Heinz Andes – eine Würdigung

Heinz Andes während des Herbstmarktes im Oktober 2016 in Altenwald. Foto: Birgit Kuhn

„Was für ein Leben!“ werden nicht wenige denken, die Heinz Andes kennengelernt haben. Die Ehrfurcht vor dem Mann rührt nicht daher, dass er ein geradezu biblisches Alter erreicht hat. „Er war eine Respektperson!“ sagt Willi Gehring, der ehemalige CDU Landtagsabgeordnete und Ex-THW-Präsident zu dem Mann, dessen Wurzeln in Schnappach liegen.

Dort wurde er am 28.1.1915 geboren, nicht als Saarländer, sondern als Bayer, denn Schnappach gehörte damals noch zu St. Ingbert und das war bayrisches Gebiet. Als Kind lehrte ihn der berühmte Schnappacher Künstler Fritz Zolnhofer das Lied über die „Schnappacher Buwe“, das er auch im hohen Alter im wieder gerne vortrug. In seinem ehemaligen Wohnzimmer, in dem uns seine Tochter Ulrike empfing, steht noch immer ein Foto von einem Gauturnfest in den 30er Jahren, worauf er als Fahnenträger zu sehen ist. Dann kam bald der Krieg und die Hochzeit mit Ehefrau Erika, die leider vor drei Jahren verstorben ist.

Nach dem Krieg ging er zur Grube, arbeitete erst untertage, später dann nach einem Unfall in der Verwaltung. Auch im Vereinsleben hinterließ er seine Spuren, ganz besonders im Haus- und Grundeigentümer-Verein, wo er jahrzentelang im Vorstand mitwirkte. Später wurde er sogar zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Heinz Andes hat die Welt immer aus einem positiven Blick heraus betrachtet. Nur so ist es überhaupt möglich, dass er trotz Silikose fast 103 Jahre alt wurde. Und er hatte immer ein Späßchen auf den Lippen: „Ich bin jetzt schon länger in Rente als ich gearbeitet habe.“ sagte er manchmal augenzwinkernd.

Heinz Andes hinterlässt eine Tochter, die den Vater bis zuletzt unterstützt und gepflegt hat. Dafür hat sie auch die Pflegemedaille erhalten, die sie zuerst nicht annehmen wollte, „Die steht mir nicht zu.“ hatte sie zu sich gesagt. Für sie war es selbstverständlich, dass sie sich um ihre Eltern kümmerte.

„Am Ende wurde er immer schwächer.“ erzählt uns Ulrike Andes-Paul von ihrem Vater, der „von allem ein klares Bild hatte.“ Bis zuletzt war er geistig voll anwesend und schaute beispielsweise regelmäßig die politischen Talkshows. Am 11. Dezember ist er gegangen. Er wird in den Gedanken vieler Menschen einen Ehrenplatz erhalten.

„Ich war Heinz Andes von Kindheit an sehr verbunden. Deswegen ließ ich es mir nicht nehmen, ihm zum 99., zum 100., zum 101. und zum 102. Geburtstag eine Torte zu überreichen. Er wird mir immer in Erinnerung bleiben.“

Andreas Schmitt
Bäckerei Schmitt, Altenwald

Lesen Sie auch:

Heller Bau und Heller Bedachungen: Die Teamplayer