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FCS: Blamage in Mainz

Stark ersatzgeschwächt führen die Saarbrücker nach Mainz. Eigentlich hätten also diejenigen Spieler, die ansonsten nicht zum Zuge kommen, an diesem Samstag die Möglichkeit gehabt, zu zeigen, dass der Trainer zu Unrecht auf sie verzichtet. Doch nicht nur für die Bankdrücker ging der Schuss nach hinten los: Der FCS blamierte sich in Mainz.

Die Anfangsformation musste ohne Mendy, Zellner, Dausch, Vunguidica, Mendler und Holz auskommen. Lottner schickte folglich neben Batz im Tor, Wenninger, Miotke, Kehl-Gomez und Müller in der Abwehr, Jänicke, Zeitz, Perdedaj und Franjic im Mittelfeld, sowie Jurcher und Jacob im Sturm aufs Feld. Nominal keine schlechte Mannschaft, doch was sich dann den ca. 500 mitgereisten saarländischen Fans bot, war harte Kost.

Denn die Mainzer spielten frech und unbekümmert auf, waren gedanklich wie körperlich immer einen Schritt schneller als die Gegenspieler in blau-schwarz. So dauerte es nur bis zur 10. Minute, bis der Ball im Tor zappelte. Es war der vor der Saison heiß begehrte Kalle Lappe, der die Verwirrung in der Saarbrücker Abwehr zum 1:0 nutzte. Wer nun gedacht hätte, die Saarländer hätten den Weckruf erhalten, der irrte. So schlecht die Koordination in der Abwehr funktionierte, so wenig lief nach vorne. Aus dem zentralen Mittelfeld kamen kaum Impulse und auch die Außen vermochten es kaum, den Sturm mit brauchbaren Bällen zu füttern. Dafür boten sich den Mainzern Kontermöglichkeiten, die dann auch zum 2:0 führten als Wenninger bei einem Angriff der Roten über deren rechten Seiten im Abwehrzentrum allein gelassen wurde und den Ball unglücklich ins eigene Netz lenkte.

Nach der Halbzeit agierten die Saarbrücker konzentrierter, gaben den Mainzern kaum noch Möglichkeiten, ihre Konter zu fahren. Doch die Dominanz konnte erst in einen Torerfolg umgemünzt werden, nachdem Lottner den heute gehemmt wirkenden Gillian Jurcher vom Platz nahm und für ihn Fabian Eisele brachte. Der konnte nach einer starken Szene des Kapitäns Fanol Perdedaj, der sich in den 5-Meter-Raum hineintankte und den Ball ins Zentrum spitzelte, wo der schwäbische Angreifer einschob. In der Folge gab es weitere kleine Chancen, aber nichts mehr wirklich Zwingendes für den FCS. Die Mainzer waren konsequenter: in der Nachspielzeit verwertete Bell Bell einen Pass, der die indisponierte FC-Abwehr erneut düpierte.

Fazit: Die 500 Fans, die heute den Weg ins Mainzer Bruchwegstadion auf sich genommen hatten, waren nicht zu beneiden. Es ist Ihnen hoch anzurechnen, dass sie trotz der zumindest in der ersten Halbzeit durch die Bank weg schwächsten Saisonleistung, ihr Team weiterhin anfeuerten. Nach Spielende, als sich die Spieler zur Tribüne quälten, kamen klare Ansagen. Eine starke Szene des Anhangs.

Morgen in der zweiten Ausgabe des Magazins Blau-Schwarz: Ein Interview mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden des 1. FC Saarbrücken, Prof. Dr. Frank Hälsig, zum Thema „Abgrenzung zwischen Verein und Ostermann-Gruppe“ und ein Vorausschau auf das Pokalspiel gegen Saar05.