StartFCSFCS-Spielanalyse: FCS hadert weiterhin!

FCS-Spielanalyse: FCS hadert weiterhin!

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Der Start des 1.FC Saarbrücken ins Jahr 2026 war von Optimismus geprägt. So verbrachte das Team von Jürgen Luginger den Großteil der Vorbereitung im sonnigen Spanien, anstatt wie die meisten anderen Drittligisten unter den Witterungsbedingungen in Deutschland zu leiden. Dieser Vorteil machte sich durchaus bemerkbar, der FCS wirkte eindeutig frischer als der Gegner aus Cottbus, welcher unter der Woche sogar in die Halle ausweichen musste, da der Trainingsplatz aufgrund der Kälte nicht bespielbar war.

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Jürgen Luginger veränderte die Mannschaft im Vergleich zum 1-1 in Rostock vor der Winterpause auf zwei Positionen. Rodney Elongo-Yombo ersetzte den zuletzt formschwachen Kasim Rabihic auf der linken Seite, zusätzlich feierte Patrick Sontheimer sein Comeback, nachdem er am ersten Spieltag der Hinrunde ebenfalls gegen Energie Cottbus auflaufen konnte. Auflaufen ließ er das Team erneut in einem 4-1-4-1, gegen den Ball spiegelte Saarbrücken allerdings die Raute des Gegners und ordnete sich in einer 4-4-2-Raute an.

Dies funktionierte von Beginn an hervorragend. Energie wirkte merklich überrascht von diesem taktischen Kniff und fand überhaupt nicht in die Partie. Dazu sollte sich die Hereinnahme von Vize-Kapitän Sontheimer direkt als „Gamechanger“ erweisen. Sontheimer zeigte innerhalb der ersten Viertelstunde bereits, wie sehr seine Qualitäten der Truppe in der Hinserie fehlten. So leitete er drei Umschaltchancen in den ersten 15 Minuten ein, kam später in der Halbzeit noch zweimal selbst zum Abschluss. In der Vergangenheit spielte der 27-jährige oftmals auf der alleinigen Sechs, was seinem Naturell eher mäßig zugutekommt. Sontheimer agierte als eine Art Box-to-Box Spieler, profitierte enorm von der Absicherung des Sechserraums durch Manuel Zeitz, der nach wie vor durch sein intelligentes Stellungsspiel heraussticht.

Der FCS überrannte Energie nahezu in der ersten Hälfte, bereits nach vier Minuten hätte Blau-Schwarz zwingend in Führung gehen müssen. Einen langen Schlag von Torhüter Phillip Menzel legte Brünker auf Sontheimer, dieser schickte Florian Pick in den Lauf. Pick legte anschließend ideal quer auf den freistehenden Civeja, dem jedoch die Direktabnahme misslang. Eine unnötig vergebene Chance, dennoch eine Art Blueprint wie der FCS Torgefahr ausstrahlen konnte.

In der ersten Hälfte reihten sich diese Art von Szenen aneinander. Kai Brünker gewann einen Großteil seiner Kopfballduelle, Florian Pick agierte gewohnt umtriebig auf der rechten Seite und auch das zentrale Mittelfeld aus Civeja und Sontheimer fügte sich nahtlos in das schnelle Saarbrücker Offensivspiel ein. Lediglich Elongo-Yombo fiel im Vergleich zu seinen Offensivkameraden auffällig stark ab. Dem ehemaligen Dortmunder gelang mit dem Ball nichts Sinnvolles, auch das Zusammenspiel, mit dem ebenfalls eher kopflos auftretenden Niko Bretschneider war, teils sehr konfus.

Generell muss man die Abhängigkeit von der rechten Flanke als große Schwachstelle bezeichnen, welche aus Florian Pick und Calogero Rizzuto besteht. Rizzuto befindet sich seit Monaten in exzellenter Verfassung, ist der wichtigste Faktor im sonst limitierten Saarbrücker Spielaufbau. Der linken Seite hingegen gelang wieder erschreckend wenig mit dem Spielgerät. Sowohl Elongo-Yombo als auch Rabihic befinden sich seit Monaten in einer Formkrise und gehören in dieser Verfassung nicht in die Stammformation des FCS. Es mangelt jedoch an Alternativen, Florian Pick könnte diese Aufgabe sicherlich übernehmen, dafür müsste Luginger allerdings das Zusammenspiel mit Rizzuto sprengen, welches fußballerisch die größte Stärke des Teams darstellt. Maurice Multhaup hat verletzungstechnisch ein Seuchenjahr erwischt und auch Amine Naifi wird vermutlich so schnell keine Option mehr.

Auch von Niko Bretschneiders Verpflichtung dürfte sich Saarbrücken mehr versprochen haben. Zwar stellt er ohne jeden Zweifel ein Upgrade gegenüber Till Schumacher dar, dennoch agiert er defensiv bis dato sehr anfällig und auf der anderen Seite fehlt es ihm an der offensiven Durchschlagskraft. Diese beiden Positionen sind klar erkennbare Schwachstellen im Kader des 1.FC Saarbrücken, für externe Verstärkungen ist der Kader jedoch viel zu aufgebläht.

Nun weiter zum Spiel. Nach 43 Minuten gingen die Gäste aus der Lausitz aus dem völligen Nichts heraus in Führung. Routinier Manuel Zeitz verpasste es, den Konter frühzeitig zu verhindern, indem er sehr passiv agierte. Daraufhin verloren Bormuth und Bretschneider den Cottbusser Hannemann komplett aus den Augen, welcher schlussendlich das glückliche 0-1 markierte. Mit diesem Tiefschlag verabschiedete sich die Begegnung erst einmal in die Pause.

