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FCS: Der Weg zum Klassenerhalt

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Am 11.2.2026 reagierte der 1.FC Saarbrücken auf die sportliche Talfahrt und stellte sich inmitten einer existenziellen Krise neu auf. Markus Thiele kam als neuer Sportvorstand, und brachte mit Argirios Giannikis gleich einen Trainer mit. Die beiden kennen sich aus Gesprächen aus Ahlener Zeiten, als es Ende 2017 darum ging, einen Nachfolger für den damaligen VFR-Cheftrainer Peter Vollmann zu verpflichten.

Giannikis hatte sich bereits mehrfach als Feuerwehrmann auszeichnen können. So übernahm er 2017 Rot-Weiß Essen auf Rang 14 der Regionalliga West und führte den Verein ins Tabellenmittelfeld. 2024 begann er im Januar bei 1860 München. Die Löwen waren zu diesem Zeitpunkt tief im Abstiegskampf, konnten sich unter Giannikis allerdings hocharbeiten.

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In Saarbrücken sah die Ausgangslage ähnlich aus. Platz 16 mit nur einem Zähler Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz hieß es im Februar nach 23 Partien. Giannikis Aufgabe lag in erster Linie darin, die Blutung zu stoppen und Ergebnisse zu erzielen. Wie in seinen vorherigen Stationen erwischte er einen positiven Start und verlor erst in seiner fünften Partie auswärts beim MSV Duisburg, dem einzigen Team in Deutschlands Profiligen, welches im eigenen Stadion nicht verloren hatte.

Die Art und Weise war dabei weitaus konservativer als zuvor unter Jürgen Luginger. Dieser ließ in Teilen höchst attraktiven Fußball spielen und hätte statistisch gesehen den Großteil der Begegnungen gewinnen müssen. Die Balance stimmte allerdings nicht immer. So kreierte Saarbrücken einige Möglichkeiten, lies auf der anderen Seite jedoch auch viele gefährliche Situationen zu. 

Das Team musste an Stabilität gewinnen. Insbesondere der Sechserraum war unter Giannikis Vorgängern eine stetige Problemzone gewesen. Immer wieder gelang es gegnerischen Teams tiefe Bälle ins Zentrum zu spielen und somit zu aussichtsreichen Situationen zu gelangen. In den ersten zwei Partien gegen Stuttgart II und Ulm bekam FCS-Keeper Phillip Menzel vergleichsweise wenig aufs Tor. Die Mannschaft konzentrierte sich auf einen kompakten Stil, trat offensiv dafür vergleichsweise harmlos auf.

Das Heimspiel gegen Wehen Wiesbaden war dabei ein erster Achtungserfolg, bei dem die Spielanlage durchaus sehenswert war und eine ideale Balance zwischen schönen Kombinationen in der Offensive und der nötigen Sicherheit innerhalb der eigenen Reihen erfolgte. Die folgenden Duelle gegen Duisburg, Regensburg und Verl waren folgend eher schwere Kost für die Fans des 1.FC Saarbrücken. Die Mannschaft schleppte sich mehr oder weniger in die Länderspielpause, in der das Trainerteam einiges an Inhalten einstudieren konnte und die Transformation hin zu einem attraktiveren Stil einleiten konnte.

Bereits das Testspiel in Darmstadt, welches außerhalb der Öffentlichkeit stattfand, offenbarte einen anders auftretenden FCS. Höhere Intensität, mehr Mut im Ballbesitz, es entstand ein generell zielstrebiger und strukturierter wirkendes Spiel des 1.FC Saarbrücken. Seit der Länderspielpause wirkt die Mannschaft insbesondere im Ludwigspark wie ausgewechselt. Die Partien gegen 1860, Alemannia Aachen oder in Teilen auch Waldhof Mannheim zeigen eine funktionierende Struktur im Angriff auf.

Generell gelang es dem Trainerteam mitsamt der Mannschaft den Ludwigspark wieder in eine kleine Festung umzuwandeln. Sieben Heimspiele stehen unter der neuen Führung zu Buche, wobei 15 Punkte eingefahren wurden. Bemerkenswert dabei ist das Torverhältnis von 9 zu 2. Auswärts sieht es dagegen ganz anders aus. Gegen Verl, Schweinfurt und Havelse folgten regelrechte Systemabstürze. Lediglich in Essen trat das Team überzeugend auf und erkämpfte sich in Unterzahl einen fundamentalen Auswärtssieg.

Nichtdestotrotz sprechen die Statistiken klar für einen stark verbesserten 1.FC Saarbrücken. Der Punkteschnitt von Giannikis besagt 1,54. Hochgerechnet auf 38 Partien wäre dies mit rund 59 Zählern eine Positionierung im oberen Mittelfeld. Die xG-Bilanz (erwartete Tore) ist mit 1,61 höher als die der xGA (erwartete Gegentore) von 1,48.

Eine große Hypothek dieses Teams war die völlige Abhängigkeit von Florian Pick. Die Chancen des 1.FC Saarbrücken waren zuvor mehr oder weniger zufällig entstanden. Oftmals tauchte Pick überall auf und versuchte Freestlye-artig für Gefahr zu sorgen, powerte sich dabei völlig aus und verlor so an Effektivität gegen Ende der Partien. Zudem wird er seit Beginn der Rückrunde oftmals gedoppelt, den Konkurrenten sind seine Leistungen selbstverständlich nicht verborgen geblieben.

Umso wichtiger war dabei das Entwickeln anderer Offensiv-Abläufe. Die Genesung von Maurice Multhaup darf hier als Schlüssel betrachtet werden. Dank seinen Läufen in die rechte Halbspur strahlt der FCS mittlerweile über beide Flügel Gefahr aus. Dennoch fehlt es dem Kader in der Offensive nach wie vor an Qualität in der Breite. Sollten Pick oder Multhaup mal ausfallen, gibt es zurzeit keinen Akteur, der sie auch nur im Ansatz ersetzen könnte.

Mittlerweile kristallisiert sich ein klares Gerüst heraus, mit dem man wohl auch ohne größere Bauchschmerzen in die neue Spielzeit gehen könnte. Der Kader des 1.FC Saarbrücken wird in der nächsten Saison vermutlich deutlich kleiner und jünger werden, dazu wird der FCS vor allem in der Innenverteidigung wichtige Leistungsträger verlieren, die es zu ersetzen gilt.

Alles in allem präsentierte sich der FCS nach dem Trainerwechsel mehr als passabel, bedenkt man die Vorgeschichte von 16 Begegnungen ohne Sieg lässt sich dieser Saisonabschnitt wahrscheinlich sogar als Erfolg betiteln.  Nun gilt es die weiteren Entwicklungen in und um den Verein herum abzuwarten. Für Blau-Schwarz steht wohl eine neue Ära an, die Ambition mittelfristig zweite Liga zu spielen, wird allerdings sicherlich bestehen bleiben. 

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