Rundgang mit Wolfgang Willems durch den Deutsch-Französischen Garten

Ein Beitrag von Lothar Ranta

Saarbrücken. Endlich. Nach Lockerungen der Corona Auflagen lud Gästebegleiter Wolfgang Willems wieder zu einem der beliebten Rundgänge im Deutsch-Französischen Garten(DFG) ein. Überrascht war er schon, dass fast vierzig Gäste auf ihn warteten. Natürlich wurde Corona bedingt eine Anwesenheitsliste geführt. Alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen wollten einfach mal wieder raus und etwas gemeinsam in der größten und schönsten Parkanlage mit See im Saarland erleben.
Nach Eröffnung des DFG am 23. April 1960 besteht er inzwischen über 60 Jahre und zählt zu den beliebtesten Ausflugszielen der Saarbrückerinnen und Saarbrücker wie auch der französischen Nachbarn. Mit seinen 50 Hektar ist er nicht nur die größte Parkanlage der Landeshauptstadt, sondern gilt ebenso als eines der besterhaltenen Denkmäler der Landschaftsarchitektur der 1950er und 1960er Jahre in der Bundesrepublik. Seit dem Jahr 2001 steht die Gartenanlage unter Denkmalschutz.
Wolfgang Willems ist Spezialist für die historische Geschichte des DFG. Treffpunkt war beim „Kiosk-Karl“ ein Urgestein des DFG. Hier die erste Überraschung für die meisten Teilnehmer. Eine auf dem Boden angefertigte große Sonnenuhr ohne Zeiger mit römischen- und arabischen Ziffer und Monaten. Gestiftet von der Halberger Hütte. Willems erklärte kurz die momentane Uhrzeit. Auf den jeweiligen Monat stellen, Arm hoch gegen die Sonne und der Schatten zeigte in etwa die richtige Stunde an.

Wolfgang Willems (l.) – Foto: Lothar Ranta

Die Sonnenuhr, die Porsche-Kleinbahn und die Sesselbahn der Firma Heckel sind heute noch, nach 60 Jahren, in Betrieb. Sie sind Reste der ursprünglichen Wirtschaftsschau.
Willems muss natürlich auch die Kriegsgeschichte des früheren Deutschmühlentales, in dem sich der DFG befindet, erklären. Der historische Ehrenfriedhof im Deutschmühlental als Erinnerung der deutsch-französischen Auseinandersetzungen 1870/71 auf den Spicherer Höhen. Bekannte Namen mit Berufe stehen auf den Grabsteinen. Besonders das Grab der Haushaltshilfe Katharina Weißgerber wird oft besucht. Sie wurde bekannt durch ihre aufopfernde Hilfsbereitschaft der verwundeten Soldaten.
Unvorstellbar 18 Bunkeranlagen waren im 2. Weltkrieg hier gebaut worden. Einige sind noch versteckt unter Überwachsungen sichtbar. Ein Bunker wurde renoviert. Manchmal ist er auch geöffnet.
Wolfgang Willems kann viel erzählen. Einige Anekdoten sind zum Schmunzeln wie zum Beispiel, ein Elefant hätte bei den Aufräumarbeiten mit geholfen. 
Nach Ende des Bergbaus war das ehemalige Gelände eine Industriebrache. Im Deutschmühlental gab es vier Mühlen. Neben der Getreidemühle des Deutschherrenordens gab es die Harnisch-, Pulver- und Walk-Mühle. Ein Teich und der Pulverbach sind noch übrig geblieben. Er wurde jetzt aufwendig renoviert und liefert Wasser für den großen See mit Wasserorgel, bis 1996 eine der Größten in Deutschland. 
Erklärungen gab es noch für die Waschbeton-Beete, den Berlinern Pavillon, Heidegarten, Bienenlehrpfad, etwas abseits eine Baumwiese für die jährlich Erstgeborenen und die Freilichtbühne. Trotz der großen Zuschauerränge ist sie leider nicht mehr in Betrieb. Aber an dem Tag baute eine polnische Performancegruppe auf der Bühne ihre Show für den Abend auf.
Der anderthalbstündige Rundgang im DFG ist auf jeden Fall empfehlenswert.

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