StartFCSFCS-Gegnercheck Viktoria Köln: FCS gegen spielstarke Kölner unter Zugzwang

FCS-Gegnercheck Viktoria Köln: FCS gegen spielstarke Kölner unter Zugzwang

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Nach dem glücklichen 3:3 Unentschieden in Cottbus, steht für den 1.FC Saarbrücken nun das erste Heimspiel vor der Tür. Gegner ist der Vorjahressechste Viktoria Köln.

Die Viktoria spielte vergangene Saison die beste Spielzeit ihrer Drittligageschichte. Erfolgstrainer Olaf Janßen verließ den Club allerdings, ebenso wie zahlreiche Stammspieler. Die prominentesten Abgänge dürften Serhat Semih Güler und Said-El Mala sein, welche jeweils 14 und 13 Tore erzielten. Dazu verließ mit Enrique Lofolomo einer der beiden Stammsechser die Kölner.

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Neuer Chefcoach ist Marian Wilhelm, welcher zuvor Co-Trainer bei Olaf Janßen war. Der 39-Jährige arbeitet seit 2010 für die Viktoria und arbeitete sich im Verein vom Jugendtrainer zum Cheftrainer der ersten Mannschaft. Vom Ansatz her ähnelt sich seine Art zu spielen der von Olaf Janßen. Den Domstädtern ist es in den letzten Jahren gelungen, eine Identität als Ausbildungsverein, inklusive klarer spielerischer DNA zu entwickeln. So wird vornehmlich flach hinten raus gespielt, zudem versucht man junge Talente mit der Aussicht auf spielerische Entwicklung und Einsatzzeit zu locken.

Im ersten Ligaspiel gegen Schweinfurt konnte man dies erneut gut erkennen. Wilhelm ließ seine Mannen mit Ball im 3-4-3 auflaufen, gegen den Ball formierte sich das Team im 4-4-2.

Torhüter Dudu ist ein sehr spielstarker Keeper, der oftmals sogar zwischen die beiden Innenverteidiger im Spielaufbau rückt, und somit eine Art „Torwartkette“ ermöglicht. Diese Art von Spielaufbau wird immer beliebter, da man einen zusätzlichen Spieler hinten hat, was wiederum auch eine Anspielstation mehr für einen linienbrechenden Ball ermöglicht. Das Risiko ist allerdings immens hoch, da bei einem Fehlpass das Tor natürlich leer ist.

Die Viktoria wusste gegen sehr passive Gäste aus Schweinfurt mit vielen verschiedenen Aufbauvarianten zu überzeugen. So rückte Achter Leonhard Münst oftmals in die defensive Dreierreihe und lenkte das Spiel, Kapitän Christoph Greger erfüllte dies ebenfalls ordentlich. Generell wirkt die Verteidigung der Kölner sehr gut aufeinander eingestellt. Christoph Greger und Lars Dietz sind bereits jahrelang im Verein, sind beide dazu in der Lage sich spielerisch aus jeglicher Bedrängnis zu befreien.

Viktoria Köln lockt ihre Gegner gerne mit einem tiefen Aufbau, teilweise sogar im eigenen Sechzehner. Ziel ist es über eine Verbindungsspieler vor der Abwehr ins Tempo zu kommen, und dann praktisch eine Art Umschaltmoment aus eigenem Ballbesitz zu kreieren. Mit Leonhard Münst und Lucas Wolf spielten gegen Schweinfurt zwei eher offensiv veranlagte Spieler auf der Doppelacht/sechs, die jeweils dazu in der Lage sind, mit dem Ball am Fuß Meter zu machen und Raumgewinn zu erzeugen.

Neuzugang Marco Pledl und Routinier Simon Handle spielten auf den beiden Schienenpositionen. Handle spielte auf links, obwohl er eigentlich Rechtsfuß ist, bewies jedoch mit beiden Füßen gefährliche Flanken schlagen zu können. Pledl kam als sehr offensiver Außenverteidiger aus Paderborn und kombinierte oftmals gut mit dem im rechten Halbraum agierenden Robin Velasko.

Mit David Otto holte man einen physisch starken Angreifer aus Sandhausen, welcher gegen Schweinfurt aus einer tieferen Position hinter Top-Stürmer Lex Tyger Lobinger agierte. Otto leitete beide Tore mit gefährlichen Chip-Bällen hinter die Kette ein, auf ihn wird definitiv zu achten sein.

Lobinger litt ein wenig darunter, dass sich die Viktoria gegen tiefstehenden Franken schwer tat, Chancen rauszuspielen. Kommt er jedoch in eine aussichtsreiche Abschlussposition, klingelt es oftmals. Nicht umsonst waren zahlreiche Zweit- und Drittligisten interessiert, allerdings scheint er wohl vorerst bei der Viktoria zu bleiben.

Gegen den Ball agieren die Kölner aggressiv, laufen im 4-4-2 den Gegner hoch an, sind auf hohe Ballgewinne aus, um schnell umzuschalten. Es scheint offensichtlich, dass die Viktoria sich in Umschaltsituationen weitaus wohler fühlt als gegen tiefstehende Gegner etwas kreieren zu müssen.

Da wir am Anfang der Saison stehen, wird noch abzuwarten sein, wie sich die Mannschaft in einem Auswärtsspiel verhält, zu dem sie als Underdog reist. Es wäre vorstellbar, dass einer der beiden spielerisch starken Sechser gegen einen eher physischen Sechser wie Tobias Eisenhuth ausgetauscht wird und man generell vorsichtig agiert.

Der 1.FC Saarbrücken steht nach einem teilweise katastrophalen Auftritt in Cottbus nun unter Zugzwang. Stand jetzt ist es die Mannschaft unter Trainer Alois Schwartz schuldig geblieben, mit dem Ball zu überzeugen. Die sehr auf Sicherheit bedachte Idee geht bisher nicht auf, so auch in Cottbus letzte Woche, wo es nach einer halben Stunde trotz defensivem Ansatz noch deutlich höher hätte stehen können. Möchte man seine sportlichen Ambitionen untermauern, bedarf es gegen Viktoria Köln im ersten Heimspiel nun ein echtes Ausrufezeichen, besonders spielerischer Natur.

Schafft es der FCS gegen eine junge Kölner Mannschaft mit ordentlich „Power“ zu agieren, sodass das Stadion angezündet wird, dann stehen die Chancen gut, dass das Team von Marian Wilhelm nervös wird und sich spielerisch nicht allzu sehr entfalten kann. 

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