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Klinikum Saarbrücken: Auf dem Weg zurück ins alte Leben

(v.l.): Michelle Leist, Gesundheits- und Krankenpflegeschülerin mit Fachweiterbildung Intensivmedizin und Anästhesie, Mohamed Ait el Moqaddam und Mona Fröhlich, stellvertretende Stationsleitung der Intensivstation 10. (Foto: Klinikum Saarbrücken)

Ein 38-jähriger Franzose aus Stiring-Wendel kämpfte sich auf der Intensivstation des Klinikums Saarbrücken zurück in sein altes Leben: Nach einem Herzkreislaufstillstand während eines Fußballspiels starteten seine Freunde vor Ort die Herzdruckmassage, bis der Notarzt die Reanimation übernahm und ihn ins Cardiac Arrest Center des Klinikums brachte. Nach zwei Wochen im künstlichen Koma freut sich Mohamed mit seiner Frau und den beiden Kinder auf seinen 39. Geburtstag – und darf heute die Intensivstation in Richtung Normalstation verlassen.

An den schlimmsten Moment seines Lebens hat er keine Erinnerung: Dass Mohamed Ait el Moqaddam heute so vor uns sitzt und in die Kamera strahlt, hätten weder Ärzte noch Pflegepersonal geglaubt. Der 38-Jährige aus Stiring-Wendel war am 20. Oktober in einer Indoor-Fußballhalle in Saarbrücken zusammengebrochen: Kammerflimmern. Zehn Minuten lang reanimierten ihn seine Freunde, eine Viertelstunde der Not-arzt – nach insgesamt 25 Minuten Herzdruckmassage fing das Herz des zweifachen Familienvaters wieder an zu schlagen. So konnte er ins eigens für solche Fälle eingerichtete Cardiac Arrest Center des Klinikums Saarbrücken transportiert werden – hier werden Menschen weiterbehandelt, die nach einem Herzkreislaufstillstand wiederbelebt wurden. 

Aktuell erholt er sich auf der Intensivstation des Winterbergs von den Folgen der Reanimation und der Narkose – erst vor fünf Tagen ist er aus dem künstlichen Koma aufgewacht. „Nun ist er auf dem Weg zurück in sein altes Leben“, freuen sich die Pflegekräfte auf der Station. An das, was vor drei Wochen während eines Fußballspiels passiert war, erinnert sich der Franzose selbst nicht: „Das ist auch besser so“, sagt Mohamed und blickt zu seiner Frau Hanan, die ihn jeden Tag auf der Intensivstation besucht. „Es war für uns alle ein riesiger Schock“, sagt die 30-Jährige und meint damit insbesondere den vierjährigen Sohn und die zweijährige Tochter. Die beiden können den Papa aktuell nur über kleine Videobotschaften sehen. Aber im Moment sieht es ganz danach aus, dass die ganze Familie Ende des Monats gemeinsam Mohameds 40. Geburtstag feiern kann. „Ich bin dankbar, dass ich das erleben darf“, sagt der gebürtige Marokkaner.

Neben der professionellen medizinischen Versorgung im Klinikum Saarbrücken hat die Reanimation durch Laien mutmaßlich das Leben des jungen Franzosen gerettet. Das Klinikum Saarbrücken macht sich genau wegen solcher Fälle stark für die Ausbildung von Laien in Wiederbelebungsmaßnahmen. Auf dem Winter-berg werden immer wieder kostenlose Reanimationskurse angeboten.

Den Leitspruch „Prüfen – Rufen – Drücken“ in die Köpfe möglichst vieler Menschen zu bekommen, liegt den Beschäftigten im Klinikum Saarbrücken sehr am Herzen. Das Klinikum Saarbrücken bietet Reanimationskurse für Laien an. Interessierte können sich jederzeit melden und die geplanten Termine erfragen: Sekretariat der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Tel.: 0681 963-2648,  jbellaire@klinikum-saarbruecken.de.