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Eva Meloni: Willkommen im Club

Wie aus der Krankenschwester die Vereinswirtin Eva Meloni wurde

Nach 30 Jahren Arbeit als Krankenschwester wollte Eva Meloni etwas anderes. „Ich war schon zwei Jahre auf der Suche nach einer Veränderung…“ erzählt die neue Wirtin des Clubheims am Franzenhaus. Als einer Freundin dann plötzlich die Bedienung im Schützenhaus ausgefallen war, erklärte sie sich bereit, auszuhelfen: „Ich dachte ich probiere es einmal“. Also: Preisliste in die Hosentasche und los ging es. Das hat ihr offensichtlich gut gefallen und Bammel vor dem neuen Job hatte sie ohnehin nicht: Wer als Nachtschwester 30 Patienten bedie-nen muss, der kommt auch in einer Gaststätte zurecht. 

Dann kam ihr zu Ohren, dass die Sportvereinigung eine/n Pächter/in für das Clubheim suchte. Obwohl Sie das noch nie gemacht hatte, erkundigte sie sich einmal ganz neutral nach den Konditionen. Und nach dem der Verein bereit war, gewisse Konditionen zu erfüllen, wie die Renovierung der Küche, hat Eva Meloni „Ja“ gesagt. Schließlich ist das Risiko übersichtlich, denn Krankenschwestern werden gesucht. Sollte es also nicht so gut laufen, könnte sie immer wieder in ihren alten Beruf zurückkehren.

Zuerst musste sie das Vereinsheim und den Dienst im Krankenhaus paralell absolvieren, da ihr Arbeitgeber sie nicht vorzeitig aus dem Vertrag lassen wollte. Mittlerweile hat sie sich die Unterstützung von zwei Angestellten gesichert. „Das sind alte Hasen, von denen ich viel lernen konnte!“ lacht sie, „Alle sind zufrieden – besonders ich!“.

Das kann sie vor allem deshalb sein, weil es genug zu tun gibt. Das Vereinsheim öffnet täglich ab 16.00 Uhr. Die 1. Mannschaft trainiert dreimal wöchentlich, dazu die zweite und die Jugendmannschaften. Auch die „Zwett“ vom FC ist zweimal in der Woche am Franzenshaus aktiv. Hinzu kommt die gute Unterstützung, welche die Sportvereinigung aus dem Ort heraus erhält. An den Spieltagen wandern nicht selten bis zu 400 Leute die Holzer Straße hinauf, um ihrem Verein die Daumen zu drücken und anschließend – hoffentlich – auf den Sieg anzustoßen. Dann rotieren Eva Meloni und ihr Team im Vereinsheim. 

Die Collage ist ein Geschenk der Mannschaft der Spvvg. Quierschied an ihre Vereinswirtin

Daneben gibt es immer Feste und Veranstaltungen, Beerdigungen, Geburtstage und Hochzeiten, die für zusätzlichen Betrieb sorgen. „Wenn es gewollt ist, koche ich auch gerne“ sagt sie, allerdings nur auf Vorbestellung. Samstags findet man im Vereinsheim regelmäßig ein umfangreiches Kuchenbuffet – alles selbst gebacken, selbstverständlich. Und für den 31. Oktober, Halloween, ist ein Dartturnier in Planung. Dann wird das Heim halloweenmäßig geschmückt und es kann los gehen…

Eva Meloni ist offensichtlich gut angekommen in der Männerwelt „Vereinsheim“. Sie wird akzeptiert, was wohl auch daran hängt, dass „ich schon mal auf den Tisch hauen kann“. Ihr war von vorne herein bewußt, dass sie als Frau, die noch nie wirklich in der Gastronomie gearbeitet hat, im Fokus steht. Doch die Akzeptanz ist da und die Sportler haben das auch schon mit einer tollen Collage dokumentiert, die nun das Vereinsheim schmückt.

Und woher kommt der Name? Da schmunzelt sie. „Ich war einmal mit einem Italiener verheiratet“. Ihr Geburtsname lautet Leitinger. Vor der Scheidung hatte sie sich gerade einen neuen Pass und Perso machen lassen. Also, was soll´s. Außerdem sagt sie: 

„Den Namen habe ich mir hart erarbeitet. Den behalte ich!“