Sonntag, Januar 23, 2022
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StartPolitikDr. Philipp Krämer: Die Frankreichstrategie gehört in den Wahlkampf

Dr. Philipp Krämer: Die Frankreichstrategie gehört in den Wahlkampf

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Anlässlich des bevorstehenden Elysée-Tages und der Landtagswahl im Saarland im März 2022 erklärt Dr. Philipp Krämer, Sprachwissenschaftler an der Freien Universität Berlin:

Im Januar 2014 stellte die saarländische Landesregierung ihre Frankreichstrategie vor, im Landtagswahlkampf 2017 spielte sie aber keine Rolle. Bei der anstehenden Wahl im März 2022 sollte sich das ändern: Die Frankreichstrategie gilt als eines der großen Zukunftsprojekte des Landes. Wie sie gestaltet wird, sollte Teil der politischen Diskussion in und mit der Bevölkerung sein – auch und gerade im Wahlkampf.

Ideenwettbewerb zur Frankreichstrategie

Die Voraussetzungen für eine solche Diskussion sind gut: Es besteht über alle demokratischen Parteien hinweg grundsätzlich Konsens über die Ziele der Frankreichstrategie. Die Debatte muss also nicht bei Null beginnen, sondern es ist ein Wettbewerb um die besten Ideen zur Weiterführung der Frankreichstrategie möglich. In den letzten Jahren ist die Frankreichstrategie weniger sichtbar geworden. In der Kommunikation der Landesregierung überwiegt die Betonung einzelner Leuchtturmprojekte und allgemeiner Schlagworte bei offiziellen Anlässen. Im Wahlkampf sollte deutlich werden, welche konkreten Vorhaben und neuen Ideen die Parteien anbieten, um die Strategie in den kommenden fünf Jahren voranzubringen. Dazu gehört auch die Frage der Finanzierung.

Herausforderungen der Frankreichstrategie

Beim Ausbau der Mehrsprachigkeit in Kindergärten und vor allem Grundschulen muss es in der kommenden Legislaturperiode sichtbare Fortschritte geben. In den weiteren Bildungsstufen muss die Gestaltung von Mehrsprachigkeit aus dem Modus der Einzel- und Pilotprojekte heraus in eine breite Verankerung im gesamten Bildungsangebot überführt werden. Zudem gilt es, die Verengung der Frankreichstrategie auf wirtschaftliche Aspekte in den letzten Jahren zu korrigieren. Forschungsdaten zeigen, dass ein erheblicher Teil der Menschen im Saarland davon nicht angesprochen wird, weil für sie Frankreich und die französische Sprache in anderen Bereichen relevant sind.

Dialog über die Frankreichstrategie

Die künftige Landesregierung sollte es sich zur Aufgabe machen, noch stärker mit der gesamten Bevölkerung in den Dialog über die Frankreichstrategie zu treten. Das Online-Mitmachportal ist ein wichtiger Anfang, allerdings bewegt sich der Austausch häufig innerhalb eines Kreises von fachlich Interessierten. Bereits erprobte Formate wie Bürgerforen und Townhallmeetings sollten deutlich ausgebaut werden, auch mit vertieften Debatten zu einzelnen Aspekten der Frankreichstrategie. Zudem muss die Landesregierung vor allem mit Lehrkräften, Eltern und Schüler*innen systematisch das Gespräch suchen, um deren Unterstützung bei der Umsetzung der Frankreichstrategie in den Schulen zu erhalten. 

Gesichter für die Frankreichstrategie

Die Frankreichstrategie braucht in der ersten Reihe der Landespolitik glaubwürdige Gesichter, die sie repräsentieren. Das unglückliche Agieren der Landesregierung und des Ministerpräsidenten im Zusammenhang mit den Grenzschließungen im Jahr 2020 haben gezeigt: Für Spitzenämter im Saarland ist Frankreichkompetenz unverzichtbar. Im Wahlkampf sollte deutlich werden, wer von den Kandidierenden für die Ziele und Inhalte der Frankreichstrategie steht und ein Gespür für grenzüberschreitende Kommunikation mitbringt. Die Episode 2020 unterstreicht erneut, dass die interkulturelle, zwischenmenschliche Komponente der Frankreichstrategie gegenüber der wirtschaftlichen Dimension nicht zu kurz kommen darf.Zur Person:

Dos. Dr. Philipp Krämer ist Sprachwissenschaftler an der Freien Universität Berlin. Er ist Diplom-Frankreichwissenschaftler, Adjunct Professor for Romance and Creole Linguistics der Universität Turku (Finnland) und Mitglied des Zentrums für Grenzforschung ‚B/Orders in Motion‘ an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder. Er stammt aus Homburg/Saar und beschäftigt sich in seiner Forschung u.a. mit Mehrsprachigkeit und Sprachpolitik.

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