Start FCS FCS: Ein bisschen Arschwackeln reicht halt nicht

FCS: Ein bisschen Arschwackeln reicht halt nicht

Kurz nach Abpfiff kam ein Betreuer von Progrès Niederkorn auf Dirk Lottner und bat um ein gemeinsames Foto. Wer diese Situation ohne das gerade beendete Spiel gesehen hätte, wäre auf den Gedanken gekommen, dass das Saarbrücker „Starensemble“ den Luxemburgern soeben die Körner geklaut hätte. Die Realität sah indes anders aus: Mit einigem Glück schlichen die Saarbrücker mit einem Unentschieden vom Platz. Gewonnen hatten diejenigen, die heute nicht dabei waren.

Das Saarbrücker Trainerteam hatte auf die Spieler gesetzt, die am Mittwoch bei dem Test gegen die luxemburgische Nationalmannschaft nicht oder nur kurz zum Einsatz gekommen waren. So stand diesmal Daniel Batz zwischen den Pfosten. Eine Viererkette bestehend aus Sascha Wenninger, Oliver Oschkenat, Marco Kehl-Gomez und Alex Mendy bildete die Abwehr. Die Mittelfeldreihe formierten José-Pierre Vunguidica, Lukas Qurin, Marco Holz und Markus Mendler und in der Spitze agierten Marcel Carl und Gillian Jurcher.

Es ging auch gleich so los, wie man es sich erwartet hatten. Der FCS brachte den Ball mit Elan nach vorne, setzte den Gegner konsequent unter Druck und erzielte folgerichtig bereits nach 6 Minuten das 1:0 durch Marcel Carl, der einen Abpraller des Niederkorner Torhüters verwertete. Das 2:0 fiel nach einem Freistoß von Mendler, der den Ball in den Strafraum zirkelte, wo ihn zunächst Marco Kehl-Gomez mit dem Kopf erwischte. Ins Tor lenkte ihn jedoch ein Gegenspieler von Progrès Niderkorn, 2:0 nach 21. Minuten.

Das Ergebnis täuschte jedoch bereits jetzt darüber hinweg, dass das zentrale Mittelfeld und die Abwehr weit von ihrer gewohnten Leistung entfernt waren. Oschkenat verschuldete mit einem riskanten Rückpass fast einen Gegentreffer, Lottner musste andauernd ins Mittelfeld rufen, um seine Spieler zu positionieren. Unterdessen kamen die Niederkorner regelmäßig zu Chancen. Eine lange flanke von links verwandelte schließlich Marvin Martins in der 37. Minute per Kopf. Das 3:1 schenkten die Luxemburger den Gastgebern: Mendy brach von rechts in den Strafraum und wurde unsanft von den Beinen geholt. Den fälligen Elfmeter versenkte Markus Mendler trocken.

Dirk Lottner konnte gegen Niederkorn wertvolle Erkenntnisse sammeln, positiver Natur waren diese allerdings nicht.

Nach der Pause durfte Nino Miotke für Oliver Oschkenat ran. doch die Fotografen, die sich in der Nähe des Niederkorner Tors postiert hatten, verhungerten an diesem Samstag. Das Spiel verlagerte sich fast komplett in die Saarbrücker Hälfte. Um den Spielfluss wieder herzustellen, stellte Dirk Lottner auf Dreierkette um, doch es verbesserte sich nichts. Niederkorn besaß nun eine Reihe von 100-prozentigen, die allerdings kläglich vergeben wurden. Dafür halfen dann aber die Gastgeber aus: Zuerst vollendete Marco Holz (84. Minute), dann setzte Nino Miotke den Schlusspunkt in der letzten Minute. Beides waren sicherlich etwas unglückliche Aktionen, doch sie stellten letztlich den längst verdienten Ausgleich für die progressiven Luxemburger.

Fazit: Kopfschüttelnd verließen viele Fans das Sportfeld. Das Spiel hat Skepsis aufkommen lassen, ob die Mannschaft verstanden hat, worum es in den kommenden Wochen bis Mai geht. Sicher ist allerdings auch, dass der Großteil derjenigen, die heute einen wirklich schwachen Tag erwischt haben, in der nächsten Woche nicht in der Startelf stehen werden. Für Sie gab es eine Nachricht ihres Sportdirektors Marcus Mann: „Mit ein bisschen Arschwackeln geht es halt nicht.“ Eine bessere Zusammenfassung kann man für dieses Spiel wohl nicht geben.

Sehen Sie hier unser Interview mit Marcus Mann:

Marcus Mann resümiert die Vorbereitung.