Derbysieg! Im ausverkauften Ludwigspark gewinnt der FCS das Südwest-Derby verdient mit 2-0 gegen harmlose Mannheimer.
Bereits vor der Begegnung kam es zu Problemen. Die Polizei positionierte sich vor der Heimkurve und wollte anstatt der Ordner den Zugang zu den Rängen kontrollieren. Woraufhin es kurzzeitig so aussah, als müsste das Team von Argirios Giannikis sich ohne den Support der Virage Est zum Derbysieg kämpfen. Rund 15 Minuten vor Anpfiff rückte die Polizei schließlich ab und die aktive Fanszene ging in ihre angestammte Kurve.

Nun zum sportlichen Teil. FCS-Trainer Argirios Giannikis änderte seine Startelf auf einer Position. Lasse Wilhelm war in Essen verletzungsbedingt ausgewechselt worden und trainierte im Anschluss die gesamte Woche nicht mit der Mannschaft. Für ihn rückte Robin Bormuth in die Mannschaft.
Wie bereits in den letzten Heimspielen startete der 1.FC Saarbrücken aktiv in die Partie. Nach fünf Minuten spielte Sontheimer einen starken Tiefenball auf Bretschneider, welcher von der Grundlinie zum im Strafraum verweilenden Civeja gab. Diesem gelang jedoch keine saubere Ballannahme, weshalb der Waldhof die Situation bereinigen konnte.
Der FCS agierte dominant mit Ball, der Waldhof auf der anderen Seite konzentrierte sich zunächst auf ein kompaktes Verteidigen. Nach einer Viertelstunde meldeten sich die Gäste aus der Kurpfalz erstmals vor dem Tor an. Abifade tankte sich auf außen durch, das Leder fiel vor die Füße von Lohkemper, der kläglich vergab. Kurz darauf verletzte sich Bretschneider, für ihn kam Calogero Rizzuto in die Partie.
Saarbrücken blieb weiterhin am Drücker und belohnte sich nach 24 Minuten für die überzeugende Spielanlage. Bormuth sah, dass der Waldhof Civeja im Zwischenraum zu viel Platz ließ, dieser drehte auf und setzte Brünker ein. Der Stoßstürmer des FCS ließ sich alleinin vor Nijhuis die Chance nicht entgehen und netzte überlegt zur 1-0 Führung ein. Es folgte ein sichtlich emotionaler Jubelschrei von Brünker, an dem die aufkommende Kritik an der Stürmerposition offenbar nicht ganz spurlos vorbeigegangn war.
Mit dem 1-0 im Rücken präsentierte sich der FCS in der Folge in spielerischer Topform. Tiki-Taka ähnliche Szenen spielten sich vor dem Waldhof-Strafraum ab. Nach einem überragenden Dribbling von Multhaup hatte Brünker in der 27. das 2-0 auf dem Fuß, eine schwache Ballannahme erschwerte ihm allerdings eine freie Schussgelegenheit. Den anschließenden Versuch mit seinem schwachen Linken konnte Nijhuis problemlos parieren.
Florian Pick, der im Hinspiel noch unglücklich als Vorlagengeber für Boyd agierte, hatte sich offensichtlich einiges vorgenommen. Immer wieder düpierte er Waldhof-Rechtsverteidiger Klünter im 1 gegen 1. So auch nach etwa 40 Minuten, sein Abschluss geriet folglich aber zu zentral.
Zur Halbzeit führte ein spielfreudiger FCS völlig verdient gegen harmlose Gäste aus Mannheim. Der FCS musste sich lediglich vorwerfen lassen aus dieser spielerischen Dominanz nicht noch mehr herausgeschlagen zu haben.
Ohne Veränderungen auf beiden Seiten ging es in die zweiten 45 Minuten. Anders als noch zu Beginn des Spiels hatten die Buwe die erste Gelegenheit. Bierschenk kam im Saarbrücker Strafraum völlig frei zum Kopfball, setzte diesen jedoch harmlos in die Arme von Menzel. Saarbrücken wirkte zu Beginn der Halbzeit etwas träge. In der 52. Minute dann ein unerwartetes Highlight. Brünker jagte einer abgewehrten Flanke hinterher und lief dabei in die Arme des Waldhöfer Innenverteidigers Ogbemudia und ging zu Boden. Schiedsrichter Lukas Benen entschied zum Unmut des SVW auf Strafstoß. In der Tat lässt sich diese Entscheidung als fragwürdig betiteln. Pick versenkte den nachfolgenden Elfmeter trocken zum 2-0 für Saarbrücken.
15.600 Zuschauer im technisch ausverkauften Ludwigspark wurden anschließend Zeuge eines Sommerkicks. Saarbrücken war nach wie vor überlegen, brachte aber nicht mehr dieselbe Energie auf das Feld wie noch in der Anfangsphase. Nach etwa 65 Minuten übersah Schiedsrichter Belen ein klares Foul von Brünker an der Seitenlinie, dieser stürmte daraufhin allein auf das gegnerische Tor zu, konnte die Chance aber nicht nutzen.
Nach 71 Minuten reagierte Giannikis erstmals. Mit Multhaup, Brünker und Vasiliadis nahm er gleich drei Akteure auf einen Schlag raus. Dafür kamen Sonnenberg, Naifi und Elongo-Yombo. Saarbrücken agierte daraufhin in einer Fünferkette, um das Ergebnis zu sichern. Das Derby trudelte seinem Ende eher entgegen. Der Waldhof kam zu einzelnen Möglichkeiten, ließ diese allerdings ungenutzt. Generell kam in diesen 90 Minuten nie wirklich eine reelle Derby-Atmosphäre auf. Sportlich ging es für die beiden Teams um vergleichsweise wenig, dazu lieferte insbesondere der SVW einen eher blutleeren Auftritt ab.
Auch der FCS hatte noch die Gelegenheit zum Ausbau seiner Führung. Elongo-Yombo gab in der 84. ein schönes Solo ab, seinen noch abgefälschten Versuch parierte Nihjuis eindrucksvoll. Nach dem folgenden Eckball kam Naifi frei per Kopf zur Gelegenheit, nickte den Ball jedoch zu harmlos in Richtung Mannheimer Kasten.
Gegen Ende kam es schließlich noch zu unschönen Auschreitungen. Der Mannheimer Anhang hielt es für nötig Böller in Richtung der Herbert-Binker-Tribüne zu schmeißen. Gleichzeitig drang ein Fan des FCS in den Innenraum durch und scheiterte am Versuch dem Gästeblock seinen Schal zu präsentierten, da er von aufmerksamen Ordnern gestoppt wurde.
Fünf Minuten gab Belen obendrauf. Elongo-Yombo vergab nach schöner Vorarbeit von Krahn noch einen Hochkaräter, Sontheimer kam nach einer Ecke frei zum Schuss und setzte diesen über das Gehäuse. Es blieb beim 2-0 in einer Partie, in der Saarbrücken völlig verdient siegte und sich vorerst auf Rang 13 vorschiebt.