Nach der Halbzeit begann Saarbrücken direkt giftig. Über Pick und Rizzuto kam es in der 53 zu einer ersten Gefahrensituation, woraufhin ein Cottbusser Innenverteidiger den Ball an den eigenen Pfosten klärte. 60 Sekunden später dann die Erlösung. Über Bretschneider und Civeja gelangte der Ball zu Florian Pick, welcher allein vor Gästekeeper Funk einen kühlen Kopf bewahrte und souverän das hochverdiente 1-1 erzielte. Es sollte erneut nur eine Minute dauern, bis Pick die Riesenchance zum 2-1 vergab. Rodney Elongo-Yombo lieferte seine mit Abstand beste Aktion des Spiels, indem er punktgenau auf Pick flankte, welcher nach einem seiner tödlichen Haken den Ball allerdings nicht über die Linie bugsieren konnte. Das Konzept blieb ähnlich, die hohen Ballgewinne führten zu Tormöglichkeiten des FCS, die Chancenverwehrung ließ aber zu wünschen übrig.

Eine halbe Stunde vor dem Ende tauschte Luginger erstmals und brachte Schmidt und Vasiliadis, der seinen ersten Saisoneinsatz feierte, für Brünker und den gelb-rot gefährdeten Civeja. Hiernach fand ein kleiner Bruch im Spiel der Blau-Schwarzen statt. Brünker hatte bereits Probleme da er zu selten eine echte Gefahr in der gegnerischen Box darstellte, dafür gelang es ihm oftmals die Bälle festzumachen. Schmidt besitzt diese Qualität als Sturmtank nicht, er fiel in seinen Minuten mehrfach der Cottbusser Abseitsfalle zum Opfer und fand insgesamt nicht wirklich ins Spiel. Dem FCS fehlt es an einer Neun, die in der gegnerischen Box stets anspielbar ist und sich als Gefahr ausweist. Brünker und Schmidt reiben sich stets auf, sind insbesondere gegen den Ball sehr aktiv, kommen allerdings nicht immer zu aussichtsreichen Torchancen. Mit Dominic Baumann hat man eventuell genau diesen Spieler im Kader, er wird allerdings von Luginger konsequent außen vorgelassen und stand an diesem Samstagnachmittag wiederholt nicht im Aufgebot. Sebastian Vasiliadis hingegen wusste in den Räumen vor dem Cottbusser Strafraum durchaus zu gefallen und hatte einige wertvolle Aktionen.

Die Lausitzer meldeten sich in Halbzeit zwei lediglich durch zwei nahezu identische Schüsse auf den kurzen Pfosten, welche Phillip Menzel ohne Probleme vereitelte. Ansonsten litt das Spiel an ein wenig Leerlauf, der FCS hatte die Griffigkeit aus Halbzeit eins immer mehr eingebüßt.

So blieb es schlussendlich beim 1-1. Die FCS-Anhänger dürften sich langsam in einer Endlosschleife gefangen fühlen. In allen fünf Partien unter Jürgen Luginger überzeugte das Team, fing sich dann aber vermeidbare Gegentore. So wartet Saarbrücken weiterhin auf einen Sieg, die spielerische Weiterentwicklung ist allerdings ein weiterhin sehr positiver Aspekt. Tritt der 1.FC Saarbrücken weiterhin auf diesem Level auf, werden die Siege nach und nach folgen.

Spielernoten

Phillip Menzel: War da, wenn er gebraucht wurde, parierte zweimal stark in Hälfte zwei. Negativ fielen allerdings seine schwachen Abstöße auf, mit denen er Konter für den Gegner einleitete. 2-

Calogero Rizzuto: Drückte dem Spiel erneut seinen Stempel auf, weiterhin in sehr guter Form. 2

Lasse Wilhelm: Bis auf 1-2 Abspielfehler sehr abgeklärt, eroberte 16-mal den Ball. 2-

Robin Bormuth: Unaufmerksam beim Gegentreffer, ansonsten vor allem in der Luft eine absolute Bank (gewann fünf von sechs Luftzweikämpfen) 3+

Niko Bretschneider: Schwache erste Hälfte. Nach der Pause dann mit einer deutlichen Steigerung. 3-

Manuel Zeitz: Ein wenig behäbig im Vorfeld des 0-1, technisch nicht immer sauber, dafür mit gutem Stellungsspiel und starker Absicherung für das Mittelfeld. 3

Florian Pick: Der beste Mann auf dem Platz. In einigen Situationen allerdings zu verspielt und ohne Augen für die Mitspieler, weshalb es nicht für die Höchstnote reicht. 2+

Tim Civeja: Weiterhin zu ineffektiv vor dem Tor. Spielerisch erneut sehr ansehnlich mit einer schönen Vorlage für Florian Pick. 2-

Patrick Sontheimer: Bewies in diesem Spiel, dass er als absoluter Umschaltspieler dieses Teams anzusehen ist. 2

Rodney Elongo-Yombo: Weiterhin im Formtief, lieferte insbesondere in Halbzeit eins ein katastrophales Spiel ab. 5

Kai Brünker: Machte viele Bälle fest, offensiv bis auf seinen Lattentreffer allerdings sehr unauffällig. 3-

Alle weiteren eingesetzten Spieler bekamen zu wenig Einsatzzeit für eine faire Benotung.

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