Die Arbeitsgruppe zur Reform der Regionalliga-Struktur hat in ihrer jüngsten Sitzung noch keine abschließende Empfehlung zur künftigen Aufstiegsregelung erarbeitet. Ziel der AG ist es, den zuständigen Entscheidungsgremien einen konkreten Vorschlag zur Verbesserung der derzeitigen Regelung vorzulegen.
Die Arbeitsgruppe wurde von der Konferenz der Regional- und Landesverbandspräsidenten eingesetzt. Hintergrund ist die seit Jahren diskutierte Problematik des Aufstiegs von der Regionalliga in die 3. Liga. Aktuell steigen aus den fünf Regionalliga-Staffeln pro Saison vier Meister direkt auf, während ein fünfter Meister über Relegationsspiele den letzten freien Platz ausspielt.
Kompass-Modell im Mittelpunkt der Beratungen
In ihrer vierten Sitzung befasste sich die AG unter dem Vorsitz von Dr. Michael Vesper schwerpunktmäßig mit dem sogenannten „Kompass-Modell“. Dieses sieht eine viergleisige Regionalliga vor, bei der sich die Staffeleinteilung nicht mehr an festen Verbandsgrenzen orientiert. Stattdessen sollen die Ligen jährlich anhand möglichst kurzer Fahrtstrecken zusammengestellt werden.
In diesem Modell würden die vier Staffelsieger jeweils direkt in die 3. Liga aufsteigen, Relegationsspiele wären nicht mehr erforderlich. Auch die Abstiegsregelung innerhalb der Regionalliga wäre vereinheitlicht. Sie hinge nicht länger davon ab, aus welchen Regionen Absteiger aus der 3. Liga zurückkehren. Dadurch könnten Situationen vermieden werden, in denen einzelne Staffeln durch zusätzliche Absteiger besonders stark belastet werden.
Nach Darstellung der AG könnten zudem die bestehenden Aufstiegsregelungen aus der 5. Liga beibehalten werden.
Weitere Alternativen im Gespräch
Neben dem Kompass-Modell wurden in der Sitzung auch andere Reformoptionen diskutiert. Ein bevorzugtes Modell habe sich bislang jedoch nicht herauskristallisiert. Die Beratungen befinden sich weiterhin in einer Phase intensiver Abwägung verschiedener Varianten.
Dr. Michael Vesper betonte nach der Sitzung die konstruktive Atmosphäre innerhalb der Arbeitsgruppe: „Die Diskussionen sind intensiv, ich nehme sie aber weiterhin als konstruktiv wahr. Klar ist: Wenn jeder nur aus seiner eigenen Brille auf die Dinge schaut, werden wir keine Lösung finden. Wir müssen daher immer das Gesamtbild im Blick behalten. Ich halte es im Sinne der Sache weiterhin für entscheidend, dass wir verstärkt positive Aspekte einzelner Modelle betrachten und nicht allein gegen etwas argumentiert wird.“
Breite Besetzung der Arbeitsgruppe
Der AG gehören Vereins- und Verbandsvertreter aus allen fünf Regionalligen an. Jede Staffel hat ihre Vertreter eigenständig benannt. Ergänzt wird die Runde durch Manuel Hartmann als Geschäftsführer Spielbetrieb des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) sowie Ansgar Schwenken als Direktor Spielbetrieb & Fans der Deutschen Fußball Liga (DFL). Den Vorsitz führt Dr. Michael Vesper. Die Arbeitsgruppe selbst besitzt keine Beschlusskompetenz, sondern erarbeitet eine Empfehlung für die zuständigen Gremien.
Die nächste Sitzung der AG Regionalliga-Reform ist für den 25. März angesetzt. Ob dann ein konkreter Vorschlag vorgelegt werden kann, bleibt abzuwarten.

