Dienstag, März 2, 2021

Barmer Gesundheitsreport: Saarländische Beschäftigte leiden unter ernsten Schlafstörungen

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Saarbrücken, 6. Dezember 2019 – Nur in Berlin leiden mehr Beschäftigte unter krankhaften Schlafstörungen als im Saarland. Das zeigt der Gesundheitsreport der BARMER, für den die Krankenkasse die Daten von rund 52.000 bei ihr versicherten Erwerbspersonen mit Wohnsitz im Saarland anonymisiert ausgewertet hat. „Kenntnisse zur Behandlung von Schlafstörungen sollten schon in der Ausbildung von Ärzten, Psychotherapeuten und anderen Gesundheitsberufen umfangreich vermittelt werden“, fordert Dunja Kleis, Landesgeschäftsführerin der BARMER in Rheinland-Pfalz und im Saarland.

4,3 Prozent der Beschäftigten mit Wohnsitz im Saarland litten im Jahr 2017 laut Gesundheitsreport unter ernsten Schlafproblemen wie Ein- und Durschlafstörungen, Albträume und Nachtangst (Bund: 3,8 Prozent). Weibliche Beschäftigte (5,4 Prozent) im Saarland sind öfter von Schlafstörungen betroffen als männliche Erwerbspersonen (3,3 Prozent). Den bundesweit geringsten Anteil an Beschäftigten mit Schlafstörungen weist Sachsen-Anhalt auf (2,7 Prozent). Kleis sagt: „Die Dunkelziffer bei Schlafstörungen liegt höher. Patienten sprechen Schlafstörungen beim Arztbesuch oft nicht an, wenn sie nicht zu erheblichen Beeinträchtigungen führen oder andere gesundheitliche Probleme wesentlicher erscheinen.“

Ärzte diagnostizieren immer öfter Schlafstörungen im Saarland

Auffällig ist, dass die Zahl der Schlafstörungsdiagnosen in den letzten Jahren zugenommen hat. Erhielten im Jahr 2005 noch 3,1 Prozent der Erwerbspersonen mit Wohnsitz im Saarland die Diagnose Schlafstörung, liegt der Wert heute um 36 Prozent höher. Dieser Trend betrifft gleichermaßen männliche und weibliche Beschäftigte im Saarland. BARMER-Landesgeschäftsführerin Kleis betont: Schlafstörungen sind eine Volkskrankheit. Der Vorbeugung von Schlafstörungen sollte mehr Bedeutung zukommen.“ Gesundheitserziehung in der Schule und betriebliche Gesundheitsangebote könnten der Entwicklung von Schlafstörungen entgegenwirken.

Auch innerhalb des Saarlands gibt es deutliche Unterschiede bei den Häufigkeiten von Diagnosen zu Schlafstörungen. Im Mittel der Jahre 2015 bis 2017 erhielten Beschäftigte mit Wohnsitz im Landkreis Neunkirchen (4,6 Prozent), im Saarpfalz-Kreis (4,5 Prozent) und im Regionalverband Saarbrücken (4,3 Prozent) am häufigsten eine Schlafstörungsdiagnose. Am seltensten stellten Ärzte den erwerbstätigen Bewohnern der Landkreise Saarlouis (3,7 Prozent), St. Wendel (3,9 Prozent) und Merzig-Wadern (4,1 Prozent) eine entsprechende Diagnose.

Schlafstörungen haben viele Ursachen

„Für Schlafstörungen weist der Gesundheitsreport viele Einflussfaktoren nach. Frauen leiden öfter unter Schlafstörungen als Männer, da sie eher dazu neigen, von Problemen nicht abschalten zu können“, erläutert Kleis. Je geringer das Familieneinkommen, desto geringer sei die Schlafqualität. Offenbar würden finanzielle Sorgen den Weg zu einem guten Schlaf belasten. Nach den Worten von Kleis hat auch die Beschäftigungsart eine große Bedeutung. Schichtarbeiter leiden zum Beispiel überdurchschnittlich oft unter Schlafstörungen. „Zudem gibt es einen Zusammengang zwischen Bevölkerungsdichte und Schlafproblemen. In Städten gibt es mehr Lärm und Lichtverschmutzung, was bei vielen Menschen die Schlafqualität mindert.“

Der Gesundheitsreport zeigt, dass Erwerbspersonen mit Diagnosen von Ein- und Durchschlafstörungen bundesweit durchschnittlich 56 Tage arbeitsunfähig gemeldet waren. Das waren 36 Tage mehr als bei Beschäftigte ohne diagnostizierte Schlafprobleme. „Ohne einen erholsamen Schlaf fühlen wir uns ausgelaugt, sind weniger leistungsfähig und anfälliger für Krankheiten. Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten, den eigenen gesunden Schlaf zu fördern“, sagt Kleis. Dazu gehöre unter anderem, auf eine exzessive Nutzung von digitalen Medien oder Fernsehen am späteren Abend oder sogar bis in die Nachtstunden hinein zu verzichten, vor allem in der letzten Stunde vor dem Schlafengehen.

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