praxis, um das Schnittspiel zwischen Stempel und Matrize zu überprüfen.)“

HORST PHILIPPI DER EBENIST

Ebenist (von französisch ébène ‚Ebenholz‘) ist die erstmals im Jahr 1657 auf einem französischen Dokument belegte, ab dem späten 17. Jahrhundert auch im deutschsprachigen Raum gebräuchliche Berufsbezeichnung für einen Kunsttischler Im Gegensatz zum einfachen Tischler oder Schreiner verarbeitete der Ebenist in der Regel sehr wertvolle exotische Hölzer, die er als Furniere auf einen Korpus aus ruhigem und weniger kostspieligem Holz leimte. Die Technik der Herstellung von Furnieren und die Verarbeitung zur Marketerie reicht bis ins Mittelalter zurück. Aus Italien, den Niederlanden und dem deutschsprachigen Raum eingewanderte Kunsthandwerker machten sie in Frankreich am Hof Heinrichs IV. und der Maria von Medici populär. Ein Dekret König Ludwigs XIV. räumte den Ebenisten das Privileg einer eigenen Zunft ein, der Corporation des Menuisiers-Ebénistes. Viele Möbel, die von den Mitgliedern der Corporation hergestellt wurden, waren mit einem Stempel (frz. estampille) gekennzeichnet. Königliche Ebenisten waren von dieser Stempelpflicht ausgenommen. (Quelle Wikipedia)

Horst Philippi hat noch nie „gestempelt“!

HORST PHILIPPI ALS SENIOR EXPERTE IM ENTWICKLUNGSDIENST IN BURMA (Myanmar)

Nach der Spende von Schreiner Handwerkzeug wurde Horst Philippi eine Stelle als Senior Experte in Myanmar angeboten. Ziel Aufbau eines Ausbildungszentrum für die Möbelherstellung. Der Container mit dem Handwerkzeug erreichte aber das Ziel nicht. (gestohlen?)

Zu diesem Lebensabschnitt Horst Philippi in Kurzform:

„MANDALY war früher Hauptstadt. Das Ausbildungszentrum für Holzverabeitung liegt 2,5 Fahrstunden mit dem Bus vom Flughafen entfernt. Die Auszubildenden arbeiteten all am Boden und nutzten auch ihre Füße, um Werkstücke fest zu halten. (Die Arbeitshöhe als Erfindung) Ellenbogen auf Schraubstock mit geballter Faust unter dem Kinn. Eigene Hobelbank gebaut, Vorderzangenbank,

Der Sonntag ist heilig, man wird eingeladen und muss mit dem Abt andere Abteien besuchen. Beim Eintritt in die Pagode muss man die Schuhe ausziehen. Die Engländer, lange Zeit ungeliebte Herrscher Burmas, umgingen diese Vorschrift und ließen sich von den Einheimischen durch die Räume der Pagode tragen. An Eingang kann man ein Stück Blattgold kaufen und diese an den Budda anheften, Jedoch nur Männer, Frauen ist die Berührung von Buddastatuen (und von Mönchen) verboten.“

UND JETZT GEHT ES ANS LEBENSWERK

Es handelt sich dabei um eine Intarsienarbeit die einen Weltatlas darstellt. Äußere Maße: 4000mmx2600mm, Träger: Multiplexplatte mit Edelstahlrahmen und Verstärkungen. Ähnlich, wie bei der bekannten Darstellung des Saarlandes, werden hier bekannte und berühmte Bauwerke der Menschheit (Wahrzeichen) mit DIN A4 großen Intarsienbildern dargestellt, ( Tower Brigde, Golden Gate, Ancorwatt, Machu Pichu,Ceops Pyramiden mit Sphinx usw.)

Voraussichtliche Fertigstellung des Kunstwerkes Ende 2018, Aufwand ca.  2000 Arbeitsstunden.

 

Aber erst ab morgen, heute wird gefeiert.

 

Im Herbst 2017

Rainer Kuhn

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