Start Politik Digitale Desinformation: auch ein Thema im Saarland!

Digitale Desinformation: auch ein Thema im Saarland!

Die ARD berichtet am 23. Mai 2019 im Faktenfinder über den Wahlkampf auf Twitter unter dem Titel „Fake-Profile für die AfD“: http://www.tagesschau.de/faktenfinder/twitter-afd-101.html .

Der SWR meldete zuvor am 22. Mai 2019 über die Website der ARD: „Facebook sperrt Hunderte Fake-Profile“ http://www.tagesschau.de/investigativ/swr/europawahl-soziale-medien-105.html .

Bemerkenswert ist dabei, dass die Facebook-Aktivitäten der OB-Kandidatin der AfD für Saarbrücken in dem Beitrag eine exemplarische Rolle spielen. Demnach finden sich unter dem Namen der Kandidatin Laleh Hadjimohamadvali bei Facebook „vier persönliche Accounts, die untereinander verlinkt waren und teils identische Inhalte posteten.“ Bei einem anderen Lokalpolitiker fand das Rechercheteam der Initiative Avaaz „in der Freundesliste 22 Facebook-Profile, die Dubletten oder Fake-Profile sein sollen. Sieben der Profile wurden inzwischen gelöscht, nachdem Avaaz Facebook darauf hingewiesen hatte.“

Das kann man also alles wissen – und sollte es auch – wenn man sich fragt, wie die öffentliche Debatte auch in der Region durch intensive Nutzung sog. sozialer Medien geprägt wird. Leider fanden sich trotz der lokalen Bezüge weder bei SR-Online noch in der Saarbrücker Zeitung Hinweise auf die genannten Quellen oder gar zusätzliche, journalistisch aufbereitete Informationen. Dabei wäre es durchaus angebracht, auch einige weitere regionale Facebook-Profile und deren Akteure näher unter die Lupe zu nehmen.

Saarnews hat nicht die Manpower für vertiefende eigene Recherchen. Wir wollen aber unser Publikum zumindest auf diese Informationen Dritter hinweisen, gerade weil auch wir selbst uns im digitalen Raum bewegen. Vielleicht lassen sich ja auch die Kolleginnen und Kollegen weiterer Medien für das Thema sensibilisieren.

Sollten sich unsere Leitmedien im Saarland also doch noch des Themas annehmen wollen, empfiehlt ihnen unsere Redaktion als Hintergrund eine hervorragende Dokumentation der Bundeszentrale für politische Bildung, die ganz aktuell unter dem Titel „Digitale Desinformation“ kostenlos zum Download bereit steht: https://www.bpb.de/gesellschaft/digitales/digitale-desinformation/ .

 (red.)