Saarbrücken. Die aktuellen Passagierzahlen am Flughafen Saarbrücken bereiten der CDU-Stadtratsfraktion Sorgen: 2025 wurden 308.285 Fluggäste gezählt, rund zehn Prozent weniger als im Vorjahr mit etwa 340.000 Reisenden. Für die Fraktion ist dies ein deutliches Warnsignal.
„Diese Entwicklung kann uns in der Landeshauptstadt nicht zufriedenstellen“, erklärt Alexander Keßler, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Saarbrücker Stadtrat. „Der Flughafen ist ein zentraler Standortfaktor für Saarbrücken.“
Keßler sieht den Rückgang als Symptom eines strukturellen Problems: „Es fehlt eine klare Gesamtstrategie des Landes. Einzelne neue Verbindungen ersetzen kein tragfähiges Konzept.“ Zwar sei die angekündigte Aufnahme von Flügen durch Ryanair ein positives Signal, doch bleibe unklar, ob daraus ein nachhaltiger Impuls für den gesamten Standort entstehe.
Besonders problematisch sei der Wegfall wichtiger Destinationen. „Verbindungen auf die Kanaren fehlen für 2026 bislang komplett – dabei ermöglichen sie ganzjährige Ferienverkehre. Auch Tunesien ist aktuell nicht ab Saarbrücken erreichbar. Damit verlieren wir weitere Ziele und Passagiere.“ Für die Menschen in Saarbrücken und der Region sei der Flughafen ein wichtiger Bestandteil von Lebensqualität und wirtschaftlicher Infrastruktur.
Keßler betont die Bedeutung des Flughafens für die Landeshauptstadt als Wirtschaftsstandort: „Wir sind Landeshauptstadt, Oberzentrum und Kern der Eurometropole. Unternehmen, Investoren und Fachkräfte erwarten eine verlässliche internationale Anbindung. Der Flughafen ist ein zentraler Pfeiler unseres Wirtschaftsstandortes und notwendige Infrastruktur für Stadt und Land.“
Entscheidend bleibt für die CDU die Anbindung an ein internationales Drehkreuz. „Saarbrücken muss zeitnah an mindestens ein großes europäisches Drehkreuz wie München oder Amsterdam angebunden werden. Ein Interlining-Angebot würde durchgehende Buchungen ermöglichen und wäre ein echter Standortvorteil – insbesondere für unsere exportorientierten Unternehmen. Die gesamte Region würde von besserer Erreichbarkeit profitieren.“ Als positives Beispiel nennt Keßler das Modell am Flughafen Paderborn mit DAT: „Das zeigt: Es geht. Was fehlt, ist eine klare politische Initiative.“
Abschließend fordert der Fraktionsvorsitzende eine strategische Offensive des Landes: „Der Flughafen ist das Tor zur Welt für unsere Stadt. Wenn wir Saarbrücken als starken Wirtschaftsstandort festigen wollen, brauchen wir eine bessere internationale Anbindung. Der derzeitige Trend ist das Ergebnis fehlender strategischer Weichenstellungen. Die Landesregierung muss hier dringend liefern – im Interesse der Landeshauptstadt und des gesamten Saarlandes.“

