Seit nun sechs Ligaspielen wartet der 1.FC Saarbrücken auf einen Sieg. Zudem gingen die vergangenen drei Spiele allesamt verloren. In Kombination mit den existenziellen Unsicherheiten des FCS also eine komplizierte Situation.

Mit dem TSV Havelse kommt der vermeintlich ideale Aufbaugegner. Die Garbsener konnten bis dato als einziges Team noch nicht ein einziges Spiel gewinnen, können obendrein am Samstag einen Negativrekord brechen. Kein Sieg in den ersten 14 Partien schaffte bisher niemand in dieser Liga. Der TSV steht mit vier Punkten nach 13 Spielen auf dem vorletzten Platz, streitet sich praktisch mit Schweinfurt um die rote Laterne. Dieser Schlagabtausch wird für Havelse wohl das sportliche Highlight dieser Drittligasaison bleiben, der Nicht-Abstieg ist mittlerweile nichts anderes als ein ferner Traum.
Dennoch liefern die Aufsteiger ihren Gegnern oftmals einen harten Schlagabtausch. So bewies man unter anderem auswärts gegen die Spitzenteams aus Cottbus, Duisburg und Rostock eine enorme Resilienz. Lediglich gegen Viktoria Köln und den FC Ingolstadt ging man sang und klanglos unter.
Trainer Samir Ferchichi, seit 2018 im Verein, lässt seine Mannen stets in einer Fünferkette auflaufen, einige Spieler sind bereits seit dem ersten Drittligaabenteuer in der Saison 2021/22 im Verein. Wie fair dieser Wettbewerb ist, zeigt unter anderem das Amt des Sportdirektoren auf. Florian Riedel spielt seit 2021 für den TSV als Rechtsverteidiger, nach dem damaligen Abstieg übernahm er zudem die Rolle als Sportdirektor. Riedel stand in dieser Saison in allen Partien von Beginn an auf dem Feld, bestimmt gleichzeitig über das Schicksal jedes Spielers und des Trainers, ein eher unglückliches Aufgabenprofil.
Die finanziellen Möglichkeiten des TSV sind massiv eingeschränkt im Vergleich zum Rest der Liga, dementsprechend lässt die fußballerische Qualität des Kaders stark zu wünschen übrig. Mit Mittelfeldspieler Nassim Boujellab, Torhüter Leon Opitz und Stürmer John Posselt (fünf Saisontore) existieren wohl nur drei Spieler im Kader mit wirklicher Drittligaqualifikation.
Der TSV Havelse hat mit durchschnittlich 42,6% den geringsten Ballbesitz der Liga, der FCS wird im kommenden Spiel also das Spiel an sich reißen müssen. Überzeugen kann der TSV in dieser Saison vor Allem über ein ordentliches Flankenspiel und gefährliche Standardsituationen. Defensiv stehen die Norddeutschen zwar stets sehr tief in der Fünferkette, lassen allerdings sehr oft den Zugriff auf die gegnerischen Spieler vermissen, gehen oft nicht einmal auf den Mann und haben insbesondere in der Innenverteidigung massive individuelle Schwächen. Ein perfekter Kontrahent also für einen Florian Pick oder Kai Brünker in Normalform.
Die vergangenen Wochen der Saarbrücker dürfen sowohl von den Ergebnissen als auch vom gezeigten Fußball als miserabel bezeichnet werden. An Selbstkritik scheint es zudem auch zu mangeln, so bezeichnete Trainer Schwartz die Spiele in Regensburg und Aachen als gute Auftritte, was selbst einen einfachen Fan schon relativ sprachlos zurücklassen dürfte.
Die Zeiten sind düster beim FCS, das Thema Aufstieg scheint in der aktuellen Konstellation völlig realitätsfern und man sollte sich nun besser darauf konzentrieren nicht in den Abstiegskampf zu rutschen. Das Team kämpft zwar, rein fußballerisch ist es allerdings das mit Abstand schlechteste Saarbrücken seit dem Wiederaufstieg 2020. Am kommenden Samstag wartet nun ein Gegner, welcher sich momentan auf Augenhöhe befindet. Gewinnt der FCS erneut nicht, dürfte es nach Abpfiff unangenehm werden im Ludwigspark.

