Martin Steinert tourt mit seinem Kunstprojekt „wooden cloud (deutsch: hölzerne Wolke) – die Architektur der Wünsche“ durch die Metropolen der Welt. St. Petersburg, Berlin, Paris… „Es ist ja nur logisch, dass er dazwischen in Quierschied Station macht“, scherzte Quierschieds Bürgermeister Lutz Maurer am vergangenen Donnerstagabend.

In der Tat war der Saarbrücker Künstler am Donnerstag, den 30. November 2017, im neuen Veranstaltungssaal „Q.lisse – Haus der Kultur“ zu Gast. Dort stellte er zusammen mit Mathilde Nodenot und Fotograf André Mailänder sein neues Buch „Ich wünsche: Mehr gesunden Menschenverstand – wooden cloud Berlin“ über das Gastspiel der „wooden cloud“ in Berlin vor. In gemütlichem Ambiente lauschten knapp 200 Zuhörerinnen und Zuhörer Steinerts Lesung aus seiner verschriftlichen Dokumentation, die unter anderem die bürokratischen Hürden und sonstige Banalitäten rund um die Installation der „wooden cloud“ in Berlin lebhaft Revue passieren lässt. Im Anschluss ließen die Besucherinnen und Besucher die auf zwei Leinwänden vorgeführten Dokumentarfilme auf sich wirken.

„Die Bedeutung der wooden cloud ist tiefsinnig und vielfältig. Sie fasst den aktuellen Zeitgeist in physische Gestalt dar und liefert nicht nur ein beeindruckendes Bild, sondern macht den damit ergriffenen Raum zum erlebbaren Gemeinschaftsprojekt. Ich bin schon auch etwas stolz, dass das Foyer unserer Q.lisse ein Kunstwerk von Martin Steinert und ein wunderschönes Foto von André Mailänder schmückt“, sagt Bürgermeister Lutz Maurer.

Hintergrund:

Martin Steinert: Der Künstler wurde 1959 in Saarbrücken geboren. Von 1979 bis 1981 erlernte er in einem saarländischen Bildhauerbetrieb die Bildhauerei. Zwischen 1981 und 1985 studierte er Kunstgeschichte an der Universität des Saarlandes und von 1984 bis 1987 führte Steinert eine Galerie für zeitgenössische Kunst in Saarbrücken. Seit 1988 ist er freischaffender Bildhauer, der sein Atelier zwischen 1999 und 2007 in der Alten Kapelle in Sulzbach hatte. Seit 2009 befindet sich sein Atelier im KuBa am Eurobahnhof in Saarbrücken. Seit einigen Jahren bilden raumgreifende Installationen aus Holzstäben den Schwerpunkt der künstlerischen Arbeit von Martin Steinert. Abstrakt figurative Formgebung sowie die Ambivalenz aus monumentaler Präsenz und zerbrechlicher Vergänglichkeit sind Merkmale dieser meist temporär angelegten Gebilde im öffentlichen Raum. Die raumästhetische Prägung einer fest gefügten Umgebung soll dabei über die tatsächliche Standdauer der Skulptur hinaus wirken.

„wooden cloud“: An jeweils markanten und stark frequentierten Plätzen der Städte werden monumentale Installationen aus tausenden Holzlatten entstehen. Bisherige Stationen: Saarbrücken, St. Petersburg und Berlin, Paris steht als nächste Stationen bereits fest. Das Besondere an der „wooden cloud“ ist die Einbeziehung der Menschen. Zuschauer und Passanten werden eingeladen, ihre ganz persönlichen Wünsche, Hoffnungen oder Ängste auf die einzelnen Holzlatten zu schreiben, bevor sie in die Installation eingebaut werden. So wird jede Installation zu einer Momentaufnahme der gesellschaftlichen Befindlichkeit, zu einem Manifest!

Im Internet:

www.woodencloud.de