StartBildungGrüne fordern strukturelle Reformen bei Bildungsübergängen

Grüne fordern strukturelle Reformen bei Bildungsübergängen

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Die Saar-Grünen begrüßen die Pläne von Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot, die Übergänge im Bildungssystem stärker in den Blick zu nehmen. Aus Sicht der Partei reichen einzelne Förderprogramme allerdings nicht aus. Sie fordert verbindlichere Strukturen – bereits vor der Einschulung.

Mehr als tausend junge Menschen haben im vergangenen Schuljahr im Saarland die Schule ohne Abschluss verlassen. Für Volker Morbe, Landesvorsitzender der Saar-Grünen, ist das ein „bildungspolitisches Alarmsignal“. Die Landesregierung müsse früher ansetzen. Programme wie „Startklar Deutsch“ oder das „Matheband“ seien zwar sinnvolle Ansätze, könnten die bestehenden Herausforderungen nach Ansicht der Grünen aber nicht allein lösen.

Die Partei schlägt deshalb eine systematischere Förderung vor, die bereits vor dem Schuleintritt beginnen soll. Für Kinder, bei denen ein Förderbedarf festgestellt wurde, fordert sie ein verbindliches Vorschuljahr. Als Beispiele verweist Morbe auf Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz, die aus Sicht der Grünen bei der verbindlichen Förderung vor der Einschulung bereits weiter seien.

Entscheidend sei dabei nicht allein die Sprachentwicklung. Auch mathematische Grundfähigkeiten sowie motorische, soziale und emotionale Kompetenzen müssten berücksichtigt werden, sagt Morbe. Eine frühzeitige Feststellung von Förderbedarf sei zwar sinnvoll. Daraus müsse jedoch auch eine verlässliche Förderung folgen.

Handlungsbedarf sehen die Grünen zudem bei der Schulabstinenz. Fehlzeiten müssten frühzeitig erkannt werden, bevor sie sich verfestigten und Bildungsbiografien gefährdeten. Neben individueller Beratung setzt die Partei dabei auf multiprofessionelle Teams, in denen Lehrkräfte, Schulsozialarbeit, Jugendhilfe und weitere Fachkräfte zusammenarbeiten.

Darüber hinaus plädieren die Grünen für eine stärker evidenzbasierte Bildungspolitik. Fördermaßnahmen sollten sich demnach daran orientieren, welche Ansätze nachweislich Wirkung zeigen. Dafür seien aus Sicht der Partei klare Ziele und eine kontinuierliche wissenschaftliche Evaluation notwendig. Erfolgreiche Maßnahmen sollten ausgeweitet, weniger wirksame Programme angepasst oder beendet werden.

Morbe kritisiert in diesem Zusammenhang eine Bildungspolitik, die sich zu stark auf einzelne Projekte stütze. Es brauche weniger Entscheidungen nach dem Prinzip Hoffnung und mehr Orientierung an belastbaren Erkenntnissen, fordert der Grünen-Landesvorsitzende. Ziel müsse es sein, Förderbedarf frühzeitig zu erkennen und Unterstützung verbindlich zu organisieren.

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