Bericht und Foto von Lothar Ranta
Saarbrücken-St. Arnual – In ehrwürdiger Atmosphäre feierte das Evangelische Stift St. Arnual am 29. Juni 2025 sein 450-jähriges Bestehen – auch wenn die historischen Wurzeln der Einrichtung weit tiefer reichen. Denn wie Dr. Thomas Bergholz, Altsaarbrücker Ludwigskirchenpfarrer, in seinem Festvortrag ausführte, blickt das Stift tatsächlich auf eine 1.400-jährige Geschichte zurück.
Der Festakt fand im traditionsreichen Ensemble am St. Arnualer Markt statt – unweit der gotischen dreischiffigen Basilika, die zwischen dem 13. und 14. Jahrhundert errichtet wurde und zu den bedeutendsten Baudenkmälern im südwestdeutschen Raum zählt.
Begrüßt wurden die zahlreich erschienenen Gäste vom Vorsitzenden des Verwaltungsrats, Pfarrer i. R. Rolf Kiderle. In seiner Ansprache betonte er die besondere Rolle der Einrichtung in der Region:
„Das Evangelische Stift St. Arnual ist heute eine Stiftung des öffentlichen Rechts, die gleichzeitig Eignerin der Stiftskirche sowie der Stiftswälder in St. Arnual und Klarenthal ist.“
Musikalisch wurde der Festakt von dem renommierten Vokalquartett Cantamus unter Leitung von Dr. Andreas Gansterbegleitet. Die zwei Sängerinnen und zwei Sänger begeisterten das Publikum mit vier fein abgestimmten Darbietungen, die mit herzlichem Applaus bedacht wurden.
Auch Oberbürgermeister Uwe Conradt würdigte das Jubiläum mit einem Grußwort:
„Das Stift ist älter als die Stadt Saarbrücken selbst – ein Ort gelebter Geschichte und kultureller Identität.“
Christian Heib, Direktor des Saarbrücker Ludwigsgymnasiums, ergänzte den Festakt mit interessanten Einblicken in die geschichtliche Entwicklung des Stifts.
Im Mittelpunkt stand jedoch der Vortrag von Dr. Thomas Bergholz, der unter dem Motto „450 Jahre Evangelisches Stift St. Arnual“ eindrucksvoll die Historie der Einrichtung nachzeichnete. Er betonte:
„Das Stift St. Arnual ist nicht nur die älteste Körperschaft des Saarlandes, sondern auch die einzige mit einer ununterbrochenen Geschichte.“
Bergholz, selbst Theologe und Musikwissenschaftler, war unter anderem an der Edition der evangelischen Kirchenordnungen des 16. Jahrhunderts beteiligt. Seine Ausführungen über die Ursprünge, die Reformation durch die Nassauer Grafen im Jahr 1575 und die aktuelle Bedeutung des Stifts fanden großen Anklang und wurden mit langanhaltendem Applaus gewürdigt.
Im Anschluss an das offizielle Programm lud das Evangelische Stift zu einem geselligen Empfang in den Kreuzgang der Stiftskirche ein. Bei einem kalten Buffet und kühlen Getränken nutzten viele Gäste die Gelegenheit zum persönlichen Austausch mit den Rednern – darunter auch Bezirksbürgermeister Thomas Emser –, und ließen den festlichen Tag in entspannter Atmosphäre ausklingen.

