Schüler- und Lehrerverbände: So kann es nicht weitergehen!

Schüler- und Lehrerverbände: So kann es nicht weitergehen!

Massive Kritik an den Vorgaben der Politik üben die Landesschülervertretung des Saarlandes (LSV) sowie die Lehrerverbände im dbb und der GEW. In einer gemeinsamen Erklärung wenden Sie sich deshalb an die Öffentlichkeit:

„Die Situation in den Schulen ist sehr angespannt. Wöchentliche Änderungen der Hygienemaßnahmen fordern die Lehrkräfte und die Schulleitungen. Von einem „normalen Unterrichtsbetrieb“ kann schon lange keine Rede mehr sein. Offene Konzepte zur Differenzierung und die Umsetzung der Inklusion spielen derzeit in den Schulen keine Rolle.Die Möglichkeiten, abwechselnde Methoden und Sozialformen zum Einsatz zu bringen, sind stark eingeschränkt. 

Lehrkräfte und Schüler*Innen fühlen sich in ihren Sorgen und Ängsten nicht mehr ernst genommen! In den Ministerien werden die Mitarbeiter*Innen in sich wöchentlich abwechselnde Gruppen eingeteilt, damit der Kontakt zwischen Mitarbeiter*Innen minimiert wird. Die Lehrer*Innen werden dagegen immer mehr gefordert und belastet.“ heißt es in der Erklärung.

Während überall Mindestabstände gefordert würden, werde in den Schulen das genaue Gegenteil umgesetzt. Deshalb erhaben der LSV und die Lehrerverbände schwere Vorwürfe:

„Schulen sind keine Versuchslabore! Die Maßnahmen mit denen versucht wird den Schulbetrieb um jeden Preis in Präsenz aufrechtzuerhalten gehen auf Kosten des Gesundheitsschutzes und sind vor allem mit der Unwissenheit und den großen Ängsten mit denen die Schüler*Innen zurückgelassen werden, bestürzend. Die Belastungen und der Druck auf die Schüler*Innen und Lehrkräfte werden stetig derzeitig mehr.

Nach den Neuregelungen sollen sich bei einer Infektion nur noch die allerengsten Kontaktpersonen und direkten Verwandten des Infizierten in Quarantäne begeben. Damit sollen Gesundheitsämter, Testzentren und Labore entlastet werden. Die gesundheitliche Gefährdung für Lehrer*Innen und Schüler*Innen werden dabei fahrlässig in Kauf genommen. Da Schüler*Innen während Leistungsnachweisen, bei geöffneten Fenstern und bei Kopfweh die Maske ausziehen dürfen und die Abstandsregel in Klassenräumen nicht eingehalten werden, Klassen in gemischten Kursen und ständig neuen Sitzkombinationen zusammenkommen, kann eine Infektion nicht ausgeschlossen werden.“

Auch die nach wie vor unbefriedigende Situation im ÖPNV sprechen die Verbände an:

“ im ÖPNV gibt es weiterhin große Probleme mit überfüllten Schulbussen, Zügen und vor allem Saarbahnen. An Haltestellen für die öffentlichen Verkehrsmittel werden zudem häufig die Regeln zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung nicht eingehalten. Gerade an den Orten, an denen Schüler*Innen aus verschiedensten Stufen und unterschiedlichen Schulen ungehindert aufeinandertreffen, sollte ein besserer Infektionsschutz gewährleistet werden.

Man kann nicht sagen, dass nur das engste Umfeld eines Schülers in Quarantäne muss, da in den Schulen die Stufen und Schüler*Innen so gut getrennt werden könnten, wenn die Welt jenseits des Schultors, vor allem auf dem Weg zur Schule, eine ganz andere ist.“

Deshalb werden Forderungen erhoben, um die gegenwärtige Situation zu verbessern:

–       Bedachter Übergang zu Formen des Wechselunterrichtes

–       Angemessene und einheitliche Quarantänemaßnahmen, die Lehrkräfte sowie Schüler*Innen bestmöglich schützen

–       die Unterstützung der Lehrkräfte durch ‚Schulhelfer‘ bei außerunterrichtlichen Tätigkeiten (z.B. Pausen- oder Fluraufsicht)

–       Verbesserte und verlässliche Handlungsanweisungen für den Sportunterricht

–       die zeitnahe Einstellung weiterer Lehrkräfte zur Kompensation von Ausfällen durch Krankheit, Quarantäne oder ähnlichem

–       Entlastung des ÖPNV