Montag, März 1, 2021

75. Todestag von Max Braun am 3. Juli –

Politik

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Journalist, Politiker, Europavisionär und Widerstandskämpfer

Vor 75 Jahren, am 3. Juli 1945, verstarb der Widerstandskämpfer und Ehrenbürger der Landeshauptstadt Saarbrücken Max Braun in seinem Londoner Exil, kurz vor der Rückkehr in seine Heimat. Anlässlich seines 75. Todestages erinnert die Landeshauptstadt an ihn.

Journalist, Politiker, Europavisionär und Widerstandskämpfer

Matthias „Max“ Braun wurde am 12. August 1892 in Neuss geboren. 1923 kam er nach Saarbrücken, um als Chefredakteur die Leitung der „Volksstimme“ zu übernehmen. Bereits in seiner Heimatstadt begann sich Braun in der SPD politisch zu engagieren. Von 1925 bis 1928 war er zweiter Vorsitzender und ab 1928 erster Vorsitzender der saarländischen SPD. Ab 1932 war er Mitglied des Landesrats und des Saarbrücker Stadtrates. 

Braun trat zunächst für eine Rückkehr des Saargebiets zu Deutschland ein – einem demokratischen, freiheitlichen und republikanischen Deutschland. Bald erkannte er jedoch die Gefahr, die vom Hitler-Regime ausging. Von nun an schrieb er in seiner Stellung als Chefredakteur gegen Hitler-Deutschland an und setzte sich gegen innerparteiliche Widerstände für eine gemeinsame Abwehrfront aus SPD, KPD, linkssozialistischen Kräften und katholischen NS-Gegnern ein. Braun war einer der herausragenden Akteure der so genannten Einheitsfront, die sich für den Erhalt des Status Quo und gegen die Rückkehr des Saargebiets ins Deutsche Reich aussprach. 

Nach dem vergeblichen Werben um einen späteren Abstimmungstermin beim Völkerbund und der darauffolgenden Niederlage der Einheitsfront bei der 1. Saarabstimmung 1935 musste Braun ins französische Exil. Auch dort setzte er seinen Widerstand gegen das NS-Regime fort. In Forbach wurde er Mitbegründer einer Beratungsstelle für Saarflüchtlinge. Anschließend ging er nach Paris, wo er eine Organisation saarländischer sozialdemokratischer Emigranten gründete, das Office Sarrois. Zudem leitete Braun als Chefredakteur mehrere Emigranten-Zeitungen. Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen in Frankreich floh er nach Großbritannien. Dort arbeitete er beim Soldatensender Calais. Kurz vor seiner geplanten Rückkehr an die Saar verstarb Max Braun überraschend am 3. Juli 1945.

Max Braun war der geistige und politische Kopf der Widerstandsbewegung an der Saar und propagierte als einer der ersten Politiker die damals noch weitgehend unbekannte Idee der Vereinigten Staaten von Europa.

Saarbrücker Ehrenbürger 

Auf der Grundlage eines Stadtratsbeschlusses vom 8. Dezember 2015 wurde Max Braun am 13. Juli 2016 posthum mit der Ehrenbürgerwürde der Landeshauptstadt Saarbrücken ausgezeichnet. Die Ehrung geht zurück auf die Initiative des Historikers Joachim Heinz und des SPD-Ortsvereins St. Johann. Gäste des Festaktes waren unter anderem Bundesaußenminister Heiko Maas, der Neusser Bürgermeister Reiner Breuer sowie Familienangehörige von Max Braun.

Als besondere Würdigung beauftragte die Landeshauptstadt Saarbrücken den Maler Armin Rohr mit der Anfertigung eines Porträtgemäldes, das 2017 im Rahmen einer Feierstunde im Rathausfestsaal präsentiert wurde und nun seinen Platz in der Galerie der Ehrenbürger im Rathaus St. Johann gefunden hat. Zusätzlich übernahm die Landeshauptstadt Saarbrücken das Familiengrab der Brauns auf dem Neusser Friedhof, das auch die Urne Max Brauns enthält. Die Grabanlage wurde restauriert und die Landeshauptstadt hat die Pflege des Ehrengrabes übernommen.

Foto: Max Braun – Gemälde von Armin Rohr (Quelle: Landeshauptstadt Saarbrücken)

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