- Leichter Anstieg der Ausbildungszahlen im Saar-Handwerk, entgegen dem Bundestrend
- Betriebe finden häufig keine passenden Bewerber, trotz vorhandener Ausbildungsplätze
- Forderung nach stärkerer Förderung und politischer Priorisierung der dualen Ausbildung
Nach Veröffentlichung des Berufsbildungsberichts 2026 der Bundesregierung hat sich die Handwerkskammer des Saarlandes (HWK) zur Lage der dualen Ausbildung geäußert. Während die bundesweiten Zahlen laut HWK eher verhalten ausfallen, zeigt sich im saarländischen Handwerk ein leicht positiver Trend.
Zum Jahresende 2025 waren nach Angaben der Kammer 4.292 Auszubildende in der Lehrlingsrolle eingetragen. Besonders gefragt seien Berufe wie Kfz-Mechatroniker, Elektroniker und Friseur. Auch für das laufende Jahr deuten die bisherigen Vertragszahlen auf eine Fortsetzung dieser Entwicklung hin, wenngleich eine abschließende Bewertung erst nach dem Ausbildungsstart im Herbst möglich ist.
Gleichzeitig verweist die HWK auf strukturelle Herausforderungen. Viele Betriebe hätten weiterhin Schwierigkeiten, ihre Ausbildungsplätze zu besetzen. Als einen zentralen Ansatzpunkt nennt die Kammer die Berufsorientierung an allgemeinbildenden Schulen, die aus ihrer Sicht ausgebaut werden müsse. Programme wie die geplante Praktikumswoche im Saarland könnten hierzu beitragen. Darüber hinaus wird die Einführung eines freiwilligen Handwerksjahres als ergänzendes Instrument ins Spiel gebracht.
Ein weiterer Schwerpunkt der Forderungen betrifft die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung. Die HWK sieht hier Nachholbedarf, insbesondere mit Blick auf die finanzielle Ausstattung. Während Hochschulen umfangreich gefördert würden, müssten auch Berufsbildungsstätten und die überbetriebliche Lehrlingsunterweisung (ÜLU) stärker unterstützt werden, um Qualität und Zukunftsfähigkeit der Ausbildung zu sichern.
Mit Blick auf die politische Ebene fordert die Handwerkskammer, die duale Ausbildung stärker in den Fokus zu rücken und ihr eine höhere Priorität einzuräumen.

