StartBildungSaar-Grüne fordern pädagogisches Gesamtkonzept für Digitalisierung an Schulen

Saar-Grüne fordern pädagogisches Gesamtkonzept für Digitalisierung an Schulen

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Die Saar-Grünen sehen bei der Digitalisierung der Schulen im Saarland weiterhin erheblichen Handlungsbedarf. Sie unterstützen damit die Kritik von Lehrerverbänden sowie des Bildungsforschers Klaus Zierer, die ein bislang fehlendes pädagogisches Gesamtkonzept des Bildungsministeriums bemängeln.

Nach Ansicht der Grünen zeigen sich Defizite insbesondere bei pädagogischen Konzepten, bei Fortbildungsangeboten für Lehrkräfte sowie bei der Nutzung digitaler Schulbücher und der Verwaltung von Lizenzen.

Der Landesvorsitzende der Saar-Grünen, Volker Morbe, betont, dass Digitalisierung im Schulalltag über die reine Ausstattung mit Geräten hinausgehen müsse. „Digitalisierung im Klassenzimmer darf nicht nur darin bestehen, lediglich Geräte an Schüler:innen zu verteilen. Entscheidend ist, wie digitale Werkzeuge sinnvoll in den Unterricht integriert werden, um die Kompetenzen und Selbstwirksamkeit der Schüler:innen nachhaltig zu stärken. Wichtig ist dabei aber die altersgemäß angemessene Anwendung, denn digitale Kompetenzen gehören heute selbstverständlich zur Bildung. An vielen Schulen werden Tablets bereits sinnvoll eingesetzt. Etwa um Leistungsüberprüfungen oder Lernstandsdiagnosen durchzuführen oder zur zusätzlichen individuellen Schülerförderung. Auch zu Recherche- und Präsentationszwecken ist das digitale Endgerät sinnvoll. Gleichzeitig zeigen die Rückmeldungen, dass die Umsetzung noch zahlreiche praktische Probleme aufweist. Damit digitale Geräte ihren Mehrwert entfalten können, braucht es klare pädagogische Konzepte sowie mehr Unterstützung und Fortbildungen für Lehrkräfte“, so Morbe.

Kritisch sehen die Grünen zudem den aktuellen Stand bei digitalen Schulbüchern. „Auch bei den digitalen Schulbüchern bestehen erhebliche Defizite. Nach Aussagen vieler Lehrkräfte handelt es sich in den meisten Fällen lediglich um PDFs mit zusätzlichen Funktionen, die jedoch nicht an die Bildschirmgröße der Geräte angepasst sind. Das erschwert die Nutzung im Unterricht erheblich. Hinzu kommt, dass die bestehende Schulbuchausleihe einen Wechsel zurück zu analogen Büchern oft sehr kompliziert macht. Wenn ein digitales Werk eingeführt wird, ruht häufig nur die Nutzung des bisherigen gedruckten Bandes. Ein unkomplizierter Wechsel ist dann kaum möglich“, erklärt Morbe.

Darüber hinaus berichten Lehrkräfte nach Darstellung der Grünen regelmäßig von technischen Schwierigkeiten bei der Verwaltung digitaler Lizenzen. „Gerade zu Halbjahreswechseln funktionieren einzelne oder klassenweise Lizenzen teilweise nicht zuverlässig. Für den Unterricht bedeutet das jedoch unnötige Hürden“, macht Morbe deutlich.

Trotz der Kritik sprechen sich die Saar-Grünen nicht für eine Rückkehr zum ausschließlich analogen Unterricht aus. „Ein Zurück zum rein analogen Lernen zu fordern, würde jedoch die Realitäten verkennen. Die Einführung von Tablets war ein wichtiger Schritt, muss aber konsequent weiterentwickelt werden. Neben der technischen Infrastruktur braucht es vor allem bessere digitale Lehrwerke, verlässliche Lizenzsysteme und ausreichend Unterstützung für Lehrkräfte im pädagogischen Einsatz digitaler Medien“, so der Landesvorsitzende abschließend.

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