Nach den aktuellen PISA-Befunden verlangt die GEW Saarland ein Sofortprogramm gegen Lehrkräftemangel und große Klassen. Die Gewerkschaft fordert unter anderem 200 neue Lehrerstellen und 100 Stellen für weitere pädagogische Fachkräfte.
Für Schülerinnen und Schüler im Saarland soll individuelle Förderung nach Vorstellung der Gewerkschaft künftig verlässlicher möglich sein. Dafür müssten Schulen personell besser ausgestattet und Klassen kleiner werden, heißt es in einer Pressemitteilung der GEW Saarland vom 8. September 2026.
Die Gewerkschaft sieht in den PISA-Ergebnissen vor allem ein seit Langem bestehendes Leistungs- und Gerechtigkeitsproblem. Der Bildungserfolg hänge weiterhin stark vom Elternhaus ab, kritisierte GEW-Landesvorsitzender Max Hewer. Schulen bräuchten eine durchgängige Förderung in Lesen, Schreiben und Rechnen sowie mehr Personal für gezielte Unterstützung.
Kern der Forderung ist ein Sofortprogramm für die Schulen: 200 zusätzliche Planstellen für Lehrkräfte und 100 weitere Stellen für multiprofessionelle Teams. Dazu zählen nach den Vorstellungen der GEW etwa Sprachförderlehrkräfte, pädagogische Fachkräfte und Lehrwerkmeisterinnen und Lehrwerkmeister. Außerdem soll der Klassenteiler auf 23 Schülerinnen und Schüler sinken.
Die GEW verlangt zugleich einen Ausbau der Lehramtsstudiengänge, besonders für den Primarbereich, sowie einen neuen Lehrstuhl für Sonderpädagogik. Ein weiteres Programm für Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger soll nach Auffassung der Gewerkschaft helfen, Mangelfächer besser zu besetzen und Personalreserven an Schulen aufzubauen.
Auch in Kitas sieht die GEW Handlungsbedarf. Zusätzliche Plätze müssten mit ausreichend qualifiziertem Personal verbunden werden, damit Einrichtungen ihren Bildungsauftrag erfüllen könnten. Für den Ganztag fordert die Gewerkschaft zudem eine Neuordnung der Personalstunden im FGTS-Bereich, damit Lehrkräfte stärker für den Fachunterricht zur Verfügung stehen.
Max Hewer appellierte außerdem an Bund und Land, Bildung dauerhaft stärker zu finanzieren. Das Startchancenprogramm des Bundes reiche aus Sicht der GEW nicht aus, solange es nicht langfristig abgesichert und strukturell ausgeweitet werde.

