Feuille de route 3: Ministerrat beschließt konsequente Fortsetzung der Frankreichstrategie

 
Der Ministerrat hat am Dienstag (28.01.2020) die 3. Etappe der Frankreichstrategie beschlossen. Mit dem Maßnahmenkatalog feuille de route 3 wurden die Projekte für die Jahre 2020 bis 2022 festgelegt. 

Im Rahmen der Landespressekonferenz betonte Europaminister Peter Strobel: „Die Frankreichstrategie ist ein gemeinsames Projekt der gesamten Landesregierung. Sie ist ein gesamtgesellschaftliches Projekt, das von den Organisationen, Institutionen und Verbänden im Saarland mitgetragen wird.“Die Frankreichstrategie ist Teil einer langfristigen Ausrichtung. Ihr Ziel ist es, dass das Saarland bis 2043 mehrsprachig wird. Schon jetzt sei, so Peter Strobel, das Saarland eine europäische Referenzregion. „Dass die Frankreichstrategie auch von unseren französischen Nachbarn als Erfolg wahrgenommen wird, zeigt die Aufnahme des Saarlandes in die Assemblée des Départements de France als Ehrenmitglied. Auch die Europäische Kommission hat unsere Frankreichstrategie als best pracitice Beispiel honoriert“, erklärte Peter Strobel.Grundlage für eine erfolgreiche Umsetzung der Frankreichstrategie sei weiterhin die nachhaltige Förderung der Mehrsprachigkeit im gesamten Bildungssystem.Peter Strobel zog hier eine positive Bilanz: „Nahezu 50 Prozent aller Kitas im Saarland betreiben ein zweisprachiges Konzept. In einigen grenznahen Städten und Gemeinden ist das zweisprachige Angebot mittlerweile flächendeckend.“ Etwa 240 saarländische Kitas bieten ein zweisprachiges Konzept an. An allen saarländischen Grundschulen wird Französisch ab Klassenstufe 3 verbindlich unterrichtet. An 44 der insgesamt 161 Grundschulen erfolgt der Französischunterricht bereits ab Klassenstufe 1. Mit der dritten feuille de route soll der Spracherwerb in der Grundschule weiter ausgebaut werden. „Wenn Französisch möglichst früh erlernt wird, dann können anschließend Englisch und weitere Sprachen dazukommen und damit echte Mehrsprachigkeit erreicht werden. Unser Ziel ist und bleibt: Wir wollen die deutsche Region der Mehrsprachigkeit werden“, betonte der Minister. Dabei werden nicht nur die allgemeinbildenden Schulen adressiert. An vier Berufsschulzweigen gibt es mittlerweile deutsch-französische Angebote. Diese werden kontinuierlich weiter ausgebaut. „Gerade für junge Auszubildende aus Lothringen und dem Saarland wollen wir damit auf dem grenzüberschreitenden Arbeitsmarkt neue berufliche Perspektiven eröffnen. Mit einer grenzüberschreitenden Ausbildung haben Jugendliche ein Alleinstellungsmerkmal, was die Attraktivität für Unternehmen steigert“, so der Europaminister.Neu in der feuille de route ist die wirtschaftliche Dimension und eine stärkere Miteinbeziehung des Strukturwandels. Ein weiteres Ziel sei außerdem die Schaffung eines deutsch-französischen KI-Instituts im Sinne des Aachener Vertrages. Zentrale Anlaufstelle für alle Aktivitäten sind unsere Büros in Paris, Brüssel und Berlin. Als einziges Bundesland betreibt das Saarland in Paris ein Büro. Dessen Infrastruktur steht saarländischen Unternehmen, Organisationen und wissenschaftlichen Einrichtungen zur Verfügung. Schon im ersten Quartal dieses Jahres gibt es gemeinsame Veranstaltungen an den Standorten. So beispielsweise am 11. Februar die Podiumsdiskussion in Paris zum Thema „grenzüberschreitende Mobilität“ oder im April eine Veranstaltung in Berlin zum EU-Wirtschaftsgesetzbuch.„Unsere Frankreichstrategie ist aber nicht nur eine Strategie auf dem Papier, sondern sie nutzt den Menschen in unserer Region ganz konkret im Alltag und macht den europäischen Gedanken spürbar“, erklärte Peter Strobel. Kernelemente der neuen Auflage der feuille de route sind zum Beispiel:·        

In dem Projekt MOSAR soll der Bevölkerung im Bereich des Eurodistrict saarmoselle eine durchgehende Gesundheitsversorgung garantiert sowie eine schnellstmögliche notfallmedizinische Versorgung gewährleistet werden. Es wird schrittweise ausgebaut. Das MOSAR-Abkommen betrifft den Regionalverband Saarbrücken sowie das Mandelbachtal und die Gemeinde Gersheim und den Großraum Forbach/Sarreguemines. Es geht um den Zugang zum nächsten und am besten geeigneten Krankenhaus mit einer qualitativ hochwertigen und sicheren Versorgung.·        
Die deutsch-französischen Angebote der Hochschulen werden weiter ausgebaut und der Europaschwerpunkt der Universität des Saarlandes weiter gestärkt. Das Projekt „Dreisprachiger Campus“ wird erweitert.·        
Verbesserungen für die Mobilität in der Region werden angestoßen. Die Region Grand Est wird gemeinsam mit den Ländern Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland ab Dezember 2024 den grenzüberschreitenden Schienenpersonennahverkehr zwischen Frankreich und Deutschland komplett neu aufstellen. Dazu gehört der gemeinsame Ankauf von 30 Zügen, die Entwicklung eines gemeinsamen Fahrplanes, die gemeinsame Ausschreibung der Verkehre, die gemeinsame Entwicklung eines Tarifs und ein gemeinsames Marketing.Mit Blick auf die Frankreichstrategie sagte Peter Strobel abschließend: „Schon heute zeichnen sich erkennbare Ergebnisse ab. Dazu haben alle Ministerien des Saarlandes beigetragen. Unterstützt durch die vielen Organisationen und Institutionen, die unsere Frankreichstrategie mittragen. Die Umsetzung der Frankreichstrategie ist mittlerweile zu einem zentralen Wettbewerbsvorteil für das Saarland geworden. Wir können zu Recht stolz darauf sein, was in den letzten Jahren geleistet wurde. Aber es ist auch gleichzeitig Ansporn für uns, diesen Weg konsequent weiterzugehen.“   
Feuille de route 3 – deutsche Version(PDF 9,35 MB)   
Feuille de route 3 – französische Version(PDF 8,71 MB)

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