Start Kultur WERWOLF in der Alten Feuerwache

WERWOLF in der Alten Feuerwache

Foto © Martin Kaufhold

Ein „Werwolf“ verunsichert ab Samstag, 30. März 2019 eine Kleinstadt in der Alten Feuerwache! Das Publikum wird zum Kleinstadt-Bewohner und rätselt über die Frage, ob der Star-Pianist des Ortes  tatsächlich ein Werwolf ist. Und plötzlich wimmelt es in dem Ort nur von Werwolf-Experten, die Gerüchte verbreiten und sich auf die Lauer legen… Schauspieldirektorin Bettina Bruinier inszeniert das Stück, das die renommierte Autorin Rebekka Kricheldorf extra für das Saarländische Staatstheater geschrieben hat. „Der Zuschauer darf sich auf Spannung, Thrill und Suspense einstellen, aber auch auf Witz und Groteske“, erklärt Horst Busch, der die Inszenierung dramaturgisch betreut.  Und weiter verrät er: „Die Bühne wird zu einem großen Irrgarten!“ 

Das Leben in der kleinen Gemeinde Moosberg verläuft ruhig und beschaulich. Zwar feiert man einmal im Monat die traditionsreiche Vollmond-Bier Sause der lokalen Brauerei, doch ansonsten genießt man die Ruhe und den eigenen Garten. Besonders stolz ist man auf den neuen Nachbarn Alfred Brüggeman, den Starpianisten mit Weltruhm. Mit Frau und Tochter ist er in die Stadt gezogen. Seine großzügigen Spenden füllen die Gemeindekasse. Mal finanziert er einen Fußballplatz, dann lässt er ein neues Gemeindezentrum bauen. Auch die alte Kirche hätte nicht saniert und so manches soziale Projekt nicht verwirklicht werden können. Doch dann passiert das Unheimliche. Eine Frau wird tot im Moosberger Forst aufgefunden. Der Lokalsender berichtet von einem Wolfsrudel aus Brandenburg. Die Kripo ermittelt und schon bald melden sich zahlreiche, selbsternannte Experten zu Wort. Der eine will was gesehen, der andere etwas gehört haben und jeder entwirft seine ganz eigene Theorie von dem, was da geschehen ist. In der sonst so friedlichen Gemeinde brodelt die Gerüchteküche und so mancher baut sich seine eigene kleine relative Wahrheit. War es wirklich ein Wolfsrudel oder treibt nicht vielmehr ein Werwolf sein Unwesen?

Pointiert und mit großem sprachlichen Witz nutzt Rebekka Kricheldorf in ihre eigens für das Saarländische Staatstheater geschriebenen Groteske die Mythen des Fantasie-Genres um unsere Faszination für das Dunkle, Wilde und die menschlichen Abgründe auf’s Korn zu nehmen. Auf einer anderen Ebene geht es aber auch um gesellschaftliche Verdrängungs- und Manipulationsmechanismen, sowie unsern Umgang mit Klischees und ihren Vermarktungsstrategien.

Werwolf (Uraufführung)

Eine Mythengroteske von Rebekka Kricheldorf

Premiere Samstag, 30. März 2019, 19.30 Uhr, Alte Feuerwache

R Bettina Bruinier B Mareile Krettek K Franziska Isensee M David Rimsky-Korsakow

D Horst Busch

Mit Barbara Krzoska, Christiane Motter, Verena Bukal; Sébastien Jacobi, Thorsten Loeb, Philipp Weigand, Raimund Widra; Rick Henry Ginkel (Piano), David Kirchner (E-Gitarre)