Die Alternative für Deutschland (AfD) ist eine rechtspopulistische und in ihrer Entwicklung zunehmend rechtsextreme Partei, die seit einigen Jahren im Europaparlament, im Deutschen Bundestag und in fast allen Landtagen vertreten ist.
Dimitri Medwedew war von 2008 bis 2012 Präsident der Russischen Föderation und anschließend bis 2020 Ministerpräsident. Heute ist Medwedew stellvertretender Vorsitzender des russischen Sicherheitsrates und Vorsitzender der Putin-Partei „Einiges Russland“.
Die guten Beziehungen der AfD zu Putins Regime sind lange bekannt. Nun plant eine ganze Reisegruppe dem Diktator und seinen Vasallen einen Besuch abzustatten. Der sächsische AfD-Landeschef Jörg Urban, die Bundestagsabgeordneten Rainer Rothfuß und Steffen Kotré sowie der EU-Abgeordnete Hans Neuhoff wollen nach Recherchen von t-online nächste Woche an einer Konferenz in Sotschi teilnehmen. Ursprünglich geplant war auch ein Treffen mit Dimitri Medwedew.
Wie t-online vermeldet, soll auf Dringen „der Parteispitze“ zwar dieses direkte Treffen mit dem Scharfmacher Medwedew nicht stattfinden, die Teilnahme an der Konferenz wird aber weiter bestätigt. Der Einfluss Russlands auf die AfD lässt es offensichtlich nicht mehr zu, eine solche Reise gänzlich zu unterbinden. Die Tragweite der russischen Einflussnahme auf die deutsche Politik alarmiert auch CSU-Generalsekretär Martin Huber: „AfD-Abgeordnete fahren nach Russland, um mit dem Kreml über die Durchsetzung russischer Interessen zu sprechen. Das ist Landesverrat“, sagte er dem Handelsblatt. Damit wird auch Teilen der CDU/CSU klar, dass es gute Gründe gibt, ein Verbotsverfahren gegen die AfD anzustreben. Besser noch wäre es, die Wählerschaft der AfD würde ihre Blase verlassen und spüren, dass sich ihre Partei umbenennen sollte in „Agenten für Dimitri“. Angesichts der Informationslage ist jede Stimme für die AfD ein Votum gegen deutsche Interessen und für das russische Imperium.
Die durch Kreml-Influencer gut vorbereitete Reise beleuchtet zudem den internen Machtkampf zwischen Alice Weidel und Tino Chrupalla. Weidel passt sicher nicht in das lesbenfeindliche Weltbild der Kreml-Herrscher und weiter Teile der AfD-Mitgliedschaft. Den meisten Mitgliedern dürfte es gefallen, dass Putin schon 2013 durch ein Gesetz jegliche positiven Äußerungen über Homosexualität in Anwesenheit von Minderjährigen oder über Medien wie das Internet unter Strafe stellte. Der russische Staat erkennt keine gleichgeschlechtlichen Partnerschaften an und verbietet auch die Adoption durch gleichgeschlechtliche Ehepaare im Ausland.
Weidel hätte also ein Problem in Russland. Chrupalla dagegen ist diesbezüglich fein raus. Er sieht in Putin „keine Gefahr für Deutschland“, eher einen Verbündeten im Kampf gegen eine freie und offene Gesellschaft. Er wird die Radikalisierung der Partei weiter vorantreiben.
Quellen: t-online.de, Handelsblatt.com, Die Welt


