Start FCS FCS: Grottenkick gegen Walldorf und Machtwort des Präsidenten

FCS: Grottenkick gegen Walldorf und Machtwort des Präsidenten

Nach den Geschehnissen der beiden vergangenen Tage sollte heute mal wieder der Fußball und nicht das Dauermobbing gewisser „Medienvertreter“ gegen den Saarbrücker Trainer im Vordergrund stehen. Doch vorab: Er schaffte es nicht, der Fußball. Denn das, was sich dort bei strahlendem Wetter auf dem Grün abspielte hatte mit der schönsten Nebensache der Welt bestenfalls formal etwas zu tun.

Dirk Lottner hatte seine Mannschaft massiv umbauen müssen. In der Abwehr fehlten Steven Zellner und Alex Mendy, die durch Nino Miotke und Sascha Wenninger ersetzt wurden. Kehl-Gomez und Mario Müller ergänzten die Defensive. Im Mittelfeld erhielt Holz den Vorzug vor Perdedaj, ansonsten starteten Tobias Jänicke, Manuel Zeitz und Martin Dausch. Die Spitze musste komplett umgebaut werden, da Sebastian Jacob noch nicht vollständig wieder genesen ist und Jurcher aus disziplinarischen Gründen pausieren musste.

So begann die erste Halbzeit mit einem zögerlichen, von wenigen Ideen geprägten Spiel, das nur wenige Torchancen bot, zumindest für Saarbrücken. Die einzige hatte Eisele nach der Vorarbeit von Mittelfeldmotor Martin Dausch und Marcel Carl. Die Walldörfer, die im Kampf gegen den Abstieg in den letzten Wochen viele Punkte sammeln konnten, nutzten die Fehler der abermals schwachen Saarbrücker Abwehr und kamen zu zwei hundertprozentigen Chancen, die sie allerdings recht kläglich vergaben.

In der zweiten Halbzeit bemühten sich die Saarbrücker um mehr Ballkontrolle, so dass der Gegner vom eigenen Tor ferngehalten werden konnte. Doch die Offensive der Saarländer agierte plan- und kopflos und in den entscheidenden Situationen einfach auch nicht exakt genug. So blieb ein Lattenroller von Carl die beste Aktion der harmlosen Offensivabteilung, die zwischenzeitlich durch Franjic, Mendler und Vunguidica ergänzt worden war. Für sie gingen Dausch, Holz und Carl vorzeitig vom Platz. Bezeichnenderweise boten zwei Abschlüsse des heute neben Dausch noch am auffälligsten agierenden Rechtsverteidiger Sascha Wenninger dem knapp zweitausend Fans starken Publikum die besten Momente.

Fazit: Dass nach dem Theater, das in den letzten Tagen rund um das Team herrscht, heute kein Kantersieg gegen den wirklich schwachen FC Astoria Walldorf zu erwarten war, dürfte jeder Fan verstehen können. Auseinandersetzungen im Training, massive Angriffe auf Trainer Lottner, dann heute um 12 Uhr das Machtwort des Präsidenten, der zwar Lottner einen Freifahrtschein für die kommende Saison gab, aber nicht verkündete, wie mit den Intriganten innerhalb des Vereins umgegangen werden soll.

Bei Facebook und in den entsprechenden Foren steht die Frage im Vordergrund, welche Aufgabe der Präsident seinem Angestellten Dominique Rossi in Zukunft zumisst. Rossi ist nicht nur Redakteur des Ostermann-Blattes „forum“, er betreibt auch den Liveticker und verfasst die Facebook-Live-Beiträge des 1. FC Saarbrücken. Hierbei ist zu hinterfragen, ob eine saubere Trennung zwischen Ostermann-Gruppe und dem 1. FC Saarbrücken möglich ist. Während Pressekonferenzen agiert er offensichtlich in zwei Funktionen gleichzeitig. Wenn eine solche Person – gespickt mit Informationen aus dem Verein und mit dem mächtigen Präsidenten und Hauptsponsor im Rücken – über Wochen versucht, den Trainer öffentlich schlecht zu schreiben, dann müsste zumindest der Verein die Kraft und „Eigenständigkeit“ besitzen, sich von einer solchen Person zu trennen.

Marcus Mann, an den Vorgängen durch unzweideutige Zitate beteiligt, besass wenigstens den Anstand vor den SR-Kameras öffentlich einzugestehen, dass das Verhalten gegenüber dem Trainer falsch gewesen sei und dass er dies bedauere. Dass diese Einsicht erst nach der Entscheidung des Präsidenten durchdrang, lässt vermuten, dass der Burgfrieden brüchig ist. Die Kommunikation zwischen Mann und Lottner hat in den letzten Wochen offensichtlich nicht stattgefunden, wie der Trainer ja schon gestern im Interview beklagte.

Dieter Ferner war heute nicht an seinem Stammplatz zu finden. Auch sein Verhältnis zu Lottner gilt als gestört, seit er durch Befehl des Präsidenten gegen seinen Willen einen Zwei-Jahres-Vertrag mit dem Meistertrainer schließen musste. Ferner hat offensichtlich auf eine Trennung gesetzt und mit Stefan Krämer schon einen Nachfolger in Petto gehabt, wie wir dem Rossi Artikel entnehmen können. Doch er musste heute erneut zusehen, dass nicht er als Sportvorstand die wesentlichen Personalentscheidungen bei 1. FC Saarbrücken trifft, sondern sein Präsident. Ob er diese Schmach so ohne weiteres hinnimmt? Man wird es sehen.

Lottner, der sein Schicksal mit einem beherzten wie offenen Interview bei saarnews in beide Hände nahm und die Missstände deutlich ansprach, wird sich nach Ostern daran machen müssen, die Scherben der letzten Wochen aufzusammeln und seine Elf dazu zu bringen, einen würdigen Saisonabschluss hinzulegen. Der Pokalsieg hat oberste Priorität. Er kann das Unternehmen nun gestärkt angehen.

Auch bei Ostermann kann man weiteren Handlungsbedarf sehen. Die lang angekündigte Vertragsverlängerung mit Geschäftsführer Fischer ist zumindest noch nicht offiziell vollzogen und damit seit Monaten überfällig. Gleiches gilt für Robert Roelofsen. Jetzt da klar ist, dass Dirk Lottner den FCS auch in der nächsten Spielzeit trainieren wird, dürfte diese Personalie ganz oben auf der Agenda stehen.

Sehen Sie hier unser Videointerview mit Mario Müller, der darin mit einer weiteren Ente Rossis aufräumt, sowie die Pressekonferenz nach dem Spiel: