Begleitet von einem Feuerwerk liefen die beiden Teams am Sonntagabend ein. Der FCS trat beim zweiten Auswärtsspiel in Serie in Gelb auf, die Gastgeber starteten in Grün. FCS-Trainer Argirios Giannikis änderte seine Startelf auf zwei Position. Nach abgesessener Gelbsperre kehrte Niko Bretschneider in die Startelf zurück und ersetzte Joel Bichsel positionsgetreu; zudem erhielt Brünker den Vorzug vor Baumann.
Die erste Aktion dieses Spiels gehörte den Oberfranken. Ex-Bundesligaprofi Johannes Geis zog einen Freistoß mit viel Wucht auf das von Phillip Menzel behütete Tor, der FCS-Keeper hatte mit dem zentralen Schuss allerdings keine Probleme (4).

Von Beginn an versuchte der Tabellenletzte mit schnellen Bällen hinter die FCS-Verteidigung zu gelangen. Selbst für Gefahr sorgte Saarbrücken erstmals nach etwa zehn Minuten. Brünker spielte in den Lauf von Niko Bretschneider, der sich nach einem Eckball in ungewohnter Lage rechts vorne bewegte. Allein vor Schweinfurts Torhüter Toni Stahl fehlten ihm allerdings die Nerven – er verzog klar über das Tor.
Nach einer Viertelstunde war es erneut der FCS, der diesmal per Konter angriff. Patrick Sontheimer nahm nach einem Antritt im Mittelfeld Rodney Elongo-Yombo auf links mit. Dieser legte sich den Ball zunächst auf den starken rechten Fuß, bevor er an Toni Stahl scheiterte. Fünf Minuten später ließ die Hintermannschaft des 1.FC Saabrücken Geis ein wenig unbeaufsichtigt vor dem Strafraum, sein Schuss ging knapp links vorbei.
Der FCS agierte offensiv in der ersten halben Stunde eher uninspiriert. Viele lange Bälle, wenig interessante Kombination bekamen die etwa 800 mitgereisten Fans geboten. Dies sollte sich nach einer halben Stunde rächen. Der FCS presste schwach und geriet in der Defensive in Unterzahl. Schweinfurt spielte einen herausragenden Diagonalball in Richtung Sechzehner, wo Geis nach einer Hereingabe zweimal scheiterte. Das Leder prallte jedoch zu Erik Shuranov, der frei zum 1-0 einschob.
Auch danach zeigte sich Saarbrücken weiterhin unkonzentriert. Geis kam erneut vor dem Strafraum zum Schuss, wieder flog das Spielgerät nur knapp über den Querbalken. Auf der Gegenseite reihte sich Ballverlust nach Ballverlust, sodass der FCS zu keinem wirklich brenzligen Abschluss kam.
So kam es kurz vor der Pause zum verdienten 2-0. Saarbrücken ließ den Raum vor der Abwehr nach Ballverlust wiederholt völlig offen, woraufhin Shuranov ungestört den Ball im rechten Eck platzierte. Dies sollte auch der Halbzeitstand bleiben. Der 1.FC Saarbrücken lieferte in der ersten Hälfte eine mehr als besorgniserregende Vorstellung ab.
Giannikis reagierte auf die katastrophale ersten 45 Minuten und wechselte gleich drei Mal zur Pause. Für Rodney Elongo-Yombo, Kasim Rabihic und Elijah Krahn war die Partie zu Ende. Dafür kamen Sebastian Vasiliadis, Tim Civeja und Maurice Multhaup, der nach langwierigen Rückenproblemen sein Comeback feierte. Vasiliadis gab mit seiner ersten Situation einen ersten Warnschuss ab, der allerdings genau in die Arme von Stahl ging.
Saarbrücken wurde nach den Wechseln merklich dominanter und arbeitete sich nun öfter in Richtung Schweinfurter Strafraum. Der Schweinfurter Block hielt aber stand und ließ auch einen nun besser auftretenden 1.FC Saarbrücken nicht in die entscheidenden Räume gelangen. Eher waren es die „Schnüdel“ die sich in Schussposition beförderten, Winners Osawe setzte den Ball nach einer Stunde ans Außennetz.
Vorne fehlte es an jeglicher Durchschlagskraft. So brachte Giannikis Baumann für den wirkungslosen Brünker. Kurz darauf dann die mit Abstand größte Chance des 1.FC Saarbrücken. Nach einer Flanke Civeja zog im Strafraum aus wenigen Metern ab, zielte aber genau auf den Schweinfurter-Keeper Stahl. Eine unglaubliche Gelegenheit.
Die Saarbrücker Fans stellten derweil aufgrund der Leistung der Mannschaft ihren Support ein, was ihnen angesichts dieses Spiels wohl keiner übelnehmen kann. Für das Negativ-Highlight sorgte in Minute 71 Baumann. Nach einem Pick Abschluss war Keeper Stahl bereits geschlagen, Bretschneider legte quer auf Baumann, der das Unmögliche möglich machte. Aus maximal zwei Metern hämmerte der eingewechselte Stürmer den Ball über das Tor. Eine symbolische Szene.
2.904 Zuschauer beobachteten einen mittlerweile engagierten FCS, der ein ums andere Mal am starken Heimtorwart verzweifelte. Nach 87 Minuten dann doch der Anschlusstreffer. Nach einer Ecke schlug Tim Civeja eine tückische Flanke auf den zweiten Pfosten, an die kein Spieler mehr herankam.
Ganze sieben Minuten ließ Schiedsrichter Yannick Sager im Anschluss nachspielen. Der FCS drängte auf den Ausgleich und erzielte diesen tatsächlich noch durch Sebastian Vasiliadis. Ein sehr glückliches Ergebnis für einen über lange Zeit schwachen 1.FC Saarbrücken. Als wäre das nicht schon absurd genug, hatte Saarbrücken tatsächlich noch zwei Gelegenheiten durch Baumann und Bretschneider den Sieg zu erringen. So viel Glück sollte es letztendlich aber doch nicht sein.
Fazit: Der FCS kommt nach einem klaren Rückschritt mit einem blauen Auge davon. Dennoch muss klar benannt werden, dass es in dieser Form nicht reichen wird.






















