Nach dem vielversprechenden 3:1 Heimsieg über den SSV Ulm und damit zeitgleich dem dritten Sieg in Folge, geht es für den 1.FC Saarbrücken nun erneut in ein Heimspiel. Diesmal kommt der 1.FC Schweinfurt ins Saarland, Vorjahresmeister der Regionalliga Bayern. Die „Schnüdel“ starteten im Vergleich zu den Aufsteigern aus Hoffenheim und Duisburg eher mäßig in die Saison. Nach sechs Spielen steht eine Bilanz von drei Punkten, drei geschossenen Toren und 13 gefangenen Toren zu Buche.

Trainer der Franken ist seit Sommer 2024 Victor Kleinheinz. Der 34-jährige Bayer war vorher Chefcoach der U19 des FC Augsburg und schaffte prompt den Aufstieg in Liga drei. Ähnlich wie der Coach, so stammen auch viele etablierte Kräfte der Schnüdel aus der Region. Nimmt man beispielsweise die Aufstiegshelden Michael Dellinger, Josua Endres und Martin Thomann, so sieht man das sie alle ihren fußballerischen Ursprung in der Region rund um Schweinfurt haben. Auch bei vielen Neuzugängen war der regionale Bezug sicherlich ein großer Faktor. Johannes Geis, Erik Shuranov und Manuel Wintzheimer spielten allesamt jahrelang im unweiten Nürnberg und sollen dem Team mit ihrer höherklassigen Erfahrung im Abstiegskampf helfen.
Der Kader wurde generell auf dem Papier ordentlich verstärkt. 11 Ab- und Zugänge verzeichnet der FC Schweinfurt, viele zweit und drittligaerfahrene Spieler stießen dazu, kein einziger Stammspieler verließ die Aufstiegsmannschaft. Kleinhenz ließ letzte Saison vor allem im 4-2-3-1 agieren, nun passte er sein System auf ein sehr defensiv ausgelegtes 5-2-3 an. Wirklich funktionieren tut das bisher auf vielen Ebenen nicht. Das Team ist anfällig bei hohen Bällen, so verlor man das Spiel gegen Duisburg durch Standards, beim glücklichen Sieg in Ingolstadt rannte man in eine Umschaltsituation nach der anderen. Es wirkt bisher so, als wäre das Team als gesamtes Konstrukt nicht wirklich drittligatauglich.
Offensiv steht man mit drei erzielten Toren als Schlusslicht da. Dazu kommt, dass alle drei erzielten Tore in einem einzigen Spiel in Ingolstadt fielen. Dennoch: Zwei der drei Tore fielen aus einem Standart, auch gegen Duisburg kam das Team auf einige aussichtsreiche Situationen aus Ecken und Freistößen von Routinier Johannes Geis. Schaffen es die Schnüdel auf Dauer hinten sicher zu stehen, dann könnte man so durchaus konkurrenzfähig in Liga drei auftreten. Gegen Ingolstadt fiel zudem das Gegenpressing sehr positiv auf. So gelang es den Franken oftmals, das flache Aufbauspiel der Schanzer zu stören, indem man durch hohe Aggressivität hohe Ballgewinne erzwang. Eine Riesenschwäche sind Elfmeter. Bereits drei Mal bekam der 1.FC Schweinfurt einen Elfmeter zugesprochen, drei Mal vergab das Team kläglich. Klar ist, möchte das Team die Chance aufbewahren die Liga zu halten, so müssen die Chancen insbesondere nach Standarts besser genutzt werden.
Schweinfurt ist sicherlich keine absolute Laufkundschaft, dennoch sollte dies als Pflichtsieg für den 1.FC Saarbrücken gesehen werden. Der aktuelle Lauf des FCS lässt vieles Versprechen für einen Freitagabend vor heimischer Kulisse, das Spiel gegen Schweinfurt bietet dabei eine ideale Gelegenheit eine erste Euphorie aufkommen zu lassen.
