Mit 2-0 unterlag der 1.FC Saarbrücken am 33. Spieltag beim TSV Havelse und bestätigte dabei erneut seine Auswärtsschwäche.
Der FCS begann mit drei Veränderungen in der Startformation im Vergleich zum vergangenen Heimspiel gegen Alemannia Aachen. Bormuth und Vasiliadis ersetzten die gesperrten Bichsel und Caliskaner, dazu rückte Rizzuto zurück auf seine angestammte Rechtsverteidigerposition, weshalb der gegen Aachen starke Fahrner auf der Bank Platz nehmen musste.
Saarbrücken begann aktiv und gab in Person von Civeja nach sechs Minuten einen ersten Warnschuss von der Strafraumgrenze ab, den Havelse-Torwart Quindt abwehrte. Havelse fand darauf ebenfalls in die Begegnung und lieferte erste Anzeichen ihres schnellen Umschaltspiels, ohne dabei für wirkliche Gefahr im Strafraum der Gäste zu sorgen.
Die erste Riesenchance der Partie gehörte dem 1.FC Saarbrücken. Bretschneider bekam auf der linken Seite viel Platz, flankte schön auf den am zweiten Pfosten lauernden Brünker, der jedoch am stark reagierenden Quindt scheiterte (15).

Eine Viertelstunde später war es dann Brünker, der den Ball bei einem Konter festmachen konnte und dabei härter gefoult wurde. Die Chance wurde in der Folge von Pick vergeben. Brünker hatte sichtliche Schmerzen, biss aber auf die Zähne. Das Spiel zwischen den beiden Abstiegskandidaten trudelte in der ersten Hälfte ziemlich vor sich hin, echte Highlights blieben Mangelware für die 1012 Zuschauer an der Eilenriede. Engagement war beiden Teams nicht abzusprechen, spielerisch jedoch funktionierte auf beiden Seiten nur wenig.
Fünf Minuten vor Ende dieser bislang unspektakulären Hälfte verlangte der auffällige Brünker einen Elfmeter, nachdem er in der Folge einer Ecke offensichtlich am Trikot gezogen wurde. Schiedsrichter Rose entschied auf Abseits und Freistoß für den TSV.
Zur Pause blieb es torlos in einem Duell, welches enormen Steigerungsbedarf offenbarte.

Ohne Wechsel auf beiden Seiten ging es in die zweite Halbzeit, in der Havelse nach weniger als 30 Sekunden in Führung ging. Aytun sah den freistehenden Sommer im Strafraum, der aus wenigen Metern problemlos zum 1:0 für die Niedersachsen vollendete. Ein echter Schock zum Start der zweiten Halbzeit für den FCS, für die er sich sicherlich mehr vorgenommen hatte.
Saarbrücken war nun völlig von der Rolle. Kurz darauf setzte Boujellab bei einem Konter Paldino ein, der das Leder über Menzel hinweg ins Eck zirkelte. Giannikis reagierte im Anschluss direkt und brachte Baumann und Multhaup für Brünker und Vasiliadis. Baumann sorgte mit seinem ersten Ballkontakt fast für den Anschlusstreffer. Eine Flanke von Rizzuto erwischte er mit dem Kopf, setzte das Spielgerät aber knapp neben den Pfosten (55). Kurz darauf fand Bretschneider den bulligen Stürmer im Strafraum, der aus der Drehung klar drüber schoss. Nichtsdestotrotz hatte sich seine Einwechslung unmittelbar bemerkbar gemacht.

Saarbrücken machte weiter. Pick setzte den im Strafraum startenden Multhaup ein, der von der Grundlinie aus nach innen weitergab. Civeja und Elongo-Yombo standen sich in der Mitte jedoch auf den Füßen und verpassten einen Abschluss. Den folgenden Gegenangriff der Havelser musste Rizzuto per Foul unterbinden, weshalb er seine fünfte Karte sah und in der kommenden Woche gegen 1860 München fehlen wird (65).
Die kleine Druckphase des FCS nach dem 2-0 hielt weiter an. Nach 70 Minuten gab Multhaup einen Schuss von außerhalb des Strafraums ab, allerdings mitten auf den Keeper. Wenig später zündete Rizzuto eine Rakete aus der zweiten Reihe, den Abpraller erkämpfte sich Baumann und vergab kläglich allein vor Quindt. Naifi und Fahrner kamen für Bretschneider und Elongo-Yombo, in der Hoffnung, dem 1.FC Saarbrücken neues Leben einzuhauchen.
Knapp zehn Minuten vor dem Abpfiff stellte die Saarbrücker Fanszene zum dritten Mal in dieser Saison den Support ein. „Außer Manu könnt ihr alle gehen“ hallte durchs Stadion – Ausdruck des wachsenden Frusts der 600 mitgereisten Anhänger.
Das Spiel plätscherte dem Ende entgegen. Saarbrücken erspielte sich durchaus noch die ein oder andere Chance, wie etwa durch Multhaup in der 83., doch am Spielstand sollte sich nichts mehr ändern.
Nach lang anhaltenden sechs Minuten Nachspielzeit pfiff Schiedsrichter Niclas Rose die Partie ab. Ein weiteres Negativ-Highlight des 1.FC Saarbrücken in einer insgesamt enttäuschenden Saison. Den Aufschwung aus den Spielen gegen Ingolstadt und Aachen konnte die Mannschaft von Giannikis nicht fortführen. Die Fans scheinen den Glauben an das Team inzwischen verloren zu haben – das baldige Saisonende dürfte für alle Beteiligten das Beste sein.














