„Bürokraten am Werk!“ SPD kritisiert Zerstörung der Graffitikunst unter der Wilhelm-Heinrich-Brücke

Susanne Commerçon-Mohr (Foto: Heyd)

Die SPD-Stadtratsfraktion ist empört über die Zerstörung von Kunst im öffentlichen Raum: Die viel beachteten Graffitis auf Pfeilern und Wänden unter der Wilhelm-Heinrich-Brücke mussten jetzt auf Veranlassung des saarländischen Innenministeriums überstrichen werden. Die Kunstwerke waren in den letzten Jahren von verschiedenen Künstler*innen aus der Sprayerszene auf den von der Landeshauptstadt freigegebenen Flächen gestaltet worden. 

„Da waren im Innenministerium und in der Stadtverwaltung reine Bürokraten und Kunstbanausen am Werk!“, kritisiert die kulturpolitische Sprecherin der Fraktion, Susanne Commerçon-Mohr. Die Beamten von Klaus Bouillon (CDU) haben offenbar die Entfernung der Graffitis gefordert, weil angeblich die Nutzung der mit Mitteln von EU und Land sanierten Brücke für Kunst im öffentlichen Raum nicht den Förderbedingungen entspreche. „Und die Saarbrücker Verwaltung zeigt sich sofort willfährig und lässt die Werke übertünchen – das ist grotesk! Wenn die Flächen nicht legal genutzt werden können, werden sie bald von illegalen, künstlerisch zweifelhaften Graffitis übersät sein. Damit hat niemand etwas gewonnen“. 

Ihr könne niemand weismachen, dass dies den Förderbedingungen der EU eher entspreche als die legale und künstlerisch gestaltete Aufwertung eines Beton-Zweckbaus, so Commerçon-Mohr. Die SPD-Stadtratsfraktion fordert nun die Stadtverwaltung auf, mit dem Innenministerium über eine erneute Freigabe der Flächen zu verhandeln. Sollte das nicht gelingen, muss die Stadt umgehend andere Flächen für die Sprayer*innen freigeben. 

Quelle: SPD Stadtratsfraktion Saarbrücken