Foto: Günther Schwan-Feuerwehr

Ein kniffliges Übungsszenario bewältigten die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr St. Ingbert. An einem Übungsabend fuhren die Kräftedes Löschbezirks Hassel die Grundschule in Hassel an. Bereits bei der Anfahrt war realer Feuerschein und eine Rauchentwicklung zu erkennen. Simuliert wurde durch die Lagedarstellung ein Brand im Keller der Schule. Diesen bewältigten die Übungsteilnehmer standardmäßig nach Vorschrift. 

Foto: Günther Schwan/Feuerwehr

Doch dann änderte sich die Lage der Übung. Der Angriffstrupp unter schwerem Atemschutz stellte bei den Löscharbeiten fest, dass gefährliche Chemikaliengebinde – teilweise ausgelaufen – verteilt auf dem Boden im Keller liegen. Diese Lageänderung führte zum zweiten Teil des Szenarios. 

Ein Einsatzszenario mit gefährlichen Stoffen ist für einen Löschbezirk alleine nicht händelbar. Daher kamen die Spezialisten des ABC-Zuges Süd des Saarpfalz-Kreises zum Einsatz. Dieser Zug besteht aus Kräften der Freiwilligen Feuerwehr St. Ingbert, Blieskastel und Mandelbachtal. Zum Einsatz kommen die Spezialkräfte um atomare, biologische oder chemische Gefahren aufzuklären und abzuwehren. Für die Abwehr von chemischen Gefahren sind die Spezialkräfte mit Chemieschutzanzügen ausgestattet. So können Gefahrstoffaustritte eingedämmt und die Stoffe aufgefangen werden. Bei der Aufnahme der Stoffe und dem Verpacken sind die Kräfte speziell gefordert, da es jederzeit zu Reaktionen von ausgetretenen Laugen und Säuren kommen kann. Eine weitere Herausforderung stellt die abschließende Dekontamination der Beteiligten dar. In einer speziellen Wanne werden die Kräfte fachmännisch gereinigt, damit es nicht zu einer Verschleppung der Kontamination und zu einer Ausbreitung des Gefahrstoffs kommen kann.

Foto: Günther Schwan/Feuerwehr

Die zwei Einsatzkräfte unter den Vollschutzanzügen übten im dunklen Keller das Verpacken der gefährlichen Stoffe. Dies gestaltet sich grundsätzlich schwierig, da mehrere Paar Handschuhe übereinander getragen werden müssen. Dennoch müssen filigrane Arbeiten mit den Händen durchgeführt werden. Nach ca. 20 Minuten war der Einsatz beendet. Es folgte die aufwendige Reinigung, die unter realen Bedingungen bis zu 10 Minuten dauern kann.

Foto: Günther Schwan/Feuerwehr

Nicht nur die beiden Feuerwehrleute in den Anzügen hatten ihre Aufgabe. Die ca. 60 Feuerwehrleute auf dem Schulhof koordinierten den Einsatz, richteten einen abgesperrten Sicherheitsbereich ein, stellten Einsatzmaterial bereit, leuchteten den Bereich aus oder sorgten sich um das Management der Atemschutzgeräte.

Foto: Günther Schwan/Feuerwehr

Florian Jung, Pressesprecher der Feuerwehr: „Ein ABC-Einsatz ist immer material- personal- und zeitintensiv. Ziele der Übung waren die löschbezirksübergreifende Zusammenarbeit. Das Arbeiten unter den Schutzanzügen sowie deren An- und Ausziehen und die Abläufe drumherum. Diese Abläufe wurden bei der Übung erfolgreich trainiert.“

Die Kräfte des ABC-Zuges führen monatlich eine gemeinsame Übung wechselnd in den beteiligten Gemeinden durch.