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Marcus Imbsweilers „Fjordmusik“ in der Stadtbücherei

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Marcus Imbsweiler bei seiner Lesung in der Stadtbücherei St. Ingbert (Foto: Jürgen Bost)

Marcus Imbsweiler präsentierte nach der Premierenlesung in der Aula der Universität  Heidelberg beim St. Ingberter Literaturforum (ILF) sein neustes Buch. Dieses Mal handelte es sich jedoch nicht um einen Band aus seiner erfolgreichen Regionalkrimireihe um einen Heidelberger Privatdetektiv, denn seine Figur  Max Koller wurde nach acht  Bänden in „Rente“ geschickt, sondern um etwas ganz Besonderes: „Fjordmusik – Ein Sommer in Norwegen“, seinen aktuellen Titel.

Der im St. Ingberter Conte-Verlag erschienene  Roman erzählt von der   Orchesterreise eines deutschen Studentenorchesters in das Land der Mitternachtssonne am Rand Europas. Die Fahrt zu den Fjorden und Elchen wird dabei zu einer außergewöhnlichen Reise nicht nur in die intrigenreiche Musikszene und die eindrucksvollen skandinavischen Landschaften, sondern  auch zu den Irrungen und Wirrungen der menschlichen Gefühlswelt.

ILF-Sprecher Jürgen Bost begrüßte die Zuhörer und präsentierte seine Recherchen zur Biografie und zum Schaffen Imbsweilers, wobei er insbesondere den Dreiklang von klassischer Musik, Laufleidenschaft und literarischer Gestaltung herausstellte. Marcus Imbsweiler, 1967 in Saarbrücken geboren, wuchs in Limbach bei Homburg auf. Sein breit aufgestelltes Studium der Germanistik, Geschichte, Philosophie und Musikwissenschaften absolvierte er zunächst in Tübingen, dann in München und Heidelberg, wo er heute noch lebt. Neben seiner Tätigkeit als Verfasser von Kurzgeschichten und Romanen  – unter anderem hat er zwischen 2010 und 2013 drei Bände über Größen aus der Musikwelt veröffentlicht  ist Marcus Imbsweiler als freier Musikredakteur mit einem vielfältigen Aufgabenspektrum tätig und zudem als Marathon- und Langstreckenläufer erfolgreich. Er siegte in drei aufeinander folgenden Jahren beispielsweise beim Frankfurter Bücherlauf.

Der Autor übernahm sodann das Wort und erzählte, wie es zu dem Buch kam. Marcus Imbsweiler skizzierte die unwahrscheinliche Ausgangssituation, die seine Hauptgestalt Ole vor viele Herausforderungen stellt, nämlich die Einladung zur musikalischen Nordlandfahrt, die Erwartung an sein fußballerisches Können und die zarte Liebe, die seine sympathische Hauptfigur für die Geigerin Ann empfindet. So gab er einen präzisen Überblick über die Protagonisten, zeichnete gekonnt wesentliche  Inhaltsfährten und führte virtuos in die Tonalität seines Romans ein.

Und dann begann Marcus Imbsweiler zu lesen. Seine warme, volle Stimme füllte den Raum. Eine gelöste Atmosphäre von innerer Ruhe und konzentrierter Spannung baute sich auf,  wobei  der Autor immer wieder den Dialog mit den Anwesenden suchte, um sie in seine Darbietung des Erzählverlaufs einzubinden. Insbesondere ließ er das Auditorium teilhaben an der komplexen Verknüpfung von erhabener Landschaft, vieldeutiger Natur und beglückender Musik. So kam auch ein sperriges Thema wie die Welt der klassischen Musik wunderbar leicht und locker herüber.

In der anschließend von Jürgen Bost moderierten Fragerunde ging es vor allem um eben diese Sphäre kulturellen Lebens, seine Tätigkeit als freier Musikredakteur,   aber auch um den Schreibprozess und weitere literarische Werke Marcus Imbsweilers. Nach gut zwei Stunden  löste sich die Runde auf, und  ein gelungener sehr unterhaltsamer Abend hatte seinen Abschluss gefunden.

Jürgen Bost äußerte sich noch zu künftigen ILF-Projekten: Nach der Sommerpause des Literaturforums werde  Klaus Brabänder mit seinem aktuellen  Krimi „GegenWind“ eine erste musikalisch umrahmte Lesung bestreiten. Der bereits vierte Fall der Saarlandkrimi-Reihe führt Hauptkommissar „Josch“ Schaum darin zum Baumwipfelpfad nach Orscholz, wo er es mit einem Serienkiller zu tun bekommt. Weitere Projekte zu Autoren aus der Großregion und interessanten Neuerscheinungen seien bereits in der Planung.

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