Montag, März 1, 2021

Ein Symbol für Kinderrechte gesetzt

Politik

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Fairtrade-Steuerungsgruppe und UNICEF pflanzen Baum

Homburg. Alljährlich wird am 20. November an die Kinderrechte erinnert. An diesem Tag wurde 1989 die UN-Kinderrechtskonvention verfasst. Alle UN-Mitgliedsstaaten, die USA ausgenommen, haben ihr verbindlich zugestimmt und sind für ihre Umsetzung verantwortlich.

Auch in Homburg erinnern Stadtverwaltung, Saarpfalz-Kreis und das UNICEF-Team Homburg seit mittlerweile vier Jahren mit einer besonderen Geste an den Internationalen Tag der Kinderrechte. 2017 wurde gemeinsam der erste Baum für Kinderrechte an der Kita St. Michael für das Recht auf Freizeit und Spiel (Art. 31 der Kinderrechtskonvention) gepflanzt, 2018 an der Grundschule in Einöd für das Recht auf eine gute Schulbildung (Art. 28) und 2019 an der Gemeinschaftsschule „Neue Sandrennbahn“ in Erbach für das Recht auf Mitbestimmung (Art. 12).

Am Freitag, 20. November 2020, fand die Pflanzaktion der Fairtrade-Steuerungsgruppe Homburg unter Federführung der städtischen Beigeordneten Christine Becker und der Frauenbeauftragten Anke Michalsky in Kooperation mit dem UNICEF-Team Homburg an der Grundschule Luitpold in Erbach statt. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde die Baumpflanzung in diesem Jahr ohne Anwesenheit aller Beteiligten vom städtischen Baubetriebshof übernommen. Der Baum weist auf das Recht eines jeden Kindes auf Schutz vor Gewalt (Art. 19) hin.

Im vergangenen Jahrzehnt haben sich die nachgewiesenen Gewalttaten gegen Kinder in Krisengebieten einem Bericht des UN-Kinderhilfswerks UNICEF zufolge fast verdreifacht. Bis heute erfahren Kinder weltweit Gewalt in ihrem Alltag, auch in Deutschland. Schwere Missbrauchsfälle, die das Land erschüttern, sind dabei die sichtbare Spitze eines Eisberges. „Noch viel zu häufig bleibt alltägliche Gewalt unsichtbar oder unwidersprochen. Sie wird toleriert, als Privatsache oder als ´gar nicht so schlimm´ abgetan“, so Heidrun Gros-Schnur vom UNICEF-Team Homburg.

Mit der Kampagne #NiemalsGewalt möchte UNICEF für das Thema sensibilisieren. Es bedarf mehr Aufklärung über das Ausmaß von Gewalt gegen Kinder, außerdem müssen die Betroffenen ihre Rechte kennen und wissen, an wen sie sich im Notfall wenden können. Um Kinder umfassend vor Gewalt, Ausbeutung und Missbrauch zu schützen, müssen ihre Rechte gestärkt werden. Ein wichtiger Schritt dazu ist die Aufnahme der Kinderrechte in das Grundgesetz. In Deutschland trat 2000 das Gesetz zur Ächtung von Gewalt in der Erziehung in Kraft.

„Gewalt hinterlässt Spuren, auch wenn man sie nicht körperlich sehen kann. Vielen ist nicht bewusst, welche Folgen auch verbale Gewalt in Form von ständigem Anschreien oder Demütigung für Kinder haben kann“, sagt die Beigeordnete Christine Becker. Und weiter: „Auch müssen wir Kinder bei Entscheidungen, die sie betreffen, mit einbinden. Deshalb hat der Stadtrat im vergangenen Jahr entschieden, einen Jugendbeirat in Homburg einzurichten. Was in Sachen Kinderrechte auf dem Papier steht, muss auch im Leben ankommen. Mit der jährlichen Baumpflanzaktion wollen wir ein sichtbares Zeichen für die Kinderrechte setzen.“

Nicole Trapp, Schulleiterin der Grundschule Luitpold, hält es für wichtig, dass Kinder sich schon möglichst früh mit den Kinderrechten auseinandersetzen. So rückte die Luitpoldschule im Oktober 2017 in einer Projektwoche der Viertklässler die Kinderrechte, Kinderarbeit und die Wirkungsweise eines fairen und regionalen Handels in den Mittelpunkt. Abschluss dieser Aktionswoche bildete ein faires Frühstück und eine Fragerunde an lokale Politiker zu den genannten Themenbereichen.

Ab sofort erinnert auch an der Luitpoldschule ein Baum mit einem Hinweisschild jeden Tag an die Kinderrechte.

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