Die Saar-Grünen schlagen Alarm: Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) breitet sich im Saarland rasant aus und stellt sowohl für die heimische Artenvielfalt als auch für die öffentliche Sicherheit eine zunehmende Gefahr dar. In einer aktuellen Stellungnahme fordert die Partei gezielte Maßnahmen zur Bekämpfung der invasiven Art.
„Die Asiatische Hornisse breitet sich im Saarland alarmierend schnell aus. Besonders in diesem Jahr, begünstigt durch den Klimawandel, mehren sich Sichtungen und Nestfunde, teilweise in außergewöhnlicher Größe und Höhe. Doch die Bedrohung durch diese invasive Art wird noch immer unterschätzt“, warnt Volker Morbe, Landesvorsitzender der Grünen im Saarland.
Gefahr für Ökologie und Gesundheit
Nach Angaben der Grünen attackiert die Asiatische Hornisse gezielt Honigbienen und dezimiert auch heimische Wildbienenpopulationen massiv. „Das hat fatale Folgen für die Bestäubung und damit für die Landwirtschaft und Biodiversität“, so Morbe. Doch auch für den Menschen sei die Art nicht ungefährlich: „Sie kann ihre Opfer markieren, sodass diese bei weiterer Annäherung vom gesamten Nestschwarm attackiert werden. Ein Verhalten, das besonders in urbaner Nähe, wo Nester oft unentdeckt bleiben, riskant ist. Ihre Stiche können im schlimmsten Fall tödlich enden, vor allem bei Allergiker:innen, Kindern oder bei massiven Angriffen.“
Früherkennung als Schlüssel
Entscheidend für eine erfolgreiche Eindämmung sei laut Morbe die Früherkennung: „Die Nester werden bevorzugt in großer Höhe angelegt, etwa in Baumkronen. Doch zu Beginn der Saison entstehen sie häufig bodennah, weswegen es sich um ein Zeitfenster handelt, das für eine erfolgreiche Eindämmung entscheidend ist. Die Flugzeit der Königin beginnt im Frühling (ab etwa April), die Arbeiterinnen folgen ab Mai bis in den Spätherbst.“
Konkrete Forderungen der Saar-Grünen
Um die Ausbreitung einzudämmen, fordern die Grünen:
- Flächendeckende Aufklärung der Bevölkerung über Erkennungsmerkmale und Verhalten der Hornisse,
- frühzeitige und gezielte Suche nach Nestern, insbesondere in Siedlungsnähe und an Waldrändern,
- stärkere Unterstützung der ehrenamtlich tätigen Fachkräfte, die unter hohem Einsatz arbeiten.
Zuständigkeit neu geregelt
Seit dem 24. März 2025 liegt die Zuständigkeit für das Meldewesen und die Nestentfernung nicht mehr beim Umweltministerium, sondern beim gemeinnützigen Velutina Netzwerk Saar. In Kooperation mit lokalen Taskforces – zumeist bestehend aus Imker:innen – organisiert der Verein die Überprüfung und fachgerechte Entfernung der Nester. Die Entfernung ist für Bürger:innen kostenlos, sofern es sich um ein Nest der Asiatischen Hornisse handelt und dieses zugänglich ist. Meldungen sind ausschließlich über das zentrale Meldeportal des Vereins möglich.
Wiedereinführung der Meldepflicht gefordert
Volker Morbe abschließend: „Es besteht keine Meldepflicht, da die Asiatische Hornisse mittlerweile als etabliert eingestuft wird. Das ist ein Fehler und wird dem Gefahrenpotential nicht gerecht. Wir fordern daher die Wiedereinführung der Meldepflicht bei Sichtungen der Asiatischen Hornisse. Dabei braucht es nicht nur ehrenamtliches Engagement, sondern auch personelle, finanzielle und logistische Unterstützung durch das Land. Denn die Bekämpfung der Asiatischen Hornisse ist keine Nebensache, sie ist ein aktiver Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt und zur öffentlichen Sicherheit.“

