Start Saar-Pfalz-Kreis Blieskastel Auch Bäume leiden unter der Hitze

Auch Bäume leiden unter der Hitze

Andreas Ternes und Bernhard Conrad sind hier gerade mit der digitalen Erstaufnahme städtischer Bäume befasst. Foto: Uwe Brengel

Die letzten Jahre mit ihrer ausgeprägten Trockenheit waren und sind für die gesamte Natur eine Zerreißprobe.

Auch die Bäume in der Biosphärenregion leiden unter den oft wochenlang anhaltenden Dürreperioden und werden durch den „Stress“ anfälliger gegen Krankheiten und Schädlinge wie den derzeit vielerorts erwähnten Borkenkäfer. Problematisch wird die Sachlage, wenn Pilze ins Spiel kommen, die bevorzugt geschwächte Bäume befallen. Im Zuge der Baumkontrollen ergibt sich dann oftmals leider nur noch die Notwendigkeit betroffene Bäume zur Aufrechterhaltung der Verkehrssicherheit zu fällen.  
Aktuelle Fälle im Stadtgebiet gibt es beispielsweise in der Alten Chaussee, in der eine Linde von dieser Maßnahme betroffen ist. An dieser wurde ein Pilzfruchtkörper, ein sogenannter Brandkrustenpilz festgestellt. Dieser verursacht eine Weiß- und Moderfäule im Stammbereich mit der Auswirkung, dass der Baum seine Standsicherheit verliert. Daher musste die Linde aus Sicherheitsgründen entfernt werden.

Des Weiteren sind aktuell von der Fällung einige kleine Pappeln an der Schutzhütte betroffen, ebenso eine Eiche in der Tiergartenstraße, eine weitere am ehemaligen Bahnhof in Brenschelbach sowie ein Ahorn in der Bierbacher Parkstraße. Die Arbeiten werden durch die Mitarbeiter der Forstabteilung erledigt. 

Bei der aktuell durchgeführten Erstaufnahme, im Zuge derer Bäume überprüft und digital erfasst werden, fiel dem Team um den FLL-zertifizierten Baumkontrolleur Andreas Ternes auch eine Linde auf, die eine große Höhlung mit Fäulnis im Stammbereich aufweist. „Allerdings zeigte sich bei eingehender Prüfung, dass diese erhalten werden kann“, so der Garten- und Landschaftsbaumeister. Im Herbst ist hierzu dann ein Rückschnitt der Krone erforderlich, um die Windlast zu reduzieren, die ansonsten die Schadstelle am Stamm belasten würde. Gerade die Überwachung und Abarbeitung solcher Fristen lässt sich nach der digitalen Erfassung des Baumbestandes zukünftig problemloser gewährleisten. 

Wenn die Möglichkeit besteht, Bäume zu erhalten, wird das auch unbedingt erwogen. In den wenigen Fällen, die eine Fällung erforderlich machen, wird für entsprechende alternative Bepflanzungen gesorgt. Dies wird bereits seit mehreren Jahren so praktiziert. Die Bäume haben dann bereits eine Höhe von circa vier Metern. Die Alte Chaussee beispielsweise wird neue, robustere Winterlinden erhalten, bereits im Vorjahr wurden hier mehrere Exemplare gepflanzt. 

Bei der Wahl geeigneter Neupflanzungen stehen insbesondere zwei Kriterien im Vordergrund, zum einen eine hohe Resistenz bzw. Robustheit gegen Hitze, Trockenheit und Schädlinge, zum anderen ökologische Gesichtspunkte wie die Attraktivität für heimische Insekten. Vitale Bäume bewirken auch eine erhebliche Senkung des späteren Pflegeaufwandes. (ub)