Der Bund Deutscher Forstleute (BDF) hat den Saarkohlenwald zum „Waldgebiet des Jahres 2026“ gekürt. Die Auszeichnung geht damit an ein außergewöhnliches Waldgebiet, das sich über weite Teile des SaarForst-Gebiets zwischen Saarbrücken, Völklingen und Neunkirchen erstreckt. Besonders hervorgehoben wurden die naturnahe Bewirtschaftung, die vorbildliche Umweltbildung sowie die besondere historische Bedeutung des Waldes – über und unter der Erde.
„Die Auszeichnung ‚Waldgebiet des Jahres‘ vom Bund Deutscher Forstleute ist eine tolle Anerkennung der hervorragenden Arbeit unserer Försterinnen und Förster“, betont Umweltministerin Petra Berg. „Ich freue mich, dass unser schöner Wald auch außerhalb des Saarlandes Anklang findet, und lade alle Interessierten ein, sich selbst von seiner Einzigartigkeit zu überzeugen.“ Der Wald sei nicht nur ein schützenswerter Lebensraum für Flora und Fauna, sondern auch ein wichtiger Rückzugsort für den Menschen. „Ich bin stolz, dass wir im Saarland einen solch besonderen Wald in Hinblick auf Artenschutz, Naturschutz und Historie vorweisen können“, so Berg weiter.
Der Saarkohlenwald ist in mehrfacher Hinsicht ein Zeitzeuge. Unterirdisch liegt er auf historischen Steinkohlevorkommen, die jahrzehntelang wirtschaftlich genutzt wurden. Oberirdisch handelt es sich um ein über Jahrhunderte gewachsenes Waldgebiet, dessen Nutzung bis in die Römerzeit zurückreicht. Seinen Namen verdankt der Wald den tiefgreifenden Eingriffen der Montanindustrie, die seine Landschaft prägten.
Ein zentrales Element der heutigen Nutzung ist der „Urwald vor den Toren der Stadt“, ein rund zehn Quadratkilometer großes Teilgebiet im Herzen des Saarkohlenwaldes, das seit 1997 weitestgehend sich selbst überlassen ist. Hier wird Natur nicht gestaltet, sondern beobachtet – ein einzigartiges Experimentierfeld für natürliche Waldentwicklung und ein beliebter Lernort für Kinder und Jugendliche. Rund um die Scheune Neuhaus bietet der SaarForst Landesbetrieb ein breites Spektrum erlebnispädagogischer Angebote.
„Viele Forstgenerationen waren und sind hier mit Herzblut am ‚Wald (-werk)‘“, erklärt Thomas Steinmetz, Direktor des SaarForst Landesbetriebs. „Danke an mein Team, aber auch an die vielen vorgehenden Förstergenerationen, für die tolle Arbeit die hier geleistet wurde und auch weiter geleistet werden wird.“
Der Saarkohlenwald ist auch ein wichtiger Naherholungsraum: Über 300.000 Menschen in der Region nutzen ihn zum Spazierengehen, Wandern, Naturerleben und Entspannen. Seit 1988 wird er durch den SaarForst Landesbetrieb naturnah bewirtschaftet – ein bewusster Schritt hin zu mehr Resilienz und Klimafreundlichkeit.
Weitere Informationen zum Saarkohlenwald und zu anderen saarländischen Waldgebieten finden Interessierte unter: www.saarland.de/wald.


