Eltern im Saarland zahlen ab dem 1. August 2026 einen geringeren gesetzlichen Anteil an den Personalkosten ihrer Kita. Zum Jahresbeginn 2027 sollen diese Beiträge vollständig entfallen.
Die Absenkung betrifft den gesetzlich festgelegten Elternanteil an den Personalkosten von Kindertageseinrichtungen. Er halbiert sich zum Beginn des neuen Kita-Jahres von bisher fünf auf 2,5 Prozent. Das Land übernimmt dadurch einen größeren Anteil der Kosten.
Für Familien kann die Änderung spürbare Entlastungen bringen, deren Höhe jedoch von Betreuungsumfang, Alter der Kinder und örtlichen Beitragsregelungen abhängt. Als Beispiel nennt die Landesregierung eine Familie im Regionalverband Saarbrücken mit einem Ganztagsplatz in der Krippe und einem Ganztagsplatz im Kindergarten: Gegenüber 2021 spare sie bei vollständiger Beitragsfreiheit rund 3.300 Euro im Jahr.
Die Landesregierung baut die Elternbeiträge seit August 2023 schrittweise ab. Mit dem nächsten Schritt erreicht sie die letzte Zwischenstufe; ab dem 1. Januar 2027 sollen Eltern keine gesetzlichen Kita-Beiträge zu den Personalkosten mehr zahlen.
Auch Landkreise und der Regionalverband Saarbrücken sollen profitieren. Sie übernehmen über die wirtschaftliche Jugendhilfe Beiträge für Familien, denen die Zahlung wegen ihres Einkommens nicht zugemutet werden kann. Sinkt der Elternanteil, verringern sich nach Darstellung des Landes auch diese kommunalen Ausgaben.
Ministerpräsidentin Anke Rehlinger verweist zudem auf weitere Vorhaben wie zusätzliche Kita-Plätze, die Gewinnung von Personal und eine schrittweise gesetzliche Verringerung zulässiger Schließtage. Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot sieht in bezahlbarer Betreuung einen wichtigen Baustein für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.


