Start Panorama Vom „Ess-Eck“ zur „Tafel“ – Mehr als Hilfe zum Überleben

Vom „Ess-Eck“ zur „Tafel“ – Mehr als Hilfe zum Überleben

Foto: Wolfgang Willems

Vor gut zwei Jahren wurde im Sulzbacher Rathaus darüber diskutiert, wie armen Menschen zu helfen sei. Und das sollte nicht erst später, sondern sofort sein. „Wer könnte das machen“, fragte Bürgermeister Michael Adam. „Frag’ mich doch“, sagte daraufhin die Linken-Stadträtin Marliese Stay. Und der Bürgermeister fragte. „Ei dann mach’ ich’s doch“, sagte die  Rentnerin aus Neuweiler. 

Das Ziel war, eine Tafel-Organisation in Sulzbach auf den Weg zu bringen. Vereinsgründung und andere Formalien brauchten jedoch Zeit, worauf die Stadt mit der tafel-ähnlichen Organisation Ess-Eck in die Bresche sprang. Stay organisierte mit sechs weiteren freiwilligen Helferinnen in Verbindung mit der Tafel Saarbrücken haltbare Lebensmittel zur Verteilung. Die Stadt stellte Räumlichkeiten zur Verfügung.

Viel Lob und Anerkennung gab es jetzt für das Team vom Ess-Eck, denn mit einer letztjährigen Vereinsgründung und Anerkennung vom Tafel-Bundesverband konnte Bürgermeister Michael Adam „seine“ Organisation an den Tafel-Verein Sulzbach-/Fischbachtal übergeben. 

Optisch fand der Wechsel vom Ess-Eck zur Tafel Ausdruck durch die Übernahme eines Modell-Häuschens. Rund 400 Bedarfsgemeinschaften und Einzelpersonen aus Dudweiler, Friedrichsthal, Quierschied und Sulzbach werden jetzt von der Tafel wie bisher im Ess-Eck mit Lebensmitteln aller Art versorgt. 

Rita Lampel-Kirchner als Vorsitzende der Tafel Sulzbach-/Fischbachtal machte deutlich, dass man nun als offizieller Partner von Supermärkten und anderen Geschäften Lebensmittelspenden entgegen nehmen kann. Geöffnet ist die Tafel in der Auguststraße (Rückgebäude früheres Kirner Eck) dienstags von 11 bis 14 Uhr. Nach Vorlage eines entsprechenden Rentenbescheides oder einer Bescheinigung vom Jobcenter erhalten bedürftige Menschen eine Versorgung mit frischer und haltbarer Nahrung. 

Der evangelische Pfarrer Ulrich Hammer, Tafel-Vorstandsmitglied in Sulzbach, stellte jedoch fest: „Am Besten wäre es allerdings, wenn wir gar keine Tafel bräuchten.“