Zukunftsbündnis Fachkräfte Saar will Fachkräftebedarf in den Bereichen Verkehr, Logistik und Baugewerbe sichern

Die Verkehrs- und Logistikbranche, sowie das Baugewerbe haben eine besondere Bedeutung für das Saarland. Die Beschäftigten sorgen dafür, dass sich das Rad der saarländischen Wirtschaft beständig weiter dreht: Vom Linienverkehr zwischen den Dörfern, über innovative Bauprojekte bis hin zum Transport von saarländischen Produkten nach Übersee. Gerade die Bedeutung der Verkehrs- und Logistikbranche wird aufgrund der Einbindung in neue Mobilitätskonzepte sogar noch zunehmen. Allerdings offenbart sich ein zunehmender Fachkräftemangel, der durch die Altersstruktur der Beschäftigten sowie den demographischen Wandel verschärft wird. 

Vor diesem Hintergrund haben sich im Rahmen des Zukunftsbündnisses Fachkräfte Saar (ZFS) Politik, Branchenvertreter, Wirtschafts- und Sozialpartner, sowie die Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit im Projektteam Verkehr und Logistik mit der Frage beschäftigt: Wie halten wir die Räder am Laufen – wie gewinnen wir Menschen für die vielfältigen Berufe dieser wichtigen Branche? Ein daraus resultierender Maßnahmenkatalog wurde am Donnerstag, 28. November, beim Treffen des ZFS diskutiert und verabschiedet. 

Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger: „Mit dem vorliegenden Maßnahmenkatalog folgen die Partner im Projektteam einem bewährten saarländischen Weg zur Problemlösung: Gemeinsam packen wir‘s! Jetzt gilt es, diese Maßnahmen in den kommenden Monaten gemeinsam zum Nutzen der Branche und den zukünftigen Beschäftigten umzusetzen.“ 

Ausgangspunkt für die Entwicklung des Maßnahmenkatalogs ist eine Betriebsbefragung im Projektteam, die die Bedarfe der Branche im Saarland ermittelt hat: Aktuell ist der Bedarf am höchsten im Güterverkehr, mittelfristig werden über alle Bereiche hinweg fast 600 Fahrer gesucht. Dies entspricht rund einem Viertel des heutigen Fahrpersonals.

Rehlinger: „In den kommenden Monaten und Jahren müssen viele abwechslungsreiche Arbeitsplätze neu besetzt werden. Vom Busfahrer über den Trucker bis hin zum Zugführer. Da eröffnen sich Chancen für viele Frauen und Männer, ob mit oder ohne Migrationshintergrund.“ 

Ein Schwerpunkt im Maßnahmenkatalog ist ein gezieltes Unterstützungsangebot für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) zur Steigerung der Arbeitgeber-Attraktivität ab 2020. Gerade KMU in der Verkehr- und Logistikbranche geraten immer mehr unter Druck, die benötigten Fachkräfte für sich zu gewinnen und zu halten. Hier setzt das neue Unterstützungsangebot an und gibt damit den Unternehmen wichtige Hinweise und Impulse zur Steigerung der eigenen Arbeitgeber-Attraktivität.

Das Demografie Netzwerk Saar koordiniert diese Maßnahme. Das sind unter anderem branchenbezogene Sensibilisierungsveranstaltungen und Workshops, aber auch individuelle Erstberatung. Diese sind für die KMU kostenfrei.

„Die Beschäftigung im Bereich Verkehr und Logistik ist in den letzten Jahren gestiegen und zeigt sich stabil. Qualifizierungen im Personen- und Güterverkehr führen regelmäßig zu guten Beschäftigungschancen. Unsere Beraterinnen und Berater in der Agentur für Arbeit sowie den Jobcentern beraten hinsichtlich individueller Qualifizierungsmöglichkeiten, Fördermöglichkeiten und im Rahmen der Arbeitsmarktberatung zu alternativen Besetzungsmöglichkeiten von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen“, so Heidrun Schulz, Chefin der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit.

Dr. Heino Klingen, Hauptgeschäftsführer der IHK Saarland: „Das Saarland befindet sich in einem gravierenden Strukturwandel. Um diesen bewältigen zu können, brauchen wir als exportorientiertes Industrieland in ganz besonderem Maße eine gut  funktionierende Verkehrs- und Logistikbranche. Deren Zukunftsfestigkeit steht und fällt mit einem hinreichenden Angebot an qualifiziertem Fahrpersonal. Die in dem Zukunftsbündnis Fachkräfte Saar beschlossenen Maßnahmen tragen dem Rechnung.“ 

Bettina Altesleben, DGB-Saar-Regionsgeschäftsführerin: „Die Abdeckung des Fachkräftebedarf in Gastronomie und den Bereichen Verkehr, Logistik und Baugewerbe wird nur mit ‚Guter Arbeit‘ gelingen. Die Arbeitgeberattraktivität wird für Beschäftigte, die sich für die jeweilige Branche entscheiden, ausschlaggebend sein. Deshalb arbeiten wir im Zukunftsbündnis Fachkräftesicherung Saar eng und zielgerichtet zusammen. Für mich als Gewerkschafterin gilt: Mit Tarifvertrag geht`s besser.“ 

Rehlinger: „Ich möchte mich besonders bei den Vertreterinnen und Vertretern des AGV Bau Saar, dem Landesverband Verkehrsgewerbe Saarland (LVS), dem saarVV-SNS Saarländische Nahverkehrs-Service GmbH und ver.di Rheinland-Pfalz-Saarland bedanken. Dank ihrer konstruktiven und engagierten Mitarbeit ist es gelungen, diesen konkreten Maßnahmenkatalog zu erarbeiten.“

Weitere Themen beim Treffen des ZFS waren die Evaluierung bereits bestehender Maßnahmen, sowie erste Ergebnisse der Facharbeitsgruppe ‚Fachkräftebedarf in der Hotellerie und Gastronomie‘.

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