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Digitalisierung im Job stresst Beschäftigte

Guido Ernst (M., BARMER) mixt Michael Hilgert (FYB-ACADEMY) und Karina Freude (lebensfreude gesundheitsmanagement) einen Smoothie mit einem Smoothie-Bike. Foto: BARMER/C. Schu

Betriebliches Gesundheitsmanagement wird wichtiger

Saarbrücken, 8. April 2019 – Die Digitalisierung des Arbeitslebens birgt gesundheitliche Risiken. Das geht aus einer Studie der Universität St. Gallen im Auftrag der BARMER hervor, die die Krankenkasse beim Unternehmerforum „Netzwerktreff“ im Victor’s Residenz Hotel Saarbrücken präsentierte. „Noch nie war es für Arbeitgeber so wichtig wie heute, über betriebliches Gesundheitsmanagement sowie Maßnahmen zur Stressprävention und Stärkung der psychischen Gesundheit ein positives Arbeitsumfeld schaffen“, sagte Guido Ernst, Hauptgeschäftsführer der BARMER vor Vertretern der saarländischen Wirtschaft.

Digitalisierung der Arbeit führt immer öfter zu Burnout

Durch die Digitalisierung entsteht laut Studie in vielen Branchen der Druck, schneller zu arbeiten und sich ständig fortzubilden. Besonders oft davon betroffen sind Führungskräfte, jüngere Berufstätige, Männer sowie IT- und naturwissenschaftliche Berufe. Ernst betonte: „Der Grad der Digitalisierung beeinflusst die Zahl der Krankentage kaum. Zugleich zeigt die Studie, dass Digitalisierung immer öfter zu Burnout und Konflikten zwischen Arbeit und Familie führt.“ Wer digitale Medien wie das Diensthandy privat nur selten nutze, sei seltener emotional erschöpft. Führungskräfte würden eine besondere Verantwortung gegenüber ihren Mitarbeitern bei der Digitalisierung der Arbeit tragen.

Betriebliches Gesundheitsmanagement mit Emotionen und Spaß

„Betriebliches Gesundheitsmanagement braucht mehr als Vernunft und erhobene Zeigefinger, denn alle wissen, wie wichtig Gesundheit ist und was für sie getan werden muss und kann“, sagte Karina Freude vom Saarbrücker Unternehmen „lebensfreude gesundheitsmanagement“. Mitarbeiter bräuchten Motivation und Anreize wie Spaß, Gemeinschaftserlebnisse und eine emotionale Berührung, um nachhaltig ihre Gesundheit zu fördern. Geeignet seien etwa Firmenolympiaden, bei denen Abteilungen und Teams im Wettkampf um das gesündeste Verhalten gegeneinander antreten. Ratsam sei auch der Einsatz von Blickfängen wie Smoothie-Bikes. Das sind unbewegliche Fahrräder, bei denen ein Mixer mit den Pedalen verbunden ist. Smoothies sind aus frischem Obst, Gemüse und Fruchtsäften gemischte Getränke.

„Wege aus der Stressfalle“

Tipps für Wege aus den Stressfallen der Berufswelt gab Michael Hilgert, Inhaber der FYB-ACADEMY mit Sitz in Neunkirchen. Mit seinem Projekt „Wege aus der Stressfalle“, bietet er individuelle Stresspräventionsmaßnahmen für Einzelpersonen und Unternehmen. Hilgert sagte: „Das Gehirn lernt nur, wenn es dabei Spaß hat. Gute Konzepte gegen Stress in der Arbeitswelt ermöglichen Arbeitgebern mit Spaß in die Gesundheit ihrer Mitarbeiter und damit auch in ihre Unternehmen zu investieren.“ Im Mittelpunkt der betrieblichen Maßnahmen stehe der einzelne Mensch. „Wer als Unternehmen langfristig Erfolg haben will, muss die Menschen im Unternehmen mit Lebensqualität ausstatten. Nur gesunde Mitarbeiter sind motivierte Mitarbeiter“, betonte Hilgert.